Mit Apps den Unterricht bereichern

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Schulleiter Michael Mahler zeigt die neuen Schülertablets, die nach den Faschingsferien im Unterricht am Gymnasium Friedrich II. zum Einsatz kommen sollen.
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Im Lorcher Gymnasium Friedrich II. können die Klassen nach den Ferien digital arbeiten. Dann stehen Tablets, Apple TV und flächendeckendes Internet bereit.

Lorch

Michael Mahler hebt eine schwarze, große Kiste auf den Tisch und öffnet sie. Darin befinden sich leere Schubfächer. „Hier haben 16 Tablets Platz“, sagt er und zeigt auf die Tische neben ihm. Dort liegen ganze Stapel der handlichen Computer. „Momentan kümmert sich unser Kollege Marc Buttkereit mit den Schülern der Technik AG darum, dass die Geräte zum Einsatz kommen können.“ Lächelnd steht der Rektor des Lorcher Gymnasiums Friedrich II. im Keller des Gebäudes auf dem Schäfersfeld. „Wir sind sehr zufrieden damit, wie wir jetzt digital aufgestellt sind.“

Rund 240 000 Euro habe die Stadt allein für das Gymnasium ausgegeben, sagt Bürgermeisterin Marita Funk. So viel habe die Verwaltung im Zuge des Digitalpakts angemeldet, über den die Kommunen Geld für den digitalen Ausbau ihrer Schulen erhalten. Für alle vier Schulen seien rund 500 000 Euro geflossen.

Von WLAN bis zum Tablet

Beim Gymnasium ging es nicht nur um neue Tablets: „In den Sommerferien wurde bei uns WLAN im ganzen Gebäude verlegt“, erzählt Michael Mahler. Jeder der 30 Unterrichtsräume verfüge nun über teils mehrere Netzwerkkabel. „Diese überall zu verlegen, war gar nicht einfach.“ Über die Kabel und mit Hilfe von sogenannten Access Points kann nun aufs Internet zugegriffen werden. Dass das Schulzentrum Schäfersfeld im vergangenen Jahr mit Glasfaser versorgt wurde, vervollständige den Zugewinn. „Jetzt verfügen wir über eine Datengeschwindigkeit, mit der wir arbeiten können“, sagt Mahler.

Acht schwarze Ladekisten werden nach den Ferien im Haupt- und im Nebengebäude verteilt. Dann können die darin enthaltenen 128 Schüler-Tablets im Unterricht benutzt werden. „Auch jeder Lehrer und jede Lehrerin hat ein eigenes Tablet erhalten“, ergänzt Mahler. In den Klassenräumen befinden sich außerdem ein Computer und eine Dokumentenkamera. „Wir warten nun noch auf neue Beamer und Soundbars“, sagt der Rektor.

Mit Hilfe von sogenannten Apple TVs haben die 48 Lehrkräfte die Möglichkeit, die Oberfläche ihres Tablets an die Klassenzimmerwand zu projizieren. „Ich könnte mir gut vorstellen, mit der Technik beispielsweise komplizierte Funktionen anschaulich zu erklären“, sagt Mahler, der Mathematik- und Physiklehrer ist. Statt selbst ein Koordinatensystem zeichnen zu müssen, könne so schnell eine Visualisierung gezeigt werden. Der Rektor sieht auch Nutzen in Apps, die zum Übersetzen dienen können. Oder zur Erfassung von Messdaten im naturwissenschaftlichen Bereich. „Die Schüler könnten aber auch Podcasts selbst erstellen, oder Videos.“ Die Möglichkeiten seien unbegrenzt. „Das heißt aber nicht, dass wir nun alles digital machen.“ Jetzt gelte es, Erfahrungen zu sammeln und dann zu schauen, was sich bewährt.

Übrigens würden sich nicht nur die Lehrkräfte weiterbilden, um mit der digitalen Technik hantieren zu können. „Am Landesmedienzentrum werden gerade 16 Jungen und Mädchen ab Klasse acht zu Schülermedienmentoren ausgebildet.“ Die Lehrkräfte würden intern geschult.

Michael Mahler wurde mitten in der Corona-Pandemie zum Rektor des Lorcher Gymnasiums ernannt, im August 2020. „Durch die Pandemie gibt es auf jeden Fall Lernrückstände“, bilanziert er. Für Gymnasien wäre ein Wechsel von acht zu neun Jahre bis zum Abitur eine Möglichkeit, um diese Rückstände aufzufangen. „Das muss vom Land aber gewollt sein.“

Mit dieser Datengeschwindigkeit können wir arbeiten.

Michael Mahler,, Rektor

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