Hochwasserschutz wird ausgebremst

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Am Götzenbach in der Ofengasse soll eigentlich auch mehr Schutz vor Hochwasser her. Doch die Arbeiten werden teuer, worüber der Lorcher Gemeinderat am Donnerstag gesprochen hat.
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Das Lorcher Gremium verschiebt den Hochwasserschutz für den Götzenbach in der Ofengasse. Die Feuerwehr erhält Digitalfunk und die Vereine Zuschüsse für Veranstaltungen.

Lorch

Einstimmig hat der Lorcher Gemeinderat beschlossen, die Arbeiten für mehr Hochwasserschutz zwischen Wilhelmstraße und Ofengasse um ein Jahr zu verschieben. Der sogenannte dritte Bauabschnitt am Götzenbach hätte 2022 in Angriff genommen werden sollen. Doch die Baukosten, die ursprünglich auf rund 1,4 Millionen Euro berechnet worden waren, würden vom zuständigen Ingenieurbüro nun auf 1,77 Millionen Euro geschätzt, sagte Marita Funk, auf 27 Prozent mehr. Grund sei die weltpolitische Lage und die damit zusammenhängenden explodierenden Preisentwicklungen bei Energie, Baumaterialien und Rohstoffen, erläuterte die Bürgermeisterin.

Zwischen Wilhelmstraße und Ofengasse sollen die Ufermauern erneuert werden, ebenso die dortige Brücke. Der vorhandene Mischwasserkanal soll neu geordnet und die Fahrbahneinläufe frisch angeschlossen werden. Der Bereich war in der Vergangenheit nicht selten von Hochwasser betroffen.

Funk sagte, dass die Ingenieure mitgeteilt hätten, dass Preise nur schwer kalkuliert werden könnten: „Wegen der aktuell ungewissen Entwicklung.“ Die Verwaltung schlug deswegen vor, die Arbeiten auf September 2023 zu verschieben. Der Zeitpunkt sei fix vorgegeben, wegen des Naturschutzes und vermehrter Regenphasen. Thomas Vetter (CDU) kommentierte: „Energie wird teuer bleiben.“ Er rechne damit, dass die Kosten wieder sinken, allerdings nicht auf das alte Niveau. „Wir werden trotzdem 15 Prozent draufschlagen müssen“, mutmaßte er. Fördergelder gibt es für die Maßnahme bislang übrigens keine, die Stadt zahlt die gesamte Summe selbst.

Digitalfunk für Feuerwehr

Ebenso einstimmig hat der Rat beschlossen, die Einsatzzentrale der Lorcher Feuerwehr auf Digitalfunk umzustellen. Man habe Probleme mit dem Analogfunksignal gehabt, erläuterte die Verwaltung. Außerdem habe der Kreis vorgegeben, dass alle Feuerwehren künftig digital funken sollen. Deshalb soll die Umstellung nun so schnell wie möglich geschehen.

Für 68 500 Euro erledigt eine Firma aus Ehningen die Umrüstung, wobei die komplette Technik samt Telefonanlage ausgetauscht wird. Betont wurde, dass der bisherige Anbieter der Technik im Feuerwehrhaus nicht zum Zuge kommt. Denn dieser habe ein um 20 000 Euro teureres Angebot abgegeben. Und dabei an dem bestehenden System festgehalten, das unflexibel sei und nur von dieser Firma weiterentwickelt werden könne. Das neue System sei unabhängig vom Hersteller.

Vereine bekommen künftig mehr Unterstützung bei Veranstaltungen. Der Rat hat den Weg freigemacht für einen Fördertopf in Gesamthöhe von 9000 Euro pro Jahr. Je 3000 Euro davon erhalten die drei Stadtverbände Sport, Kultur und Ortsverband Waldhausen, denen die Vereine angehören.

Ein Verein kann nun für eine Veranstaltung, die seit dem 1. Januar 2022 stattgefunden hat, eine Förderung beantragen. Dabei ist die Summe pro Veranstaltung auf 500 Euro gedeckelt. Die Fraktionen lobten den Vorschlag, allen voran die CDU, die eine Vereinsförderung in ihrer Haushaltsrede vorgeschlagen hatte.

Anschließend berichtete Funk, dass aktuell 65 Geflüchtete aus der Ukraine in Lorch gemeldet seien, 40 Erwachsene und 25 Kinder.

Erich Knödler (CDU) fragte, wie es um die Planungen für die Friedhöfe stünde. Funk antwortete, dass der ursprüngliche Planer in Ruhestand gegangen sei und die Stadt nach einem Ersatz gesucht hat. Den habe man jetzt gefunden. Bereits im Mai 2019 hatte der Rat neue Bestattungsformen in Lorch und Waldhausen beschlossen.

Energie wird teuer bleiben.

Thomas Vetter, Stadtrat

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