Kirchengemeinderat stimmt Änderung von Gruppenstrukturen in drei Lorcher Kitas zu

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Symbolbild

Die Entscheidung fiel in einer Sondersitzung, da die Räte die Änderungen in einer ersten Abstimmung abgelehnt hatten.

Lorch. Mit 12 von 14 Stimmen hat der evangelische Kirchengemeinderat für die Pläne der Stadt gestimmt, die Gruppenstrukturen in den Kitas Mörike, Naturino und EKO zu verändern. Die Entscheidung fiel in einer Sondersitzung, da die Räte die Änderungen in einer ersten Abstimmung abgelehnt hatten. „Wir mussten aber zustimmen, da wir andernfalls für die Personalkosten hätten selbst aufkommen müssen“, erklärt Pfarrer Christof Messerschmidt. Das wolle der Rat betonen: „Dass das eine Zustimmung zu einer Veränderung war, die der Kirchengemeinderat inhaltlich falsch findet, der man aber aus finanziellen Gründen folgen musste.“

Der Lorcher Gemeinderat hatte beschlossen, dass es ab September in den Einrichtungen Naturino, Mörike und EKO keine zeitgemischten Gruppen geben werde. Im Mörike ist die Rede von nur noch zwei statt vier Ganztagesgruppen. Im Naturino fällt der Ganztag weg, hier sind nur noch verlängerte Öffnungszeiten angedacht. Außerdem werden hier künftig auch Zweijährige in die altersgemischte Gruppe aufgenommen.

Der Kirchengemeinderat kritisiert, dass Eltern ihre Kinder nicht mehr flexibel zeitlich auf- oder abstufen können, etwa bei Änderungen im Beruf. Gruppen- oder Kindergartenwechsel werden befürchtet. Außerdem werde das Ganztagsangebot auf ein nicht gerechtfertigtes Minimum reduziert.

Die Kirchengemeinde wirft der Stadt vor, dass hinter der Maßnahme auch der Wunsch steht, Personalkosten zu sparen. „240 Prozent Personal könnten insgesamt wegfallen“, rechnet Pfarrer Messerschmidt vor. Hätte die Gemeinde die Kosten für diese Stellen selbst aufbringen können, hätte sie darauf bestanden, beim alten System zu bleiben.

Bedarf bei Eltern abgefragt

„Nun werden wir hoffentlich bald Gespräche mit den Leitungen, Eltern, der Stadt und dem Kirchengemeinderat führen und die Änderungen für jede Einrichtung durchsprechen.“ Im Naturino müsse auch umgebaut werden. „Für Zweijährige ist ein extra Schlafraum und ein eigener Bereich im Garten notwendig.“ Auch ein Wickelbereich werde nötig. Wer das bezahle, müsse ebenfalls besprochen werden.

Bürgermeisterin Marita Funk sagt, dass nach dieser „deutlichen Verzögerung“ durch die Kirchengemeinde nun die Bedarfsabfrage bei den Eltern der betroffenen Kitas gestartet habe. „Wir fragen ab, welche Betreuung sie ab September benötigen.“ Danach könne der finale Fahrplan mit dem Träger und weiteren Beteiligten abgestimmt werden. „Insgesamt sieht es nach derzeitigem Stand so aus, dass wir mit unserem aktuellen Vorschlag den Bedarf richtig eingeschätzt haben.“ Die strukturellen Voraussetzungen und gegebenenfalls erforderliche Umbaumaßnahmen werde die Stadt mit Sachverständigen vor Ort begutachten und dann über das weitere Vorgehen entscheiden. ⋌cop

Neue Kita-Trägerstruktur beschlossen

  • Schon länger plant die evangelische Kirchengemeinde, den Aufgabenbereich Kindergarten von der Pfarrstelle abzukoppeln. Die Trägerschaft aber an den Kirchenbezirk zu übergeben käme Lorch zu teuer, hatte Pfarrer Christof Messerschmidt gesagt. „Außerdem haben wir die Trägerschaft gerne inne.“ Nun hat der Kirchengemeinderat beschlossen, den Aufgabenbereich einer der Kita-Leitungskräfte zu übergeben. „Wem genau und wie das Ganze ausgestaltet sein wird, wird noch geklärt“, so Messerschmidt. Der Kirchenbezirksausschuss muss den Plänen auch noch zustimmen. Dann könnte die Übergabe der Geschäfte im Laufe des Jahres geschehen. „Spätestens im Sommer.“ Konkret gehe es um rund 20 Wochenstunden Arbeit. ⋌cop

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