Lorcher Bürger nutzen ihre Chance zur Beteiligung

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Bürgerforum Lorch
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Sehr lebendig diskutierten gut 80 Menschen am Donnerstag im Rahmen der Bürgerbeteiligung.

Lorch. Wie soll sich Lorch in den kommenden Jahren entwickeln? Dazu trugen rund 80 Bürgerinnen und Bürger am Donnerstag in der Stadthalle sehr viele Ideen und Meinungen vor. Die Stadt hatte zur Bürgerbeteiligung am Stadtentwicklungsplan nur für die Kernstadt eingeladen.

Nach der Begrüßung durch Bürgermeisterin Marita Funk – die dann ging, um „eventuelle Hemmnisse zu verhindern“ – erklärten vier Stadtplanerinnen und -planer vom Büro Zoll das Vorgehen. Jeder solle auf einen Stadtplan an der Wand markieren, wo es schön, aber auch ungut in Lorch ist. Dafür hatte jeder je eine Stimme. „Bitte schreiben Sie auch auf, was die Kernstadt für Sie ausmacht“, bat Tom-Philipp Zoll, „und auch, was Lorch in Zukunft bieten muss“. Zwei Gruppen wurden eingeteilt. Schnell ließ sich auf den Stadtplänen erkennen, dass viele den Oriaplatz als unguten Platz auswählten. Gleiches galt für die Kreuzung beim Kellerberg, aber auch für das Einkaufsareal in der Maierhofstraße.

Deutliche Kritik hagelte

Passend dazu hagelte in der anschließenden Diskussion deutliche Kritik: „Verlegen wir die Innenstadt doch in die Maierhofstraße“, lautete eine Meinung. Denn die eigentliche Innenstadt sei „tot und leer“. Gerade Ältere hätten keine Möglichkeit zum Einkaufen. Mehr Veranstaltungen auf dem Oriaplatz forderten andere, aber auch mehr Gehwege, Zebrastreifen und Fußwege, die Sanierung vieler Radwege und das Überdenken von mancher Vorfahrtsregelung. Oft zu hören war: „Wo bleibt der seit 2014 beschlossene Kreisverkehr beim Kellerberg?“

Mitglieder der Boulegruppe zeigten einen Plan, wie am Bahnhof zwei Boulebahnen geschaffen werden könnten. Ein langfristiges Gesamtkonzept für die Kita-Bedarfsplanung fehle, sagten andere und forderten auch mehr Räume für Ganztagsbetreuung in den Kindergärten sowie ein Schwimmbad. Lieber Hochbau statt Flächenbau wurde vorgeschlagen, ebenso wie ein Kulturhaus für alle Vereine oder Fitnessgeräte auf öffentlichen Plätzen. „Der Gemeinderat spart uns seit Jahren zu Tode“, meinte ein Teilnehmer.

Überhaupt kam die Arbeit des gewählten Gremiums schlecht weg. „Wie schaffen wir es, dass der Rat im Sinne der Bürger entscheidet?“, resümierte eine Teilnehmerin. Andere mahnten fehlende Möglichkeiten für bürgerschaftliches Engagement. Planer Ruprecht Neulinger bekräftigte, dass solche Kritik hier richtig sei: „Dafür braucht es den Stadtentwicklungsplan.“

Jüngere Altersgruppe fehlte

Die Gruppen diskutierten über zwei Stunden lang. Jeder Vorschlag wurde auf große Tafeln geschrieben. Nicht ganz gelungen schien, dass beide Gruppen im gleichen Raum saßen. „Ich verstehe nichts“, murrten manche. Die Planer gaben sich Mühe, die Vorschläge zu wiederholen und jeden ins Boot zu holen. Schade fanden es manche auch, dass mehrheitlich Menschen ab 55 Jahre aufwärts anwesend waren. „Die Altersgruppe zwischen 25 und 45 fehlt, das ist eine verpasste Chance“, sagte einer. Darauf angesprochen sagte Planer Zoll, dass man die Leute nicht herzwingen könne: „Die Veranstaltung wurde über viele Kanäle bekannt gemacht.“ Da auch noch ein Jugendforum geplant sei und die Ideen von Gemeinderat und vom eigenen Büro einfließen, meinte er: „Das Gemisch an Meinungen ist da.“ Möglich wäre auch, ein Online-Angebot zu machen. Das sei momentan aber noch nicht angedacht.

Alle Meinungen werden nun aufgearbeitet und dem Gemeinderat vorgestellt, sagte Zoll. Die nächste Veranstaltung steht am Donnerstag, 28. Oktober, um 18 Uhr in der Remstalhalle an. Dann geht es um Waldhausen und Weitmars. Cornelia Villani

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