Neues Bauland im Lorcher Teilort Kirneck beschlossen

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Dieser 2,26 Hektar große Acker neben Lorchs Teilort Unterkirneck soll Bauland werden. Der Gemeinderat hat die Aufstellung des Bebauungsplans beschlossen.
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In der Sitzung am Donnerstag entschied das Lorcher Gremium über ein neues Baugebiet, eine Brückensanierung und Bauanfragen.

Lorch. In Unterkirneck wird ein neues Baugebiet entstehen. Das hat der Gemeinderat am Donnerstag in der Stadthalle entschieden. Osterwiesen II bezeichnt eine Ackerfläche nordöstlich des Teilorts, die zwischen der Wohnbebauung und der Kreuzung Kaiserstraße und B297 liegt. „Kein Tag vergeht, an dem im Rathaus nicht nach Bauplätzen gefragt wird“, verriet Bürgermeisterin Marita Funk.

Für die rund 2,26 Hektar Grund werden nun Untersuchungen samt Beteiligung folgen, bis am Ende der Bebauungsplan steht. Und zwar im beschleunigten Verfahren, was laut Baugesetzbuch für eine, an Wohnbebauung angrenzenden Fläche unter zehn Hektar Größe möglich ist. Der Grund muss zudem im Flächenplan für Wohnbebauung vorgesehen sein. „Dieses Verfahren haben wir auch schon beim Baugebiet Grabenäcker angewendet.“ Dabei könne auf frühzeitige Beteiligung, auf eine Umweltprüfung, einen Umweltbericht und eine Umweltüberwachung sowie eine Eingriffs- und Ausgleichbilanzierung verzichtet werden.

Ausgleich für Vögel

Was sich liest, als wöllten Auflagen umgangen werden, bedeute lediglich, „dass eine Anhörungsrunde entfällt“, versicherte Funk. Das Land wolle mit dem seit 2017 gültigen Rechtsparagrafen erreichen, dass schneller Wohnraum geschaffen wird. „Die Öffentlichkeit sowie die Träger haben die Möglichkeit zur Stellungnahme, aber nicht zweimal, sondern einmal.“ Auch werde dem Naturschutz Genüge getan. „Dort stehen keine Bäume oder ähnliches, es muss aber wohl ein Ausgleich bezüglich Vögel geleistet werden“, sagte die Rathauschefin.

Anschließend berichtete Stadtbaumeister Achim Waibel vom Neubau der Brücke im Beutental. Bereits 2018 hatte der Gemeinderat beschlossen, dass das Bauwerk erneuert werden müsse. Zuvor stand noch die Brücke über den Walkersbach auf dem Plan, die mittlerweile fertig ist.

Mit der Brücke über den Götzenbach wurde dieser Tage angefangen, Waibel zeigte ein Foto von einer riesigen Röhre im Flussbett. „Nichts anderes ist die Brücke im Beutental auch, ein Rohr, über das eine Straße gelegt wird.“

Tiny House in Waldhausen

Nun habe ein Mutlanger Ingenieurbüro die Planung für die Ausschreibung fertig gestellt, welche im November erfolgen könne. Kalkuliert seien Kosten in Höhe von knapp 400 000 Euro. 184 000 Euro seien bereits als Förderung vom Land zugesagt. Bau und Fertigstellung sei im Jahr 2022 geplant.

Der Rat genehmigte ein sogenanntes Tiny-House in der Breitachstraße in Waldhausen. Dabei handelt es sich um ein explizit klein gehaltenes Gebäude in Containerbauweise. Die Maße der Grundfläche beläuft sich auf lediglich 8,55 auf 2,84 Meter, die Höhe beträgt 5,70 Meter. „Diese neue Bauform ist im Trend“, erklärte Bürgermeisterin Funk. Im Sinne der Innenverdichtung empfahl sie dem Rat, das Vorhaben mit einer Ausnahmegenehmigung zu erlauben. Das Haus stehe laut Bebauungsplan im nicht bebaubaren Bereich. Dem stimmte der Rat geschlossen zu, ebenso wie dem nächsten Antrag auf eine Holzscheuer im Bereich der Waldhäuser Mühle.

Auffällig war am Verlauf der Sitzung übrigens, dass niemand die Bürgerfragestunde nutzte. Normalerweise machen die Lorcherinnen und Lorcher davon gerne Gebrauch. Passend dazu hatten auch die Gemeinderäte unterm Tagesordnungspunkt Verschiedenes wenig zu berichten. Lediglich Manfred Schramm (SPD) forderte die Verwaltung auf, bis zur Sitzung des Ausschusses für Soziales, Kultur und Sport im November Informationen über alle Kindergärten in der Stadt vorzulegen. „Nämlich darüber, wie die Personalsituation aktuell ist.“ Das sagte die Rathauschefin zu.

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