Lorcher Post-Agentur bleibt doch - aber mit neuem Konzept

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Postagentur Lorch v.l.Christa Hirsch,Sonja Friedrich,Anja Morbach,Carmen Bauer
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Anja Morbach wollte nach 17 Jahren ihr Angebot in der Poststraße beenden. Dann haben sie die Lorcher eines Besseren belehrt.

Lorch

Am Dienstag noch war für Anja Morbach klar: Sie gibt die Post-Agentur beim Lorcher Bahnhof spätestens zum 30. September auf. Das warihr Kündigungstermin, „sollte sich vorher jemand finden, höre ich früher auf“, hatte sie gesagt. Und: Leicht falle ihr der Schritt nicht. Ganz im Gegenteil. Denn Anja Morbach macht nun doch weiter mit der Lorcher Post-Agentur. An diesem Mittwoch nämlich sei sie von so vielen Menschen darauf angesprochen worden - eine hat ihr sogar einen Blumenstrauß geschenkt -, dass sie nicht anders konnte, als das Ganze nochmal zu überdenken. Und eine Lösung zu finden.

Seit 17 Jahren betreibt Anja Morbach die Agentur, beschäftigt drei Angestellte, zwei davon halbtags, eine als geringfügig Beschäftigte, „das ist wie Familie“. Sie alle seien mit etwa Mitte 50 „für die Rente zu jung“, sagt Morbach. Ihr Grund für die Kündigung des Vertrags mit der Post zum 30. September war, dass ab 1. Oktober ein gesetzlicher Mindestlohn von 12 Euro zu bezahlen ist. Und dieses Mehr an Lohnkosten werde sie nicht verkraften, war sich Morbach sicher. „Das wird ganz vielen kleinen Läden das Genick brechen“, ist sie überzeugt, auch wenn sie sich zugleich ausdrücklich für den höheren Mindestlohn ausspricht.

Nachdem sie die Kündigung für die Geschäftsräume am Mittwoch ebenso habe zurückziehen können wie die Aufgabe der Post-Agentur, sucht Morbach nun eine andere Lösung für ihr Problem. „Ich möchte ein anderes Sortiment bieten“, mit dem sich mehr verdienen lasse, sagt die Geschäftsfrau. Bisher bietet sie zusätzlich zum Post-Service Deko-Artikel für kleines Geld und in geringem Umfang - Briefumschläge und Kartonagen - Schreibwaren. Bei letzterem sei die Gewinnspanne größer, da möchte sie das Geschäft ausbauen. Und sie will die Kundinnen und Kunden einbeziehen und fragt: „Was fehlt in Lorch?“

Weil die Postagentur wichtig ist für Lorch, hatte sich Bürgermeisterin Marita Funk eingeklinkt und nach einem Gespräch mit Anja Morbach Kontakt zur Gebietsleitung der Post aufgenommen. Eine Überlegung sei gewesen, Morbach seitens der Verwaltung mit kostengünstigeren Räumen  zu unterstützten, sagt Funk. Am Wochenende nun  habe sich ein Interessent aufgetan, „der großes Interesse an der Weiterführung hat“.

Das ist nun hinfällig. Anja Morbach gibt ihrem neuen Konzept für die Post-Agentur auf jeden Fall zwei weitere Jahre, sagt sie, denn: „Ich denke, das bin ich den Lorchern schuldig.“

In Alfdorf dagegen beendet die Betreiberin nach 18 Jahren ihr Angebot. Jetzt ist ein Nachfolger gesucht.

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