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100 000 Euro müsste die Stadt investieren, um das Gartenschau-"Häkelhaus" wieder aufzustellen. Darüber berät das Gremium an diesem Donnerstag.

Lorch

Momentan lagert das sogenannte "Häkelhaus" gut geschützt in einem Hochregal des Lorcher Bauhofs. Ein gutes Jahr lang verhüllte es das Luginsland-Haus am Kloster und war damit die "weiße Station" Lorchs während der Remstal-Gartenschau. Seit Wochen machen sich Verwaltung und Gemeinderat nun darüber Gedanken, was mit dem von Ehrenamtlichen in viel Zeit und Arbeit geschaffenen Werk geschehen soll. In der Sitzung des Rates am Donnerstag soll eine Entscheidung fallen.

Als Grundlage hat die Verwaltung die Kosten geschätzt, die anfallen, sollte das Haus auf dem Gelände des Obst- und Gartenbauvereins (OGV) Waldhausen aufgestellt werden. Rund 25 500 Euro plus Mehrwertsteuer würde die Arbeitsleistung des Bauhofs kosten. Und 60 000 Euro brutto würde der Zimmerer verlangen, der die Unterkonstruktion für die Hülle schaffen soll. Insgesamt müsste die Stadt also rund 100 000 Euro in die Hand nehmen, um das Haus beim OGV aufzustellen, schätzt die Verwaltung.

Der Standort war bei der letzten Sitzung einhellig als besonders geeignet erklärt worden. Denn das Gelände ist abgeschlossen, also wäre das Haus vor Vandalismus geschützt. Und zudem wäre das Kunstwerk durch die Lage am Hang wieder ähnlich gut sichtbar, wie es das während der Gartenschau vom Kloster aus war.

Das Haus würde etwa 20 Meter oberhalb des umzäunten Eingangs errichtet werden, erzählt OGV-Vorsitzender Sebastian Zinßer. "Der Bauhof müsste ein Fundament bauen, das teilweise in den Hang gegraben wird." Der Verein würde dann den Platz um den Standort pflegen, mögliche Reparaturmaßnahmen an die Stadt melden und kostenpflichtige Besichtigungen anbieten. "Lorcher Bürger könnten außerdem das Haus für Feste mieten."

Frau Funk bemüht sich sehr darum, dass ein besseres Miteinander gelingt.

Sebastian Zinßer, Obst- und Gartenbauvereins Waldhausen

Zinßer hält nicht damit hinter dem Berg, dass der OGV der Stadt zwar gerne entgegenkomme. "Aber mehr als das Genannte wollen die gut 15 aktiven Mitglieder nicht leisten." Denn unter Alt-Bürgermeister Karl Bühler habe der Verein nicht gut mit der Verwaltung zusammenarbeiten können. Das sitze noch immer in den Köpfen. "Frau Funk bemüht sich sehr darum, dass ein besseres Miteinander gelingt", meint Zinßer über Bühlers Nachfolgerin.

Für die Sitzung des Gemeinderats erwartet der CDU-Stadtrat eine rege Diskussion. "Weil die Zahlen nicht realistisch erscheinen." Als Alternative bringt die Verwaltung zwei Vorschläge an: Marita Funk hat beim Haus der Geschichte in Stuttgart angefragt, ob es das Häkelhaus in seine Sammlung aufnehmen möchte. Eine Antwort habe sie darauf noch nicht bekommen, sagt die Rathauschefin. Und schließlich könnten Einzelteile des Kunstwerks auch verkauft und der Erlös gespendet werden.

Der Gemeinderat tagt am Donnerstag um 18 Uhr in der Waldhäuser Remstalhalle. Neben der Verpflichtung von Thorsten Fritz geht es um Elternbeiträge für die Kita, die Verabschiedung des Haushaltsplans und die Namensfindung für den früheren Oria-Platz.

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