Lorcher Innenstadt soll wiederbelebt werden

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Innenstadt Lorch
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Seit Oktober ist Hannes Mutscheller Innenstadtberater für sieben Gemeinden in Ostwürttemberg, darunter Lorch. Wer ist der 40-Jährige und was ist für die Klosterstadt geplant?

Lorch.

Wie kann die Lorcher Innenstadt attraktiver werden? Diese Frage steht in der Klosterstadt schon länger im Raum. Hannes Mutscheller findet nun womöglich die Antwort. Der 40-Jährige ist vom Regionalverband Ostwürttemberg seit Oktober als Innenstadtberater angestellt. "Ich betreue neben Lorch die Städte und Gemeinden Ellwangen, Bopfingen, Heidenheim, Giengen, Gerstetten und Herbrechtingen", erzählt Mutscheller, der mit Lebensgefährtin und Kind in Abtsgmünd lebt. Seine bis Ende 2022 befristete Stelle wird vom Landeswirtschaftsministerium gefördert. Im Februar beschloss der Lorcher Gemeinderat, sich an dem Projekt zu beteiligen.

Hannes Mutscheller ist gelernter Bürokaufmann und war zuvor kaufmännischer Leiter bei einer Metallbau-Firma in Aalen. Was qualifiziert ihn als Innenstadtberater? "In meinen bisherigen Berufsstationen habe ich die eine oder andere Firma mitaufgebaut, Strukturen entwickelt und versucht, was zu beleben." Außerdem sei er zwei Jahre lang Niederlassungsleiter eines Reifenhandels gewesen und habe diesen mitsaniert. "Da hat man eine sehr große Verantwortung und versucht, Dinge voranzubringen." Auch bei den Innenstädten gehe es darum, neue Wege zu gehen. "Deswegen hat mich der Job interessiert." Zudem stamme er aus der Region und sei sehr gut vernetzt. "Ich kenne viele Unternehmen und Einzelhändler." Nicht zuletzt lägen ihm die Innenstädte am Herzen. "Aus meiner Familie gibt es Menschen in der Kommunalpolitik, da habe ich viel mitbekommen." Eine funktionierende Innenstadt mit Aufenthaltsqualität sei wichtig, sowohl für die Bewohner, aber auch für die Mitarbeiter von ansässigen Unternehmen.

"Innenstadt-Check" vor Ort

Zusammen mit Projektassistentin Andrea Naber, Expertin im Online-Marketing, sammle Mutscheller aktuell Informationen über Lorch. Als Quelle nennt er drei Säulen: "Die Gemeinde, die Händler und die Bürger." Er wolle nichts von außen überstülpen, was nicht zu Lorch passe. Deswegen habe er bereits mit Bürgermeisterin Marita Funk gesprochen, aber auch mit dem Gewerbe- und Handelsverein sowie einzelnen Händlern. "Wir wurden sehr wohlwollend aufgenommen." In der Woche vor Weihnachten war er zum "Innenstadt-Check" vor Ort: "Wie ist der Status Quo, wie sind die Gebäude, die Gegebenheiten, die Baustellen, die Leerstände", zählt er auf. Das Programm ziele konkret auf den Einzelhandel in der Innenstadt Lorchs, Teilorte würden nicht berücksichtigt.

„Extreme Hilfsbereitschaft“

Wie kommen die Bürger zu Wort? "Wir bekommen Informationen aus dem Stadtentwicklungsplan 2035." Gemeint ist der städtische Zukunftsprozess, dessen Bürgerbeteiligung Anfang Dezember zu Ende gegangen war. Außerdem habe er eine Firma beauftragt, die Umfragen in der Innenstadt durchführen wird.

Auf dieser Grundlage erstelle Mutscheller dann ein Konzept, mit dem er möglichst im Frühjahr in Workshops gehen will. Mit dabei sein sollen Vertreter der Stadt, des Gewerbe- und Handelsvereins, der Einzelhändler und der Bürgerschaft. "Alle erarbeiten zusammen Ideen, die dann in Akteurskreise umgewandelt werden, damit das eine Nachhaltigkeit hat für die Lorcher Innenstadt." Akteurskreise bedeute im Prinzip Arbeitsgruppen: "Wir legen fest, wer sich um was kümmert, damit nichts im Sand verläuft." Mutscheller sieht in Lorch Potenzial und Entwicklungschancen. "Wir wollen eine positive Stimmung in der Stadt erreichen." Er wünsche sich, dass die Bürger erkennen: "Das ist unser Lorch." Die Hauptaufgabe sei eine Wiederbelebung der Innenstadt nach Corona. Der 40-Jährige lobt die "extreme Hilfsbereitschaft" von Bürgermeisterin Funk: "Davon profitieren wir."

Lorch hat "sehr großen Bedarf"

Funk erzählt vom ersten Gespräch mit Mutscheller: "Er hat viele gute Fragen gestellt und sich spürbar in das Thema reingearbeitet." Zwar gebe es unter den sieben Gemeinden keine Priorisierung, doch sie habe sowohl dem Regionalverband als auch dem Landrat deutlich gemacht, dass Lorch "sehr großen Bedarf" hat. Sie verwies bei dem Thema darauf, dass 2022 neue Tafeln im Stadtgebiet aufgestellt werden, die sich eignen würden, um darauf Werbung zu machen.

Runden Tisch vorgeschlagen

Barbara Hammel-Martincic hat ebenfalls mit Mutscheller gesprochen. "Ich habe vorgeschlagen, mehr Blumenschmuck und Spielgeräte zu installieren", erzählt die Reisebüro-Inhaberin. Außerdem habe Mutscheller erfahren, welche Aktionen die Lorcher Einzelhändler schon auf die Beine gestellt haben. Hammel-Martincic betont, dass es keinen zentralen Sprecher für alle Lorcher Einzelhändler gebe. Die Werbegemeinschaft, der sie früher vorstand, existiere so nicht mehr. Deswegen schlägt sie vor, alle Einzelhändler mit Stadt und Innenstadtberater an einen runden Tisch zu holen. "Bei Abstand in einer Halle, und vor allem abends, wir sind tagsüber ja alle Einzelkämpfer im Geschäft." Langfristig wünsche sie sich, dass im Rathaus jemand für den Einzelhandel zuständig ist: "Als feste Schnittstelle, denn miteinander zu reden ist das Allerwichtigste."

"Wir wollen eine positive Stimmung in der Stadt erreichen."

Hannes Mutscheller,, Innenstadtberater
Innenstadtberater Hannes Mutscheller

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