Kosten der Stadt am Radweg steigen aufs Zehnfache

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Breiter und mit mehr Abstand zur Straße soll der Radweg zwischen Lorch und Weitmars werden. Foto: Tom
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Zwischen Lorch und Weitmars soll der Radweg erneuert werden. Allerdings muss eine neue Planung her, und die ist teurer.

Lorch. Der geplante Neubau des Radwegs zwischen Lorch und Weitmars wird aufwendiger und teurer. Darüber informiert die Verwaltung den Gemeinderat in seiner Sitzung am Donnerstag. Anschließend soll der Rat entscheiden, ob er die neue Planung samt mutmaßlicher Kosten billigt.

Im Juni 2021 hatte das Gremium entschieden, dass der schmale Weg zwischen Lorch und Weitmars saniert werden soll. Andreas Weiß, Leiter des Geschäftsbereichs Verkehrsinfrastruktur beim Landkreis, hatte damals die Planungen erläutert. Der Kreis ist hier zuständig, da der Weg an einer Kreisstraße liegt.

1,28 Millionen Euro solle es kosten, wenn der Weg auf bis zu 3,25 Meter Breite vergrößert wird, hieß es damals. 90 Prozent könne man gefördert bekommen, die verbleibenden zehn Prozent würden sich Stadt und Kreis teilen. Für weitere 126 000 Euro beauftragten die Rätinnen und Räte anschließend ein Planungsbüro aus Abtsgmünd mit den Vorbereitungen.

Nun sieht alles etwas anders aus. Denn es gebe zu viele Interessenten am Fördertopf des Landes, erklärt die Verwaltung. Eine Auswahl der förderfähigsten Projekte müsse vorgenommen werden, was dazu führe, dass die Kriterien verschärft wurden.

„Der ursprüngliche Plan sah den bereits in der Praxis verbauten Abstand von 0,5 Metern zwischen Straße und Radweg vor“, sagt Bürgermeisterin Funk. Dem Landkreis sei signalisiert worden, dass dies nicht den aktuellen Standards entspreche. Ein breiterer Abstand zwischen Straße und Radweg müsse her.

Statt einem halben Meter soll der Grünstreifen nun 1,75 Meter breit sein. Aufgrund der Topographie bedeute dies, dass Stützmauern an den Böschungen angebracht werden müssten. Zusätzlich müsse die Stadt weitere Grundstücke erwerben, erklärt die Rathauschefin: „Dies führt zu immensen Kostensteigerungen.“

Der Anteil der Stadt an den Baukosten steigt wohl um das Zehnfache: von rund 65 000 Euro im Juni 2021 auf voraussichtlich 642 000 Euro. So zumindest die Rechnung des Abtsgmünder Planers, der aktuell von Gesamtbaukosten von 2,7 Millionen Euro ausgeht. Auch wegen der allgemein gestiegenen Kosten beim Bauen. Der Kreis prüfe derzeit, in welcher Höhe Fördergelder fließen könnten, so die Verwaltung. Eine Zusage über Fördermittel für die neue Planung des Radwegs gibt es noch nicht. Dass Kreis und Stadt sich nun knapp 1,3 Millionen Euro teilen müssten, sei deswegen erst einmal eine Schätzung. „Der Ostalbkreis hat seine Zustimmung bereits signalisiert.“ Zumindest die anfallenden Planungskosten könnten mit einer zusagten Pauschale in Höhe von 235 000 Euro gedeckt werden, informiert die Verwaltung. Falls der Gemeinderat der neuen Planung zustimmt, sollen die Mittel im Haushaltsplan für das Jahr 2023 eingeplant werden.⋌ Cornelia Villani

Wie wichtig ist Radfahren für Lorch?

Durch Lorch führt der Remstal-Radweg, eine der touristischen Touren, mit denen der Ostalbkreis wirbt. Wo Radler im Stadtgebiet ansonsten fahren können, ist auf keiner Übersicht verzeichnet, sagt Bürgermeisterin Marita Funk.

Sieht die Stadt Nachholbedarf in Sachen Radverkehr? Bei Strecken, die durch den Wald führen, wünsche die Stadt sich feineren Schotter, antwortet Marita Funk. Mit Vertretern des Forsts gebe es dazu auch ganz aktuell eine Absprache. Neue Radschutzstreifen würden die Genehmigung durch eine Verkehrsschau benötigen. „Das ist definitiv mittelfristig ein Thema.“

Im Lorcher Stadtentwicklungsplan 2035 sind beispielsweise die Wilhelm- und die Maierhofstraße genannt, auf denen Möglichkeiten für Fahrradfahrer integriert werden sollen. Überhaupt wird eine Untersuchung der Radwege in dem Handlungsleitfaden hochpriorisiert. ⋌cop

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