Initiative für Feuerwehr-Nachwuchs

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Was ein Feuerwehrauto geladen hat und mehr zeigen Saskia Nusser und Christian Dolderer bei der Kinderfeuerwehr Lorch ab Oktober.
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Ab Oktober gibt es in Lorch eine Kinderfeuerwehr für Mädchen und Jungen ab acht Jahren. Saskia Nusser und Christian Dolderer erzählen, was geplant ist.

Lorch

Die Feuerwehr Lorch wird eine Kinderfeuerwehr gründen. Im Oktober soll es losgehen, dann wird an jedem dritten Mittwoch um 17 Uhr in der Feuerwache geübt. Die Idee, das Angebot für Mädchen und Jungen zwischen acht und zehn Jahren auf die Beine zu stellen, kommt nicht aus dem Nichts, sagt Saskia Nusser. „Wir haben 2020 in der Grundschule Waldhausen mit einer Feuerwehr-AG gestartet“, erzählt die 27-Jährige. 40 Kinder hätten damals Interesse gehabt. „Bevor dann wegen Corona alles zum Erliegen kam.“ Jetzt soll's wieder losgehen, nicht in der Schule, sondern unter dem Dach der Freiwilligen Feuerwehr. Immer in der Hoffnung, dass die Pandemie die Pläne zulässt.

Im Sommer viel mit Wasser

Einen Kurs mit zwölf Plätzen möchte die Feuerwehr in einem ersten Schritt anbieten. „Wir wollen schauen, wie das Angebot angenommen wird“, sagt Christian Dolderer. „Gibt es deutlich mehr Interessenten, könnte auch mehr möglich sein.“ Der stellvertretende Kommandant verweist auf die kürzlich veränderte Feuerwehrsatzung: „Darin haben wir offengelassen, dass wir das Alter auch auf sechs Jahre senken können.“ Man wolle flexibel schauen, wie die Lorcher auf eine Kinderfeuerwehr reagieren. „Natürlich muss auch der Betreuungsschlüssel passen.“ Unter Leitung von Saskia Nusser haben sich sechs Feuerwehrleute gefunden, die sich beim Training abwechseln: Ben Weller, Sandra Seidenspinner, Nicole Wagenblast, Stephanie Lauber, Philipp Blessing und Sandra Jablonsky. „Sandra Jablonsky und Stephanie Lauber haben einen pädagogischen Hintergrund“, erzählt Nusser, die selbst Erzieherin ist. Immer drei Betreuer pro Training seien geplant. Sie sollen die Kinder langsam an das Thema Feuerwehr heranführen. „70 Prozent spielerisch, 30 Prozent Feuerwehr“, sagt Nusser. „Wir planen viele Spiele oder Basteleien, aber auch Experimente, Fahrzeugkunde oder Führungen.“ Im Sommer werde natürlich viel mit Wasser gemacht, ergänzt Dolderer.

Zur Jugendfeuerwehr, die in Lorch für das Alter ab zehn Jahren angeboten wird, gebe es schon Unterschiede: „In der Jugendfeuerwehr geht es gezielter ums Thema Feuerwehr.“ Zudem haben die rund 16 Kinder und Jugendlichen Uniformen.

Quereinsteiger gibt es selten

„Für die Kinderfeuerwehr planen wir aber auch T-Shirts, Mützen und Warnwesten.“ Nicht nur dafür sitze Dolderer momentan über Bestellunterlagen: „Wir brauchen auch Stifte, Scheren, buntes Papier oder ein Schwungtuch“, sagt der 43-Jährige, „so etwas besitzt die Feuerwehr bisher nicht“.

Warum der Aufwand? „Wir brauchen Nachwuchs“, sagen Nusser und Dolderer. Rein rechnerisch müssten jedes Jahr zwei bis drei Männer oder Frauen der aktiven Wehr beitreten, um altersbedingte Ausfälle kommender Jahre aufzufangen, erklärt Dolderer. „Quereinsteiger gibt es selten, besser ist es, wenn die eigene Jugend nachkommt.“ 2020 und 2021 seien gute Jahre gewesen: Man habe zwölf Neuaufnahmen verzeichnet, davon sechs aus der Jugendfeuerwehr. „Das ist aber nicht die Regel.“ Und da die Feuerwehr in Konkurrenz zu Sport- und Musikvereinen stehe, wage man mit der Kinderfeuerwehr den Versuch, die Kleinen so früh wie möglich auf diese Schiene zu bringen.

Mitmachen bei der Kinderfeuerwehr Lorch: E-Mail an kinderfeuerwehr@ffwlorch.de. Infos über die Feuerwehr Lorch: www.ffwlorch.de.

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