Hochwasserschutz geht vor Bike-Spaß

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Am Regenrückhaltebecken im Lorcher Wohngebiet Gairen ist Radfahren verboten. Bürgermeisterin Marita Funk erklärt, wieso.

Im Wohngebiet Gairen ist Radfahren im Regenrückhaltebecken jetzt verboten. Warum, erklärt Lorchs Bürgermeisterin Marita Funk.

Lorch

Im Nordwesten des Wohngebiets Gairen fällt das Gelände leicht hügelig ab. Zwischen Gras und Löwenzahn liegt der Erdboden dort an mancher Stelle frei, wie niedergetrampelt. Die Ursache dafür waren anscheinend radelnde Kinder. Doch das ist Vergangenheit: Denn die Stadt hat Schilder aufgestellt, die das Radfahren dort verbieten.

Mit Verweis auf die Regenrückhaltebecken im Erdreich. „Das Befahren und die Nutzung als Bike-Park ist verboten!“, lautet die Mahnung. Darüber regen sich jetzt viele Bürgerinnen und Bürger auf. Kinder hätten heutzutage immer weniger Raum, um sich frei zu bewegen, klagen manche in den sozialen Medien. Und warum denn das Befahren so schlimm sei, fragen sich viele.

Lorchs Bürgermeisterin Marita Funk erklärt: „Die grundlegende Funktion des Regenrückhaltebeckens beruht letztlich auf einem Versickern des anfallenden Regenwassers.“ Zur besseren Versickerung sei in den Becken Sandboden eingebracht. Zudem werde die Wiese darüber nur zweimal im Jahr gemäht, um eine gewisse Vegetation als belebte Bodenzone, eben als Filter zu haben. „Das seltene bis gelegentliche Betreten sowie Durchfahren wird wohl kein größeres Problem darstellen.“ Eine häufigere Nutzung verdichte und ändere die Eigenschaften des Bodens aber, was von den Experten im Hinblick auf die angedachte Funktion kritisch gesehen werde. Funk präzisiert: „Von einer vermehrten Begehung und Befahrung wird daher von Seiten der Experten abgeraten.“

Grundlage dafür sei die Fachexpertise der örtlichen Wasserwirtschaft und der unteren Wasserbehörde, nämlich des Kreises. Dieser stufe Regenrückhaltebecken als technische Bauwerke ein, die früher oft eingezäunt gewesen seien. Funk betont, dass ein Regenrückhaltebecken beim Hochwasserschutz eine wichtige Funktion habe. „Es speichert hohe Niederschlagsmengen und kann diese nach und nach an die Umwelt abgeben.“ Erst 2018 seien etliche Mitbürgerinnen und Mitbürger Opfer von Hochwasser gewesen. „Die Funktionsfähigkeit des Regenversickerungsbeckens, auch als Speicher, sichert letztlich Leben und Eigentum unserer Bürgerinnen und Bürger“, sagt die Rathauschefin. Und klärt auch auf, dass die Schilder nach Hinweisen und Befürchtungen der Anwohner im Gairen aufgestellt worden seien. „Im Hinblick auf die Funktion des Bauwerks sowie die Verletzungsgefahr der Kinder.“

Der Bürgermeisterin sei ein gutes Angebot für Kinder und Jugendliche sehr wichtig. „Über konstruktive Ideen mit persönlichem Austausch freue ich mich natürlich sehr“, sagt sie und verweist auf den Vorschlag zahlreicher Waldhäuser Jugendlicher für einen Pumptrack. Dieser soll in Kürze geliefert und im Lorcher Teilort aufgestellt werden. „Unsere öffentlichen Anlagen wie Hartplätze, Bolzplätze, Tischtennis- und Basketballanlagen sowie auch unseren örtlichen Dirtpark hinter der Lorcher Grundschule haben wir aktuell gerade aufgrund des Bedarfs unserer Kinder und Jugendlichen - unter Einhaltung der bekannten Abstandsregelungen - geöffnet.“

Über konstruktive Ideen mit persönlichem Austausch freue ich mich natürlich sehr.“

Marita Funk,, Bürgermeisterin

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