Lorcher Jugendliche nennen Wünsche für die Zukunft

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Zeit für die jungen Lorcher: Am Mittwoch konnten sich Jugendliche mit ihren Ideen in den Stadtentwicklungsplan einbringen.
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30 Schülerinnen und Schüler beteiligen sich am Stadtentwicklungsplan. Stadt kündigt Gründung eines Jugendbeirats an.

Lorch

Am Mittwoch fand der vierte und letzte Baustein der Bürgerbeteiligung zum Lorcher Stadtentwicklungsplan 2035 statt. 30 Schülerinnen und Schüler der Klassen 8 bis 10 von Realschule und Gymnasium auf dem Schäfersfeld erarbeiteten mit den Stadtplanern Tom-Philipp Zoll, Verena Vollath und Laura Lombardo, was ihnen für die Zukunft der Stadt wichtig ist. Nach zweieinhalb Stunden stellte die Gruppe ihre Ergebnisse Bürgermeisterin Marita Funk vor.

Dabei machte allein ein Blick ins Klassenzimmer deutlich, dass die Jugendlichen diese Chance zur Mitsprache genutzt haben. Stadtpläne waren mit bunten Punkten beklebt, Vorschläge und Meinungen standen auf zahlreichen Zetteln und Plakaten. „Wie bei den Bürgerforen konnten die Jugendlichen markieren, was ihnen in der Stadt gefällt und was nicht“, sagte Organisator Zoll.

Rot beklebt und damit als ungenügend eingestuft stach etwa der Lorcher Bahnhof heraus. „Dort ist es nicht schön und sehr langweilig“, erklärten die Schüler dazu. Als gutes Vorbild nannten sie den Gmünder Bahnhof mit Sportplatz und Bewegungsparcours: „Könnte man bei uns nicht auch einen Aufenthaltsbereich schaffen?“ Am liebsten mit frei zugänglichem Internet.

Dass dafür Parkplätze wegfallen würden, wäre zu verkraften. Was viele Erwachsene bekanntlich anders sehen: „Es gibt Themen, wo die Auffassungen unterschiedlich sind“, bestätigt Zoll. So seien die Meinungen zum allgemein oft kritisierten Oriaplatz und dem Remsgarten eher positiv ausgefallen. „Wir würden uns nur auf dem Platz wieder mehr Bäume wünschen“, ergänzte ein Junge.

Gut weg kamen in Waldhausen der Badesee, der Remsmittelpunkt und das Ensemble aus Kunstrasenplatz, Basketballfeld und Pumptrack. Solche Plätze für Sport und Bewegung wünschen sich die Jugendlichen noch viel mehr: „Könnte man nicht auch ein Volleyballfeld bauen, einen Skaterpark oder einen Parcours?“ In der Stadt, aber auch oben am Schulzentrum, wo sich viele Jungen und Mädchen gerne aufhalten würden.

Am Schäfersfeld gefalle den meisten der ruhige Standort weg vom Straßenlärm. Kritisiert wurden „schlechtes Essen in der Mensa, stinkende Toiletten“ und das Fehlen eines Automaten für Kaffee oder Suppe. Freies WLAN in der Mittagspause sei ein großer Wunsch. Ganz oben auf der Wunschliste stand aber ganz klar: mehr Raum im Stadtgebiet für Kinder und Jugendliche. „Uns fehlt, dass man sich nicht irgendwo mit Freunden treffen und Spaß haben kann.“

Zu wenige Gehwege und Busse

Die Liste ging weiter: Zu wenige Gehwege und Radwege gebe es, beispielsweise von Weitmars in die Kernstadt. Busse würden selten oder verspätet fahren. Windräder oder andere Maßnahmen für Naturschutz würden in Lorch fehlen. „Keine Klamottenläden, keine Eisdiele in Waldhausen, gar keine Einkaufsmöglichkeiten in Weitmars“, kritisierten sie. Auch, dass die Gastronomie in erster Linie Fastfood anbiete, sei schlecht. Und in Waldhausen oder auf dem Kellerberg gebe es nur langsames Internet.

Bürgermeisterin Funk wies daraufhin, dass die Stadt den Breitbandausbau im kommenden Jahr angehe. Sie fragte die Gruppe, ob sie sich über die Aktivitäten der Stadt im Amtsblatt oder über die sozialen Medien schlau machen. Das schien eher weniger der Fall zu sein, also nannte Funk ihre Kanäle auf Facebook und Instagram und lud dazu ein, ihr auf diesen Wegen Fragen zu stellen.

„Wir wollen im nächsten Jahr einen Jugendbeirat einberufen“, kündigte sie an. Da würden viele mitmachen, zeigte sich Planer Zoll überzeugt. „Es war beeindruckend, welche Ideen die Jugendlichen entwickelt haben.“

In der ganzen Stadt fehlen Treffpunkte für Jugendliche.“

Schülerinnen und Schüler
  • So geht's weiter beim Step 2035
  • Die Bürgerbeteiligung ist nach dem Jugend-Termin abgeschlossen. Planer Tom-Philipp Zoll und sein Team bereiten jetzt alle Vorschläge auf. Diese Zusammenfassung werde im Frühjahr während einer öffentlichen Gemeinderatssitzung vorgestellt. Anschließend folgt eine weitere Klausursitzung des Rats. Im Juni soll der fertige Stadtentwicklungsplan der Öffentlichkeit präsentiert werden. cop
Zeit für die jungen Lorcher: Am Mittwoch konnten sich Jugendliche mit ihren Ideen in den Stadtentwicklungsplan einbringen.

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