Musik und Kunst vom Berg bis an den Fluss

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Veranstaltung Gelungene zweite „Kulturpromenade an der Rems“ in Weitmars und Waldhausen.
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Gelungene zweite „Kulturpromenade an der Rems“ in Weitmars und Waldhausen.

Lorch. Leichtfüßig springt Kristina Simonenko hoch und umklammert mit ihren Beinen die schwarze Stange. Dann wirft sie schwungvoll die langen Haare nach hinten, packt die Stange weiter oben und streckt die Beine zum Spagat. Dabei lächelt die junge Frau entspannt. „Meine Güte, muss die aber Kraft haben“, raunt eine Zuschauerin ihrem Nachbarn zu. Beide klatschen laut Applaus, ebenso wie das ganze Publikum, das sich am Samstagabend im Halbrund am Remsmittelpunkt versammelt hat. Die anmutige Pole-Dance-Darbietung war die sechste von sieben Stationen der Kulturpromenade an der Rems, die in Weitmars und Waldhausen stattfand.

Veranstalter waren die beiden evangelischen Kirchengemeinden Lorch und Weitmars sowie Waldhausen zusammen mit Reinald Schwarz und Klaus-Dieter Mayer von der Konzertreihe „Musik in Lorch“. 2019 hatte es die erste Kulturpromenade zur Remstal-Gartenschau gegeben.

Wobei nur die Brenz-Band beim letzten Programmpunkt auf einer Bühne auftrat. Die anderen Künstlerinnen und Künstler zeigten ihr Können auf Straßen, Plätzen oder in Kirchen. Frühnachmittags machten die Crazy Horns an der Christuskirche in Weitmars den Anfang. Die Marching Band um Klaus-Dieter Mayer brachte mit ihrer fröhlichen Musik gut 25 Zuschauer zum Mitwippen. Später begleiteten Uli Krug am Sousafon, Hartmut Ott am Schlagzeug, Eberhard Budziat an der Posaune und Mayer am Banjo Pole-Dancerin Simonenko am Remsmittelpunkt. In Weitmars folgte ihnen Ricarda Hornych nach, die auf einer Langhals-Laute namens Theorbe spielte. Danach ging es ins Tal. Am Waldhäuser Bahnhof zeigten die vier Trommler der „The Sunshine Band“ aus Gambia, was Rhythmus bedeutet. Die Zuschauerzahl steigerte sich merklich.

Bei Station Nummer vier in der Galerie in der Vorstadtstraße hörten rund 60 Menschen Emilie Jaulmes. Die Harfenistin der Stuttgarter Philharmoniker bezauberte mit wunderbaren Klängen. Sie war spontan eingesprungen: Das Fagott-Quartett der Musikschule Fellbach musste wegen einer Corona-Infektion absagen. „Damit muss man als Veranstalter leider immer rechnen“, sagte Reinald Schwarz. Er sei froh, dass überhaupt wieder Konzerte möglich sind. „Musik gibt es ja prinzipiell überall, aber sie live zu hören, toppt alles.“

Wunderschön klang Konstanze Fladts Stimme live in der Martin-Luther-Kirche. Die Sopranistin sang zu Fabian Wöhrles Orgelspiel, während Christine Lang-Genthner dazu tanzte. Ein Zufall, dass auch danach am Remsmittelpunkt getanzt wurde? „Tanzen war jetzt nicht das große Thema“, sagte Waldhausens Pfarrer Lukas Golder. „Wir wollten einfach besondere Darbietungen zeigen“, ergänzte Schwarz, der zusammen mit Mayer für die Auswahl verantwortlich war. Und so war auch der letzte Auftritt nichts Alltägliches. Die Brenz-Band, deren zwölf Musikerinnen und Musiker auf Dudelsack, Handharmonika und Schlagzeug spielten, war schon mit dem Bundespräsidenten auf Tour. Davon erzählten die Mitglieder der inklusiven Gruppe ausführlich. Und spielten traditionelle Lieder aus China oder Jordanien. Auch im Garten des Waldhäuser Gemeindehauses, saßen gut 40 Menschen beieinander. „Das Format funktioniert“, befand Lorchs Pfarrer Christof Messerschmidt. Neben dem Kultur- und Gemeinschaftserlebnis stehe dahinter auch der Gedanke, die beiden Kirchengemeinden beiden zusammenzuführen.

Pole-Dance: Kristina Simonenko und Band Crazy Horns.
Harfinistin Emilie Jaulmes bei der Kulturpromenade.
Die Brenz Band bei der Kulturpromenade.

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