Neue Flüchtlingsunterkunft in Lorch beschlossen

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Die Stadt baut ein neues Flüchtlingsheim in den Steintobelweg.
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Die Stadt baut ein neues Flüchtlingsheim in den Steintobelweg. Auch ein Waldspielplatz ist denkbar.

Lorch. Der Gemeinderat hat am Donnerstag ein lang im Raum stehendes Projekt auf den Weg gebracht. Beschlossen wurde, dass am Standort der jetzigen Gebäude eine neue Obdachlosen- und Flüchtlingsunterkunft gebaut wird. Verwaltung und Rat können sich dort außerdem einen Waldspielplatz vorstellen.

Im Steintobelweg südlich der Bundesstraße stehen drei marode Gebäude, von denen zwei von Obdachlosen und geflüchteten Menschen bewohnt sind. Dass die Stadt damit seit Jahren ihre Unterbringungsquoten nicht erfüllt, gab Bürgermeisterin Marita Funk in der Sitzung offen zu. Der Plan lautet, auf der Wiese zwischen Bundesstraße und Bestand einen Neubau zu errichten, in dem 35 Menschen leben könnten. 32 solle Lorch zur Verfügung stellen können. Die Quote umfasse aber nicht die geflüchteten Menschen aus der Ukraine, von denen 65 in privaten Wohnungen im ganzen Stadtgebiet leben.

Keine Ghettoisierung

Nachdem die Standortfrage gebilligt wurde – erinnert wurde auch daran, dass 2019 noch ein Neubau in der Göppinger Straße Konsens fand – ging es grob darum, wie der Neubau realisiert werden könne. „Wir denken an kleinere Wohneinheiten für vier bis fünf Bewohner“, erklärte die Rathauschefin. Außerdem solle es Räume für Fahrräder, Müllaufbewahrung, Lagerung und auch ein Büro geben.

Als Funk davon sprach, dass sie sich auf dem rund 7800 Quadratmeter großen städtischen Grundstück auch einen Waldspielplatz vorstellen könne, reagierte Manfred Schramm (SPD): „Dann können wir dem zustimmen.“ Die SPD hatte auf Freizeit- und Sportmöglichkeiten gedrängt. Keine Ghettoisierung auf dem Gelände am Waldesrand, bekräftigte Heidi Kutschera (SPD). Die Bürgermeisterin erwiderte, dass  gegenüber ein Wohnhaus sei, ebenso ein Wohngebiet direkt nach der B29-Brücke. „Von Ghettoisierung kann keine Rede sein“, meinte auch Dr. Dietmar Hermann (CDU).

Thomas Vetter (CDU) bat darum, bei der Ausschreibung ein Energiekonzept mit Kostenschätzung für die nächsten 15 Jahre zu fordern. Funk erläuterte, dass drei Architekten angefragt würden, eine Vorplanung zu machen. Also eine grobe Planung und Kostenschätzung. Frieder Wahl und Jochen Hermann aus Waldhausen hätten bereits Vorschläge abgegeben. Außerdem frage man den Schorndorfer Torsten Eickholt an. Die Stadt hat Kosten in Höhe von 1,85 Millionen Euro über die mittelfristige Finanzplanung an das Projekt gebunden. Gebaut werden sollte ursprünglich erst 2024 und 2025, Verwaltung und Rat wollen das vorziehen.

Fotostudio schließt

Einstimmig gab der Rat einer Nutzungsänderung statt. In der Stuttgarter Straße 2 wird das jetzige Fotostudio in eine Bäckereifiliale umgewandelt, samt Verkaufstheke und Café. Dem Vernehmen nach will sich eine nahe gelegene Bäckerei dort vergrößern.

Fotostudio-Besitzer Gerhard Dieterle erzählte auf Nachfrage dieser Zeitung, dass seine Frau und er das Studio Ende Juli aufgeben. „Aus Altersgründen“, sagte der 74-Jährige. Seine Frau Kerstin werde ihre Hochzeits- und Kindergartenfotografie aber weiter betreiben. „Und die Möglichkeit, Passbilder in der Innenstadt machen zu lassen, gibt es ab August beim Optiker Klöpfer“, beschrieb Dieterle die Vereinbarung. Dieterles waren mit ihrem Laden 29 Jahre in Lorch ansässig, acht Jahre davon in der Stuttgarter Straße. Cornelia Villani

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