Lorchs Zukunft auf 110 Seiten

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Das Lorcher Gremium verabschiedet den Stadtentwicklungsplan 2035.
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Schlusspunkt eines Großprojekts: Das Lorcher Gremium verabschiedet den Stadtentwicklungsplan 2035. Was dahinter steckt und enthalten ist.

Lorch. Einstimmig hat der Lorcher Gemeinderat den Stadtentwicklungsplan 2035 verabschiedet. Damit ist ein 16-monatiger Prozess beendet, der im Herbst mit drei Bürgerbeteiligungsforen seinen Höhepunkt hatte.

Von diesen Foren schwärmte Tom-Philipp Zoll: „Das war die größte Bürgerbeteiligung, die unser Büro bisher erlebt hat“, sagte der Stadtplaner, dessen Team mit der Ausarbeitung des Plans beauftragt war. Über 300 Menschen hatten sich eingebracht, hob auch Bürgermeisterin Marita Funk hervor. Viel Arbeit habe zudem der Gemeinderat, die Stadtverwaltung und das Büro Zoll hineingesteckt, dafür dankte sie allen. „Nun haben wir einen roten Leitfaden für die geordnete Entwicklung unserer Stadt in den nächsten zehn bis 20 Jahren.“

110 Seiten dick ist die Ausfertigung des Plans. Die Hälfte davon enthält konkrete Vorschläge, wie sich Lorch weiterentwickeln kann. Dabei betonte Planer Zoll, dass dies kein verbindlicher Rechtsplan sei. „Das ist vielmehr ein Selbstbindungsplan.“ Also eine Auflistung von Zielen, an der die Stadt jährlich abgleichen kann: „Sind wir auf dem richtigen Weg?“ Mit hinein spiele, ob genug Geld vorhanden ist. „Oder ob sich am politischen Wille etwas ändert.“

Momentan ist dieser Wille da: Alle drei Fraktionen plädierten dafür, die Projekte auch wirklich anzugehen. „Manchmal haben wir so viele Pläne, und am Jahresende ist dann nur ein geringer Teil beraten worden“, mahnte Gemeinderat Manfred Schramm (SPD), „so darf es nicht laufen“. Dr. Dietmar Hermann (CDU) sprach von „einem freudenreichen Tag für die Stadt“. Markus Block (Freie Wähler) lobte den Plan, erinnerte aber auch an den Sanierungsstau in Lorch: „Das Geld ist knapp.“ Eine Priorisierung der Projekte, also eine Einteilung, was zuerst und was später verwirklicht werden soll, sei wichtig. Diese findet sich bereits im Stadtentwicklungsplan, nämlich als Auflistung hinter jedem Handlungsfeld.

Fünf Handlungsfelder

Fünf solcher Felder samt 22 Zielen wurden ausgearbeitet, ebenso Vorschläge für Maßnahmen inklusive Verweise auf Bürgerideen.

Städtebau: Das Binz-Areal und das Pfäffle-Areal sollen als wertvolle Gebiete mittelfristig umgenutzt werden, führte Planerin Verena Vollath aus.. Die Innenstadt soll als gemeinsames Zentrum für die Teilorte und Wohngebiete gestärkt werden. „Zum Beispiel mit mobilen Gestaltungsideen.“ Die Beziehung zwischen Kloster und Innenstadt gehöre aufgewertet. Mehr Marketing müsse her. Lorchs Teilorte, Wohngebiete aber auch das Schulzentrum sollen gestärkt werden, etwa durch mehr Spielplätze, Jugendtreffs und Nahversorgung. Ziel sechs fordert einen „roten Faden für Lorchs Innenentwicklung“ mit Baulückenkataster und neugestalteten Bahnhöfen.

Infrastruktur: Hier lauten die drei Ziele Sicherheit auf Lorchs Straßen, Verknüpfungen in und um Lorch stärken und Stärkung Mobilität. Maßnahmen sind ein Verkehrskonzept, neue Wegeverbindungen und Radwege, aber auch eine bessere Taktung von Bus- und Schulzeiten.

Grün- und Freiraum: Die Rems als blaues Band solle mehr Platz im Stadtleben haben. Etwa durch mehr begehbares Ufer oder Naturführungen. Was – neben anderen Vorschlägen – auch der Naherholung diene. Mehr Bäume und Blumenwiesen, aber auch eine Analyse des städtischen Energieverbrauchs sind weitere Ideen.

Gemeinwesen und Soziales: Lebendige Quartiere seien Pflicht, ebenso gemeinschaftliches Wohnen. Jugendliche sollen mehr teilhaben und Angebote erhalten, die Digitalisierung ausgebaut und der Bürgerschaft mehr Möglichkeit gegeben werden, sich in Gestaltung und Belebung der öffentlichen Räume einzubringen.

Freizeit und Aktivitäten: Mehr Sport- und Freizeitflächen sind geplant, etwa am Schulzentrum. Vereine und Engagement gehören mehr gefördert. Ein eigenes Ziel wird für den Oria-Platz formuliert: Der große Platz müsse mit Leben gefüllt werden, vielleicht durch saisonale Veranstaltungen.

Der gesamte Plan Plan steht ab kommender Woche auf der Internetseite der Stadt Lorch unter www.stadt-lorch.de

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