Künftig hat Weitmars Vorfahrt

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Bald Baustelle: Der Fuß- und Radweg zwischen Lorch und Weitmars wird erneuert und erweitert.
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Der neue Radweg zwischen Lorch und Weitmars ist beschlossen. Dafür wird die Vorfahrt an einer Kreuzung geändert. Außerdem geht es um Mehrkosten für den Hochwasserschutz.

Lorch

Der Fuß- und Radweg zwischen Lorch und Weitmars wird erneuert und erweitert. Das hat der Gemeinderat am Donnerstag einstimmig beschlossen. Damit einher gehe eine Verkehrsänderung an der Kreuzung der dortigen Kreisstraßen. Andreas Weiß, Leiter des Geschäftsbereichs Verkehrsinfrastruktur beim Landkreis, erklärte, dass künftig Fahrzeuge zwischen Lorch und Weitmars Vorfahrt hätten: „Der Verkehr aus Walkersbach kommend muss warten.“ Bislang wird dieser Fahrtrichtung Vorfahrt gewährt. Mit der Änderung werde der Verkehrssicherheit des Radverkehrs an dieser Stelle Rechnung getragen, sagte Weiß.

Die Fraktionen stimmten zu. „Die Kreuzung ist immer schon ein Problem gewesen“, sagte Dietmar Hermann (CDU) und erinnerte an einen schlimmen Unfall an der Stelle. Durch die neue Regelung würde der Verkehr verlangsamt. Werner Kolb (Freie Wähler) fragte, ob das aus Richtung Walkersbach auch deutlich sichtbar gemacht werde. Das sagte Weiß zu. Er erklärte weiter, dass der schmale Radweg vom Kellerberg bis Weitmars auf 2,50 bis 3,25 Meter verbreitert werde.

Das Projekt soll bis 2023 verwirklicht sein und koste voraussichtlich 1,28 Millionen Euro. Davon könnten 90 Prozent aus Fördergelder stammen, wenn die Stadt den Antrag bis Ende September einreicht. Diese Chance wolle man nutzen, sagte Bürgermeisterin Marita Funk. Von den verbleibenden 130 000 Euro bezahle der Landkreis die Hälfte. Die Rätinnen und Räte hatten nun die Aufgabe, die Planungsleistungen zu vergeben. Einstimmig wurde das Büro MS Ingenieur aus Abtsgmünd beauftragt, das 126 000 Euro verlangt.

35 Prozent teuer als geplant

„Echt geschluckt“ habe sie, gab die Rathauschefin anschließend zu. Nämlich als sie die Angebote der Firmen gesehen habe, die sich um den Bau des Hochwasserschutzes zwischen Zollplatz und Bahndamm bewerben. Im Oktober 2019 hatte das beauftragte Planungsbüro, ebenfalls MS Ingenieure aus Abtsgmünd, voraussichtliche Kosten in Höhe von 1,19 Millionen Euro berechnet. Das günstigste Angebot lag nun bei 1,61 Millionen Euro.

Ingenieur Matthias Strobel erklärte die 35-prozentige Steigerung mit der durch die Pandemie ausgelöste Materialknappheit. „Der Stahlpreis ist seit Januar um 40 bis 50 Prozent gestiegen.“ Und im Bauwerk entlang des Götzenbachs sei viel Stahl verbaut. Auch die erhöhte Kohlenstoffdioxid-Steuer, die seit diesem Jahr gelte, würden die Firmen an die Kunden weitergeben. „Ich denke nicht, dass es zu einem späteren Zeitpunkt günstiger wird.“ Letztendlich schien diese Einschätzung den Ausschlag gegeben zu haben, nämlich für die einstimmige Vergabe der Arbeiten an die Firma AWUS-Bau, die momentan auch die Remsbrücke in Waldhausen baut. Bis Ende 2021 werden vom Zollplatz bis zum nördlich gelegenen Bahndamm entlang des Götzenbachs Schutzmauern errichtet, die Hochwasser verhindern sollen. Vom Oriaplatz bis zur Gmünder Straße geschah dies bereits 2019. Nach den nun vergebenen Arbeiten soll ein weiterer Ausbau bis zur Ofengasse erfolgen.

Für die beiden ersten Abschnitte, die wohl 2,37 Millionen Euro kosten werden, bekomme die Stadt Fördergelder in Höhe von 1,27 Millionen Euro, so Funk. Nur für den letzten, gut eine Million Euro teuren Abschnitt gebe es keine Unterstützung. „Die Baukosten liegen hier laut Regierungspräsidium über der Kosten-Nutzungsgrenze“, erklärte Funk. Warum die Stadt denn dann auf den Ausbau beharre, fragte Manfred Schramm (SPD). Seiner Meinung nach solle man den Bach außerhalb der Stadt stauen. Das sei günstiger und sogar besser wirksam. Ingenieur Strobel erwiderte, dass diese Möglichkeit geprüft worden sei. Bei drei bis vier Millionen Euro hohen Kosten sei sie aber verworfen worden. Die Rathauschefin bekräftigte, nochmals wegen Fördergelder anfragen zu wollen.

Die Kreuzung ist immer schon ein Problem gewesen.

Dietmar Hermann, CDU-Stadtrat

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