Neustart an vielen markanten Ecken

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Der „Poetische Spaziergang“ durch Lorch mit Darbietungen von „Dein Theater“ Stuttgart - auf dem Bild „Gartenzwerg“ Ellen Schubert mit einem Einblick in des Deutschen Hassliebe zu eben diesen Figuren, lockte zahlreiche Besuch

Mit einem „Poetischen Spaziergang“ begeistern Schauspieler von „Dein Theater“ aus Stuttgart das Publikum an verschiedenen bedeutsamen Stellen in Lorch.

  • Der nächste poetische Spaziergang in Lorch
  • Der Runde Kultur Tisch Lorch und „Dein Theater Stuttgart“ laden bereits an diesem Samstag, 14. August, zu einem weiteren poetischen Spaziergang ein. Los geht's um 19 Uhr im Schulhof der Stauferschule. Schauspieler von „Dein Theater“ begleiten die rund eineinhalbstündige Tour mit Liedern, Szenen, Gedichten und Geschichten. Vom Treffpunkt an der Stauferschule führt ein Moderator das Publikum von Station zu Station. Der Eintritt ist frei. Wer möchte, darf sich eine Sitzgelegenheit mitbringen.

Lorch

Drehorgelspielerin Katja Ritter empfing die zahlreichen Besucher des „Poetischen Spaziergangs“ durch Lorch mit „Dein Theater Stuttgart“ im Schulhof der Stauferschule und verbreitete sofort gute Laune. Moderator Hannes Eimert freute sich, endlich dank des „Runden Kultur Tisches Lorch“ (RKT) wieder spielen zu können. Auch Ulrich Rund vom „Runden Kultur Tisch“ war froh, beim „Neustart Kultur“ ein attraktives Programm mit dem „Wortkino“, mit dem der RKT seit 20 Jahren verbunden ist, verwirklichen zu können.

Die Zuschauer zogen mit den Schauspielern an verschiedene Spielorte in der Stadt, an denen diese überraschende, humorvolle, nachdenkliche und satirische Beiträge jeweils unter einem bestimmten Motto darstellten.

Musikalisch nicht zu überbieten waren der Gesang und der Einsatz unzähliger Instrumente. Stimmig waren die Requisiten und Kostüme, beeindruckend und herzerfrischend abwechslungsreich die verschiedenen Stilmittel der Darstellung unter der Regie von Andreas Frey.

Frauenpower pur

Am Spielplatz der Schule gab's Frauenpower pur: Gesine Keller, Martina Schott und Ella Werner unterhielten unter dem Motto „Schön ist es, auf der Welt zu sein“ und gaben weitere Lieder und Jodler dazu zum Besten. Der Text „Sozusagen grundlos vergnügt“ von Mascha Kalènko betonte das Lebensgefühl, nicht alles mit dem Kopf zu verstehen und die Erkenntnis der Achtsamkeit, des Glück des Augenblickes und des Wunders Natur.

Die dritte Station am Remsufer faszinierte mit Norbert Eilts als Jäger, der die Besucher mit dem Signal der Treibjagd auf dem Jagdhorn begrüßte und mit einer brillanten Rezitation keinen Aspekt der Jagd ausließ, gespickt mit Informationen und satirischen Seitenhieben auf die Gesellschaft.

An der Götzenbachtreppe am Oriaplatz erntete Ellen Schubert als Gartenzwerg tosenden Applaus. Das Gedicht „Zwergenwelten“ von Hans Rasch, eingeleitet durch Flötenspiel, das die Besucher zum Platz lenkte, zeigte satirisch die kleinbürgerliche Hassliebe des Deutschen zum Gartenzwerg. Dessen Sicht auf die Menschen wurde als kleines, feines Schauspiel präsentiert, das mit dem Belafonte-Hit „Wo meine Sonne scheint“ endete.

Aus einem Fachwerkhaus in der Hauptstraße sprach Eduard Mörike alias Stefan Oesterle aus dem Fenster zum Publikum: Er berichtete auf Schwäbisch insbesondere aus seiner Zeit in Lorch, in der er dichterisch und handwerklich kreativ war und Tonschalen mit seinen Zitaten schmückte, etwa: „Wenn die Amseln wieder singen und zum Neste fliegt der Storch, trinkt man den Kaffee zu sechsen, dort im Klosterwald zu Lorch.“

Am Bäderbrunnen begeisterte wieder das Damentrio mit einem Volkslieder-Reigen als „Kettenlied“: Das letzte Wort ergab den nächsten Anfang. Ein leises Mitsingen und Mitsummen entstieg den Zuschauerreihen.

Noch nie wurden Bürger an der Rathaustür mit Jagdhornklängen empfangen. Jäger Eilts machte es möglich und überzeugte mit dem Textbeitrag „Den Marsch blasen“. Er erinnerte an den Lorcher Oberförster Karl Schiller, Sohn des Dichters Friedrich Schiller, der Jahre seiner Kindheit in Lorch verbracht hat. Erlebnisse aus der Schillerzeit mit Bezug zur Jagd, humorvoll mit Satire gemixt, malten die gute alte Zeit als nicht so gut.

Im Hof des früheren Römerkastells hinterm Rathaus erlebten die Zuschauer Ellen Schubert und Stefan Oesterle als Wanderer, Pilger, Wanderführer und Touristen „auf Achse“ mit dem Tenor: So 50 Meter von Zuhause fort ist nicht zuhause- ein Feuerwerk an Rezitationen, Geschichten und Gesang. Ellen Schubert als „Christel von der Post“ aus dem „Vogelhändler“ von Carl Zeller entpuppte sich als Operettenkönigin.

„Theo, wir fahr'n nach Lorch“

Der Abend neigte sich im stimmungsvollen Kirchhof zu Ende. Dort rezitierte Dijana Antunovic den besinnlichen Text „Vergessen“ von Hans Rasch. Ins Lied „Abendstille überall“ stimmte das Publikum ein. Mit dem Nachtwächterlied verabschiedete sich das stimmgewaltige Frauenquartett vom Publikum. Der Rückblick auf die wechselvolle Geschichte Lorchs wurde unter anderem mit dem umgedichteten Lied „Theo, wir fahr'n nach Lorch“ unterstrichen. Und das hatten viele Besucher für diesen Abend in die Tat umgesetzt.

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