Mehr Zeit für Gemeindearbeit und Seelsorge

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Evangelische Gemeinde Lorch möchte Kitas von der Pfarrstelle abkoppeln.

Lorch. Der Kirchenbezirk Schwäbisch Gmünd hat kürzlich eine neue Kita-Trägerstruktur beschlossen. Danach können einzelne Gemeinden die Verwaltung ihrer Kindergärten künftig an den Bezirk übertragen. Und dadurch viel Zeit einsparen, in der sich die Pfarrerinnen und Pfarrer wieder mehr der Seelsorge und der Gemeindearbeit widmen können.

Das wünscht sich auch Christof Messerschmidt. Doch Lorch gehört nicht zu den fünf Gemeinden, die sich der Änderung bislang angeschlossen haben. Warum? „Weil wir es uns nicht leisten können“, erklärt der Pfarrer. Die Kirchengemeinde müsste 50 000 Euro im Jahr bezahlen, um Teil des Verantwortungsbereichs zu sein, für dessen Geschäftsführung aktuell jemand gesucht wird. „Das berechnet sich ziemlich kompliziert, unter anderem nach der Anzahl der Kitas.“ Vier unterliegen dem evangelischen Träger, drei in der Innenstadt sowie die Einrichtung in Weitmars.

Keine Last, sondern Chance

„Der Kirchengemeinderat hat bereits im Mai beschlossen, dass wir die Trägerschaft nicht abgeben“, erzählt Messerschmidt. Das finde er auch gut: „Unseren Rätinnen und Räten liegen die Kitas wirklich am Herzen.“ Man sehe die Trägerschaft nicht als Last, sondern als Chance. „Um mit den Familien und Kindern in Kontakt zu sein.“ Doch Fakt sei auch, dass die bis zu 20 Wochenstunden, die Messerschmidt aktuell auf die Kita-Arbeit verwendet, die Pfarrstelle belasten. „Dabei geht es nicht um mich persönlich.“ Grundsätzlich seien aber Pfarrstellen, an denen ein Kita-Bereich hängt, unattraktiver wenn es irgendwann wieder um die Neubesetzung gehen sollte. „Und natürlich könnte ich die Zeit dafür nutzen, mehr religionspädagogische Angebote zu machen, für die Kinder, Mitarbeiter oder Eltern.“ Oder neue Konzepte in einem anderen Bereich seiner Arbeit entwickeln.

Der Kirchengemeinderat sehe das auch so: „Wir sind uns einig, dass etwas getan werden muss.“ In der Sitzung Anfang Februar wollen die Räte über Alternativen zur Bezirksträgerschaft beraten. „Eine Idee wäre, eine der vier Kita-Leitungen zur Gesamtleitung zu machen.“ Oder die Gemeinde stellt eine externe Person ein, die die Aufgaben übernimmt. Bei diesen handle es sich übrigens um Besprechungen sowohl mit der Kommune als auch mit den Leitungen, Kooperationspartnern und den übergeordneten Trägern, aber auch um Personal- und Elterngespräche zu allen möglichen Themen, um Neueinstellungen und um die konzeptionelle Weiterentwicklung des Angebots.

30 000 Euro pro Jahr stemmen

Wie der Rat entscheiden wird, kann Messerschmidt nicht vorhersagen: „Über die genauen Details beider Alternativen muss noch gesprochen werden.“ Dass auch dafür Geld in die Hand genommen werden muss, sei allen klar. „Wir können 30 000 Euro im Jahr stemmen“, sagt der Pfarrer. 11 000 Euro bekomme die Gemeinde jährlich als Zuschuss von der Landeskirche, 1000 Euro pro Kita-Gruppe.

„Das Geld fließt bisher in Verschiedenes mit ein, aber es ist eigentlich genau für diese Überlegungen gedacht.“ Dann müsste die Gemeinde noch 19 000 Euro aus der eigenen Kasse zahlen. „Immer noch besser als 50  000 Euro.“ ⋌Cornelia Villani

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