Mit Herzblut und Dankbarkeit für seine Heimat Lorch

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Mario Capezzuto
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Am Dienstag wird Mario Capezzuto 70 Jahre alt. Der Lorcher wirkt seit Jahrzehnten in zahlreichen Ämtern.

Lorch. Schwungvoll räumt Mario Capezzuto Tablet und Unterlagen auf dem Tisch zusammen: „Ich habe noch meine Nachrichten gelesen“, erklärt er. Immerhin organisiert der Lorcher gerade das 50-Jahr-Jubiläum der Freundschaft zwischen Lorch und Oria. Für sein Amt im Kreistag sei auch etwas dabei gewesen, und sicher auch für seinen Posten als Lorcher Stadtrat. Ruhiger wird er es aber an diesem Dienstag angehen. Dann wird Mario Capezzuto 70 Jahre alt.

„Meine Kinder, meine Enkel und meine Ex-Frau werden vorbeikommen“, verrät er und lächelt verschmitzt, „mit Kuchen, haben sie versprochen“. Wie wichtig dem Lorcher seine Familie ist, ist nicht zu übersehen. Im hellen Wohnzimmer seines Hauses auf dem Haldenberg hängen viele Fotos seiner beiden Töchter und der vier Enkel, zwei Mädchen und zwei Jungen. Und im Garten wächst ein Mispelbaum, den Capezzuto zur Geburt seiner ersten Enkeltochter gepflanzt hat.

Auf der Einladung zur Feier mit Freunden und Familie am Wochenende sind auch Fotos zu sehen, unter anderem von seinen Eltern, Giovanni und Lucia. „Ihnen verdanke ich so viel“, sagt Mario Capezzuto und erzählt, dass seine Eltern ihn im Alter von 18 Monaten adoptierten. Das war noch in Italien, in der Nähe von Neapel, wo Capezzuto 1952 geboren worden war. Im Alter von neun Jahren kam er nach Lorch, hier hatte sein Vater Arbeit gefunden.

Seitdem ist viel passiert. Seit 1989 vertritt Capezzuto die SPD im Gemeinderat, als mittlerweile Dienstältester. Seit 1999 sitzt er im Kreistag. Neun Jahre gehörte er dem Landtag an, fünf Jahre dem Regionalverband Ostwürttemberg. Nicht zu vergessen seine Ämter als Vorsitzender des Lorcher Sozialverbands, des Altersgenossenvereins in Gmünd oder im Beirat der Gmünder Justizvollzugsanstalt. Was treibt ihn an? Er räuspert sich und sagt mit belegter Stimme: „Ich möchte diesem Land und diesen Menschen zurückgeben, was ich bekommen habe.“

Nie sei er als Gastarbeiterkind behandelt worden, immer habe er gefühlt, dass er dazugehört. „Lorch ist meine Heimat, mein Zuhause.“ Gleichzeitig brennt er dafür, Deutschland und sein Geburtsland Italien zusammenzubringen. Seine gelebten Verknüpfungen mit Oria, aber auch mit dem Kreis Ravenna, Partner der Ostalb, haben ihm 2002 den italienischen Verdienstorden beschert. 2015 erhielt er das Bundesverdienstkreuz.

Solange es seine Gesundheit zulasse, möchte der Jubilar weitermachen. Und es geht ihm gut: „Bis auf ein paar Überbleibsel vom Handball.“ Als Bub hat er beim TSV Lorch angefangen, auch mit Leichtathletik und Turnen. Später war der Sportlehrer Trainer, zuerst in Lorch, dann in Winterbach, Altenstadt und Alfdorf. Fünf Jahre lang bis 2017 saß er im Vorstand beim 1. FC Normannia Schwäbisch Gmünd. Bis heute leitet er den Stadtverband der Lorcher Sportvereine. Für selbstverständlich nimmt er nichts: „Ich danke Gott jeden Abend dafür, dass es mir so gut geht.“ Cornelia Villani

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