Lorcher Ortsgruppe mit Gummistiefeln und guter Laune im Einsatz

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Sie lassen sich vom nächtlichen Schneefall und unwirtlichen Temperaturen nicht abhalten. Alle Generationen der SAV-Ortsgruppe packen bei der Reinigungsaktion in der Schelmenklinge kräftig mit an.ÌÌFoto: Anja Jantschik
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Rund 20 Ehrenamtliche machten Frühjahrsputz an der Schelmenklinge. Damit bereiten sie den Bach für die Installation der zauberhaften Wasserkraftkunstwerke vor.

Lorch

Große weiße Säcke säumen den Weg durch die Schelmenklinge im Wald bei Lorch. Noch harrten sie ihrer Verwendung. Aber nicht mehr lange. Denn oben gestartet, arbeiteten sich rund 20 Freiwillige aus allen Generationen der Ortsgruppe des Schwäbischen Albvereins sowie Freunde langsam aber gründlich den Weg entlang des Baches hinunter. Ihre Aufgabe ist es an diesem Morgen, das Gewässer und den Weg von natürlichem „Unrat“ wie Geäst, Laub und anderen winterlichen Hinterlassenschaften des Forstes zu befreien. Schließlich dauert es nicht mehrlang, bis der Frühling richtig Fuß fasst. Und so dann den Startschuss setzt für die Installationen der rund 25 Wasserspiele, die im Gewässer platziert werden. „Da muss alles, was das Fließen des Wassers behindert, weg sein“, beschreibt Michael Schack. Der Familiengruppenleiter des SAV freut sich, dass so viele helfende Hände an der Schelmenklinge mit anpacken.

  Denn immer im Frühjahr machen sich Ehrenamtliche des Schwäbischen Albvereins Ortsgruppe Lorch seit 1995 auf, um den Bachlauf in der Schelmenklinge von Geäst und alten Blättern zu befreien. Ein großer Einsatz der Mitglieder der Ortsgruppe des Schwäbischen Albvereins, aber auch ihrer Bekannten und Freunde, bei dem an einem Tag nicht selten zwei Kubik Geäst und Co aus der Klinge „rausgeholt“ werden.

Aufwendig von Hand gesammelt und vorher zusammengerecht, landet auch diesmal wieder viel Laub in den besagten weißen Säcken. Wahrlich eine Knochenarbeit, zumal mancher Helfer auch mit Gummistiefeln im Wasser steht. Und das bei gerade Mal zwei Grad Celsius. „Die Laubsauger haben wir vom Bauhof geliehen bekommen“, freut sich Schack über das gute Miteinander mit Bürgermeisterin Marita Funk.

Wenn diese Arbeit erledigt ist, beziehen kleine Schönheiten den Bachlauf. Dabei handelt es sich um Gebäudemodelle unterschiedlichster Art, die liebevoll geschaffen wurden und dank der Wasserkraft individuell unterhalten: Hier klappert ein Mühlrad, dort stoßen zwei Steinböcke mit den Köpfen gegeneinander. Weiter unten schiebt die Wasserkraft weiße Bälle bergan, dass diese, oben angekommen, wieder nach unten kullern können. Und ein Glockenspiel klingt durch den Wald, dessen Töne die Wasserkraft anschlägt.

Bislang wurden die Wasserspiele jeweils meist in den Privatwohnungen oder Kellern wieder flott gemacht für die nächste Saison. Oder in einer Miniwerkstatt in Strauben. „Da passten gerade Mal zwei Leute rein“, erklärt Schack.  Doch jetzt, Ende März, konnte eine Werkstatt bei den Lorcher Segelfliegern in der Maierhofstraße bezogen werden. Dort bietet eine Werkbank Fläche fürs Sanieren der Wasserspiele. Zudem müssen diese gründlich gereinigt und vom Wasserkalk befreit werden.

 Die Spaziergänger genießen deren Anblick seit Jahrzehnten. Mit viel Kleinarbeit, handwerklichem Geschick und um liebevolle Details bereichert, werden die Modelle von den Ehrenamtlichen wieder instand gesetzt. Kaputt gegangene Teile werden ersetzt, es gibt frische Farbe für die Häuschen, Mühlen und Co.  Denn nur, wenn alle Wasserspiele voll einsatzfähig sind, sich drehen, klingen und klopfen, sind die Installationen perfekt. Und der Weg in der Schelmenklinge wird neben dem Naturerlebnis zum echten Hingucker.

Übrigens, die jeweiligen Mühlräder werden an kleinen Aufstauungen des Götzenbachs installiert. So ist für den nassen Nachschub immer gesorgt.

Wanderlust und festes Schuhwerk ist das einzige, was es für den Besuch an der Schelmenklinge bedarf. Da kommen nicht nur Technikliebhaber ins Schwärmen. 

Es muss nicht extra erwähnt werden, dass die Mitglieder des SAV regelmäßige Kontrollgänge in der Schelmenklinge unternehmen, um eventuelle Schäden zu reparieren.

Appell an die Besucher

Ein Appell geht allerdings an die Adresse der Besucher. „Bitte nicht direkt zur Schelmenklinge fahren, sondern die Wanderparkplätze in Bruck, beim Schäfersfeld oder beim Trimm-dich-Pfad benutzen“, sagt Michael Schack. Denn direkt bei der Schelmenklinge ist der Wald- und Forstweg viel zu schmal. Da gebe es keine Parkplätze.

Alles, was das Wasser behindert, muss weg.“

Michael Schack,, Leiter der SAV-Gruppe
Vorstandssprecher des SAV in Lorch, Michael Schack (li.) freut sich über die Tatkraft des Helferteams an der Schelmenklinge.

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