Krippen zur Not auch für den Frühling

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Manfred Schramm, Vorsitzender des Kloster-Freundeskreises, hofft, dass die Krippenausstellung im Frühjahr 2021 gezeigt werden kann. Aktuell ist das Kloster geschlossen.

Obwohl das Kloster Lorch geschlossen ist, hat der Freundeskreis mithilfe von Pfarrer Franz Pitzal eine Krippenausstellung aufgebaut. Zur Not für die Adventszeit 2021.

Lorch

Seit November ist das Kloster Lorch wegen der Pandemie für Besucher geschlossen. "Wann wieder geöffnet werden darf, weiß keiner", sagt Carola Fischer vom Touristikbüro, "immerhin haben wir ein Altenheim auf dem Gelände". Da müsse man besonders vorsichtig sein.

Der Freundeskreis des Klosters war trotzdem nicht untätig. In dreitägiger Arbeit haben Manfred Schramm, Martina Schweizer, Martin Arnold, Claus Mayer-Fasold und Ursula Walter bereits im November eine Krippenausstellung in der Kirche aufgebaut. Sie stammt aus dem riesigen Fundus des Renninger Pfarrers Franz Pitzal.

"Wir wollten alles fertig haben, falls das Kloster doch noch vor Weihnachten hätte aufmachen dürfen", sagt Vorsitzender Schramm. Das habe nun ja nicht geklappt. Auf jeden Fall würden die gut 60 Krippen bis Maria Lichtmess stehen bleiben, also bis zum 2. Februar. "Womöglich auch noch ein wenig länger", meint Schramm. Er hoffe einfach, dass die Bestimmungen im Frühjahr eine Besichtigung zulassen. Das benötigte Hygienekonzept existiere.

Doch selbst wenn nicht: "Dann behalten wir die Ausstellungsstücke in Lorch und bauen sie für die Adventszeit 2021 wieder auf." So laute die Vereinbarung mit Franz Pitzal.

Hüte und Krippen

Wir haben 60 ausgewählt und sie so platziert, wie sie auch im Deutschen Hutmuseum zu sehen waren.

Manfred Schramm, Freundeskreis

Die Exponate stammen aus der berühmten Krippensammlung des katholischen Pfarrers. Schon mehrmals in den vergangenen Jahren waren Pitzals Exponate im Kloster zu sehen. Der 84-Jährige brachte eine Vielzahl im November selbst nach Lorch. "Wir haben 60 ausgewählt und sie so platziert, wie sie auch im Deutschen Hutmuseum zu sehen waren", erzählt Schramm. Kurioserweise waren die Krippen nämlich zuvor im bayrischen Lindenberg ausgestellt. Hüte und Krippen? "Jeder Krippe wurde dort ein passender Hut zugeordnet, also aus demselben Kulturkreis", erklärt Schramm. Zum Beispiel hing eine schwarz-weiß gemusterte Mütze über den drei bunten Figuren der Krippe aus Usbekistan. Die Gleiche trägt der lachende weißhaarige Mann, der neben dem gebetteten Kind sitzt. In Lorch funktioniert die Ausstellung auch ohne Hüte. Die unterschiedlichen Ausgestaltungen der Krippen sind spannend. Deswegen sind sie auch nach Kontinenten gruppiert und aufgebaut.

"Interessant ist bei der Krippe aus Usbekistan, dass das Geschenk für Jesus nicht Gold, Myrrhe oder Weihrauch ist, sondern Tee", sagt Schramm. Die Maria aus Indonesien wird stillend mit dem Kind an der Brust gezeigt. "Unvorstellbar bei uns." Bei einem Exemplar aus Madagaskar sind die Hirten alles Frauen, teils mit auf den Rücken gebundenen Kindern. Und aus Nigeria stammt die Darstellung eines Jesuskindes, das nicht mehr in der Krippe liegt, sondern als Kleinkind zwischen seinen Eltern steht. Dazu kommen winzige Krippen aus Kolumbien, die gerade so groß sind wie ein Handteller. Die Figuren aus Afrika stechen aus schwarzem Ebenholz hervor. Und selbst die traditionellsten Darstellungen aus Italien, Polen oder Frankreich unterscheiden sich in Ausarbeitung und Material.

Weihnachten trotz Corona

Eine Krippe von den Philippinen hat einen besonderen Platz erhalten. Sie steht hinterm Altar am Fuße eines riesigen Bildes. Darauf erkennt man eine Virus-Darstellung wie unter dem Mikroskop, gemalt in grellen Farben. "Das Bild stammt von Pfarrer Pitzal", sagt Schramm. Denn die Ausstellung trägt den Titel "Weihnachten trotz Corona".

Die unterschiedlichen Krippen sind nach Kontinenten gruppiert und aufgebaut.
Die Exponate stammen aus der berühmten Krippensammlung des katholischen Pfarrers Franz Pitzal.

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