Jahresrückblick: Januar 2021

Lorcher Ärztin hilft in Kroatien

+
Ärztin Dr. Magdalena Hefele-Golubic, Beyza Erol und Sibel Demir (von links) sammeln Spenden, um die Erdbebenopfer in Kroatien zu unterstützen.
  • schließen

Die Lorcher Ärztin Magdalena Hefele-Golubic fährt mit zwei Helferinnen nach Kroatien, um Erdbebenopfern zu helfen.

Lorch. Als am 29. Dezember 2020 im kroatischen Petrinja die Erde bebte, erfuhr Magdalena Hefele-Golubic davon von ihrer Schwester. „Sie war gerade zu Besuch bei meinen Eltern“, sagte die Lorcher Ärztin, „sie erzählte, dass alles gewackelt hat.“ Dabei leben ihre Eltern im kleinen Ort Stefanje, rund 80 Kilometer von Petrinja entfernt.
Das Beben in der Stadt, die 60 Kilometer südöstlich von Kroatiens Hauptstadt Zagreb liegt, habe eine Stärke zwischen 6,2 und 6,4 gehabt, so die Angaben verschiedener seismologischer Zentren. Tote, Verletzte und zahlreiche eingestürzte Gebäude waren die Folge. Hefele-Golubic bekam immer wieder Fotos oder Videos von Verwandten und Bekannten geschickt. „Das Krankenhaus in Petrinja ist eingestürzt“, erzählte sie. Das einzige Gesundheitszentrum dort sei völlig überlaufen gewesen. „Dort müssen sie sich auch um Kranke kümmern, die ja auch keine Anlaufstelle mehr haben.“ Die Medizinerin berichtete von zwei Krankenschwestern und einem Arzt, die nach ihrer normalen Arbeit jeden Abend noch die Zelte der Menschen besuchten, die alles beim Beben verloren hatten. „Hilfe ist dringend nötig.“ Deswegen fuhr Hefele-Golubic zusammen mit ihren Arzthelferinnen Beyza Erol und Sibel Demir vom 22. bis 27. Januar selbst nach Kroatien.
„Wir wollen medizinische Hilfe vor Ort leisten“, sagte sie beim Gespräch mit der Tagespost am 14. Januar. Die Frauen reisten nicht mit leeren Händen. In einem Zimmer der Praxis in der Lorcher Maierhofstraße stapelten sich Kartons mit Spritzen, Verbandsmaterial, Einweghandschuhen und Arzneien. „Ich habe überall um Spenden gebeten.“ Und das mit großem Erfolg. Arztpraxen, Apotheken und Kliniken gaben Medikamente und medizinische Geräte ab. „Es ist fantastisch, dass so viele Menschen kurzfristig helfen wollen“, betonte sie. Vor Ort wird Hefele-Golubic zugutekommen, dass sie fließend kroatisch spricht. „Ich glaube, in solchen Notsituationen kann Zuhören schon viel helfen.“ Dass Erol und Demir die Sprache nicht können, findet ihre Chefin nicht schlimm. „Auch Körpersprache ist Sprache“.

Zurück zur Übersicht: Stadt Lorch

WEITERE ARTIKEL

Kommentare