Hochwasser: Mehr Sicherheit bieten

+
Hochwasserschutzmaßnahmen Lorch
  • schließen

Am Götzenbach laufen die Arbeiten, am Aimersbach gehen sie bald los. In Lorch sollen außerdem vier neue Gewässerpegel bei Hochwasser schützen.

„Die Pegel sind dauerhaft installiert.“

Marita Funk, , Bürgermeisterin

Lorch

Kein Wasser plätschert mehr im Flussbett. Stattdessen graben Bagger im trockenen Erdreich.

Der Lorcher Götzenbach ist seit September Baustelle und gibt momentan ein besonderes Bild ab. „Das Wasser des Bachs verläuft in Verrohrungen, damit gearbeitet werden kann“, erklärt Bürgermeisterin Marita Funk.

Das Ziel der Baustelle ist es, den Anwohnern durch höhere Schutzmauern mehr Sicherheit bei Hochwasser zu bieten. „Die Vorbereitungen auf diese Arbeiten sind allerdings sehr aufwändig“, sagt die Rathauschefin.

Bislang sei es größtenteils darum gegangen, in dem Bereich zwischen Zollplatz und Bahntrasse betroffene Strom- und Gasleitungen neu zu verlegen. Jetzt seien die Arbeiter damit beschäftigt, Unterfangungen für die angrenzenden Gebäude zu errichten. „Die Ufer des Götzenbachs sind sehr, sehr dicht bebaut.“ Weil für die neuen Mauern relativ tief gegraben werden müsse, brauche manches Gebäude stützende Fundamente. „Damit nichts rutscht“, erklärt die Bürgermeisterin.

„Wir liegen gut in der Zeit“

Anschließend sollen die neuen Wände hochbetoniert werden. Im hinteren Bereich bei der Bahntrasse bleiben dann Spunddielen aus Metall sichtbar. Im Bereich von der kleinen Fußgängerbrücke bis zum Zollplatz werden die Mauern mit grauen Muschelkalk-Matrizen verkleidet sein. Ganz am Schluss wird der Zollplatz einen neuen Belag erhalten. „Wir liegen gut in der Zeit“, sagt Bürgermeisterin Funk und verrät, froh zu sein, sollten die Arbeiten im Frühsommer beendet sein können.

Damit ist der Hochwasserschutz am Götzenbach aber noch nicht abgeschlossen. Der Gemeinderat hat beschlossen, auch den nächsten Bauabschnitt anzugehen, obwohl es dafür keine Fördergelder geben wird. Für wohl 1,4 Millionen Euro werden die Ufermauern von der Wilhelmsstraße über die Brücke in der Ofengasse bis etwa 50 Meter flussaufwärts erneuert, ebenso die Brücke selbst. Der vorhandene Mischwasserkanal wird neu geordnet und die Fahrbahneinläufe frisch angeschlossen.

Auch am Aimersbach stehen Arbeiten an. Die Wände am Einlaufbereich der Bachverdolung werden für rund 110 000 Euro erhöht. „Baubeginn ist frühestens im März, spätestens aber im Mai“, sagt Marita Funk. Denn die Arbeiten sollen bis zum Frühsommer fertig sein. „Weil wir damit rechnen, dass es dann wieder regenreicher wird.“ Und dann soll der Hochwasserschutz greifen.

Wie hoch das Wasser steht, kann die Stadt seit kurzem ganz einfach überprüfen. „Wir haben drei Pegel an den Seitenläufen und einen an der Rems angebracht“, erzählt die Rathauschefin. Und zwar beim Remsgarten unter der Fußgängerbrücke, am Götzenbach bei der Ofengasse, am Walkersbach und am Aimersbach. „Ich rechne damit, dass auch am Kirnbach und am Krettenbach Pegel kommen werden, da gab es schon Begehungen.“

Hans-Peter Sieg, technischer Geschäftsführer des Wasserverbands Rems, hatte der Stadt im vergangenen Oktober von den kleinen Kasten berichtet, die über Ultraschall messen und die Daten übers Internet senden können. 1400 Euro habe die Stadt für einen Pegel samt Gestell bezahlt, außerdem 1000 Euro Systemgebühr pro Gerät im ersten Jahr. 700 bis 800 Euro werden es im zweiten Jahr pro Pegel sein. „Die Geräte sind dauerhaft installiert.“

Sie liefern in regelmäßigen Abständen Bilder vom Bachbett ins Rathaus, ebenso die Gewässerhöhe sowie die Fließgeschwindigkeit. „Demnächst möchte ich mit der Feuerwehr absprechen, wie eine Alarmierungskette aussehen könnte, sollte es wieder Hochwasser geben“, kündigt Funk an.

Hochwasserschutzmaßnahmen Lorch

Zurück zur Übersicht: Stadt Lorch

Mehr zum Thema

Kommentare