Lorch investiert 2,7 Millionen Euro in Becken und Straße

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Wiese und Sträucher werden weichen, wenn die Stadt Lorch das neue Regenüberlaufbecken in der Götzentalstraße bauen wird. Die Planungsaufgabe dafür wurde vom Gemeinderat vergeben.
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In der Lorcher Götzentalstraße soll ein neues Regenüberlaufbecken gebaut werden. Die Stadt rechnet mit höheren Abwassergebühren.

Lorch

Die nächste Herausforderung für die Lorcher Stadtkasse steht an. Denn der Gemeinderat hat die Planung für das Regenüberlaufbecken vergeben, das in der Götzentalstraße neu gebaut werden soll. 2,75 Millionen Euro brutto werde das Projekt kosten, sagte Ingenieur Frank Biekert vom beauftragten Büro aus Mutlangen. Da die Berechnung aus dem Jahr 2017 stamme, müsse aber noch mit einer Kostensteigerung von 20 bis 25 Prozent gerechnet werden.

Ob Förderungen fließen werden, stehe noch nicht fest, so die Verwaltung: Eine Gemeinde müsse einen gewissen Schwellenwert bei den Abwassergebühren erreichen, damit Fördergelder überhaupt möglich sind, erklärte Bürgermeisterin Marita Funk. Sie kündigte an, dass die Bürgerschaft auch schon wegen des neu zu bauenden Faulturms der Kläranlage „wenige Cent“ mehr Abwassergebühr werden bezahlen müssen. Der Faulturm soll spätestens Anfang 2022 im Gemeinderat besprochen und wohl im nächsten Jahr auch gebaut werden. Die Stadt werde danach neu bewerten, ob Fördergelder für das sogenannte RÜB möglich sind.

Das neue RÜB5 wird das bisherige an dieser Stelle ersetzen, welches aus den 1960er-Jahren stammt. Zudem wird der überlastete Kanal in der Hohgartenstraße vergrößert und ebenfalls an dieses Becken angeschlossen. Bisher treffen hier lediglich die Kanäle vom Habichtweg, Starenweg, der Götzentalstraße, Hollenhof, Am Venusberg sowie der Werks- und Realschule Schäfersfeld zusammen. „Ein großes Siedlungsfeld“, betonte Bürgermeisterin Funk, weswegen dem neuen RÜB eine wichtige Rolle zukomme. Die Stadt sei übrigens zu dem Bau verpflichtet, um nicht gegen den seit 2011 geltenden Kanalisationsplan zu verstoßen.

Ingenieur Biekert erklärte, dass sein Büro fünf Baumöglichkeiten durchgedacht habe. Die beste sei, das Becken unterhalb des städtischen Grundstücks zwischen Götzentalstraße und Kappel zu bauen. Es werde 300 Kubikmeter Ab- und Regenwasser fassen können. Können damit Auswirkungen von Starkregen verhindert werden, fragte Thomas Vetter (CDU). Nicht in erster Linie, sagte Biekert, denn es gehe bei diesem Bauwerk nicht um Hochwasserschutz, sondern um den Schutz des Gewässers vor Schmutzwasser. Und zwar, weil durch die neue Dimension des Beckens künftig deutlich seltener vorkommen soll, dass die Kanäle bei Starkregen in den Götzenbach entlastet werden müssen. Außerdem baue man ein Filter für Grobstoffe ein, der aktuell fehlt. Biekert antwortete Mario Capezzuto (SPD) allerdings, dass wohl verhindert werden könne, dass beispielsweise an der Kreuzung In den Stumpengärten der Kanal bei Starkregen überfließt.

Im Zuge des Neubaus wird zudem die Wasserleitung in der Hohgartenstraße und in den Weingärten samt Hausanschlüssen erneuert. Außerdem gibt es eine Neuerung beim Straßenverlauf: Die Straße In den Weingärten wird künftig direkt über die Götzentalstraße anzufahren sein. Auf Nachfrage von Werner Kolb (Freie Wähler) sagte Biekert zu, dass der dortige Fußweg erhalten bleibe.

Die Verwaltung rechnet damit, eine Entwurfsplanung von Biekert bis Ende 2021 zu bekommen. Ein möglicher Baubeginn sei dann im Frühjahr 2023 möglich, die Dauer werde mit eineinhalb Jahren veranschlagt. Die Planung sehe vor, dass die Götzentalstraße während der Arbeiten befahrbar bleibe, so Biekert.

"Es geht um den Schutz des Gewässers vor Schmutzwasser.“

Frank Biekert,, Ingenieur

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