In Lorch und Waldhausen wird für ein besseres Klima gefastet

+
Pflanzen selbstziehen und Energiesparen: Um solche Themen geht es Elisabeth Burmeister vom Evangelischen Jugendwerk in ihrem wöchentlichen Angebot zum Klimafasten 2022.
  • schließen

Die Kirchen machen in der Fastenzeit auf Klimaschutz aufmerksam. In Lorch und Waldhausen gibt es Ideen und Angebote, auch zum Mitmachen.

Lorch

Lächelnd nimmt Elisabeth Burmeister zwei kleine Pflänzchen in die Hand. „Das sind Tomate und Basilikum“, erklärt die Geschäftsführerin des Evangelischen Jugendwerks Schwäbisch Gmünd. Um solche Pflänzchen konkret, aber auch im übertragenen Sinne ging es diese Woche beim „Digitalen Morgenstart“, den Elisabeth Burmeister und Kollegin Anne Keiner momentan jeden Dienstag anbieten.

Der Online-Treffpunkt gehört zum sogenannten Klimafasten, einer Aktion der Evangelischen Erwachsenenbildung Ostalb, der katholischen Erwachsenenbildung Ostalbkreis sowie der beiden Evangelischen Jugendwerke Schwäbisch Gmünd und Aalen. Noch bis Ostersonntag soll damit der Klimaschutz in den Mittelpunkt der Fastenzeit gesetzt werden. „Klimafasten lässt uns achtsamer werden, weitet den Blick und verändert mich und ein Stückchen die Welt“, werben die Veranstalter für ihre Aktionen.

In Lorch macht die evangelische Kirchengemeinde Lorch und Weitmars auf Burmeisters Online-Treffpunkt aufmerksam. Und das Pfarrehepaar Golder in Waldhausen beteiligt sich mit einer Video-Andacht, die Ulrike Golder für die letzte Fastenwoche aufgenommen hat.

Klimaschutz hat im Waldhäuser Gemeindeleben einen festen Platz. Sichtbarster Ausdruck dafür ist die Photovoltaikanlage auf dem Dach der Martin-Luther-Kirche. Seit Herbst produziere man damit grünen Strom, sagt Pfarrer Lukas Golder. „Außerdem hat der Kirchengemeinderat gerade beschlossen, die Ölheizung im Pfarrhaus gegen eine Pellets-Heizung auszutauschen.“

Öl gegen Pellets

Der Beschluss sei allerdings keine Reaktion auf die aktuell steigenden Öl- und Gaspreise. „Auslöser war eine Fördermöglichkeit sowie die Besichtigung unserer Immobilen durch den Oberkirchenrat im letzten November“, erzählt der Pfarrer. Froh um den baldigen Wechsel sei er jetzt aber umso mehr. „Im Gemeindehaus heizen wir leider noch mit Gas“, schiebt er hinterher.

Waldhausen ist außerdem zertifizierte faire Gemeinde. Man schaue also bei Aktionen auf Nachhaltigkeit und Regionalität. Was auch auf den gemeindeeigenen Kindergarten in der Mühlstraße abfärbe: „Unsere Kita möchte faire Einrichtung werden.“ Zwei Kriterien dafür seien schon erfüllt: „Geheizt wird mit Ökostrom.“ Außerdem bestelle man das Mittagessen vom Metzger aus Schorndorf, der die Mahlzeiten sogar in Mehrweg-Behältern liefert. Dass die Erzieherinnen das Thema ernstnehmen, habe ein Anruf gerade eben gezeigt, erzählt Golder schmunzelnd: „Die Osterhasen für die Kinder sollen dieses Jahr fair gehandelte Osterhasen sein.“

Ums regionale Einkaufen, Energiesparen oder ums Anpflanzen von eigenem Gemüse oder Obst geht es auch bei Elisabeth Burmeister und Anne Keiner. „Jede Woche greifen wir das vorgegebenen Thema der Klimafasten-Aktion auf“, erzählt Burmeister. Nach einer Achtsamkeitsübung liefern sie einen kleinen Impuls zum Thema, der mit einer Bibelstelle verknüpft ist. Um Saat und Ernte ging es diese Woche. „Da haben wir uns lange über eigene Züchtungen unterhalten“, sagt Elisabeth Burmeister lächelnd.

Zwei Frauen nehmen bislang jede Woche am Online-Treff teil: „Möglicherweise wären es abends und in Präsenz mehr.“ Doch man wolle bewusst morgens mit dem Thema in den Tag starten: „Das hallt länger nach.“

Sprechen die wenigen Teilnehmer dafür, dass das Thema Klimaschutz noch nicht bei den Menschen angekommen ist? „Das glaube ich nicht“, sagt Elisabeth Burmeister, „bei unseren Angeboten mit Jugendlichen habe ich sogar das Gefühl, sie hätten das Thema in der Schule schon genug durchgekaut“.

"Klimafasten weitet den Blick und verändert mich und ein Stückchen die Welt.“

Elisabeth Burmeister,, Evangelisches Jugendwerk

Jeden Dienstag ein Online-Treff per Zoom

  • Noch bis Dienstag, 12. April, laden Elisabeth Burmeister und Anne Keiner jeden Dienstag um 8 Uhr zum Online-Treff per Zoom ein. Mit Hilfe eines christlichen Impulses sprechen sie unterschiedliche Themen rund um Natur- und Klimaschutz an. Der Link dazu findet sich unter www.lorch-weitmars-evangelisch.de, eine Anmeldung ist nicht notwendig. cop

Zurück zur Übersicht: Stadt Lorch

Mehr zum Thema

Kommentare