Passt zu (fast) jeder Mahlzeit

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Bei der Landfrauenvorsitzenden Doris Kurz aus Spraitbach kommen nur Salatkartoffeln als Grundlage auf den Herd. Und nur neutrales Sonnenblumenöl in die Schüssel.

Goldgelb muss er sein, schön feucht und gut gewürzt. Der schwäbische Kartoffelsalat ist ein kleiner "Alleskönner".

Schwäbisch Gmünd/Lorch

Landauf, landab, der schwäbische Kartoffelsalat kann fast schon als Kulturgut gezählt werden. Er ist ein beliebter Partner für nahezu alle Mahlzeiten, darf auf keinem Salatbüffet fehlen und findet – trotz seiner Einfachheit – gerne seinen Platz auf den Tischen an Heiligabend oder zu Silvester. Doch was macht einen guten "echt schwäbischen Kartoffelsalat" aus?

Bei den Landfrauenvorsitzenden Gabi Müller aus Großdeinbach, Theresa Grieb aus Lorch und Doris Kurz aus Spraitbach, kommen nur Salatkartoffeln als Grundlage auf den Herd. Am besten Kartoffeln die auf sandigem Boden gewachsen sind, verrät Doris Kurz. Ein Erkennungsmerkmal zwischen Speise – und Salatkartoffel, sei in der Form zu finden, Salatkartoffeln sind in länglicher Form erhältlich, Speisekartoffeln präsentieren sich runder. Nächster Tipp: Frühkartoffeln sind ziemlich wässrig, besser hier etwas gelagerte Knollen nehmen. Gekocht werden die Erdäpfel natürlich in der Schale, danach schreckt Gabi Müller die Kartoffeln ab, "so lassen sie sich leichter schälen", Theresa Grieb wartet hingegen mit dem Schälen bis die Kartoffeln etwas abgekühlt sind. Gleichmäßige "Rädle" erzielt Grieb, indem sie die Kartoffeln durch die "Harfe", auf Deutsch einen Pellkartoffelschneider, drückt, Müller setzt auf Handarbeit, um kleinere Scheiben zu erzielen. Bei Doris Kurz kommt ein spezieller Kartoffelhobel zum Einsatz.

Ab in die Brühe

Die Kartoffelscheiben oder -stücke werden in ordentlich Brühe gegeben. Grieb setzt auf deftige Fleischbrühe, Müller verwendet wie Kurz lieber Gemüsebrühe, nicht erwähnenswert ist, dass beides ohne Zusatzstoffe und Geschmacksverstärker verwendet wird. Wichtig ist den Köchinnen, "schön schmotzig und glänzend" muss er sein. Abgeschmeckt wird mit Salz, Pfeffer, Muskat und natürlich Essig, wobei Grieb noch einen Hauch Senf zugibt. Doris Kurz verwendet als persönliche Würzvariante Obstessig. Das Öl wird von allen Expertinnen erst kurz vor dem Anrichten zugegeben, dann besteht die Möglichkeit, die goldgelbe Leckerei nochmals abzuschmecken.

Schön schmotzig und glänzend muss er sein.

Kartoffel-Salat-Expertinnen

Nächster Tipp von Doris Kurz: in ihren Kartoffelsalat kommt nur ein neutrales Sonnenblumenöl, "heutzutage kann man in der Küche mit sehr vielen Ölen experimentieren, aber der Kartoffelsalat schmeckt mir so am besten". Bei der "Glaubensfrage Maggi" sind sich die Landfrauen einig, "der kommt nicht in den Salat". Und Zwiebeln? Wenn schon, dann werden die bei Theresa Grieb und Gabi Müller klein geschnitten und angedämpft, "das knackt dann nicht so beim Kauen", erklärt Grieb schmunzelnd und ist sich mit Gabi Müller einig, "Zwiebeln gehören nicht unbedingt in den Kartoffelsalat". Doris Kurz sieht das anders, die Zwiebeln werden bei ihr gesalzen und mit dem Messerrücken zerdrückt, "das nimmt die Schärfe. Die Zugabe von klein geschnittenem Endiviensalat galt bei Gabi Müllers Mutter als Geheimtipp, den sie selbst gerne hin und wieder anwendet.

Schlesische Variante

Deftig, gehaltvoll und nahezu eine Mahlzeit für sich ist die "schlesische" Variante des Kartoffelsalats, bei der nur die Kartoffel als Grundlage etwas mit der schwäbischen Version gemein hat. Der schlesische Kartoffelsalat fand seinen Weg ins Ländle durch viele Heimatvertriebene, die heute noch gerne "Zuhause schmecken".

Und bei der schlesischen Version wird mit Zutaten nicht gespart, die gekochten, abgekühlten und geschnittenen Kartoffeln werden mit Salz, Pfeffer und Muskat abgeschmeckt, statt Brühe kommt hier Mayonnaise zum Einsatz. Klein geschnittene Essiggurken, gekochte (oder aus der Dose) Erbsen und klein geschnittene Karotten sind noch nicht das Ende, denn damit der Salat auch richtig satt macht, gibt's ordentlich geschnittene Fleischwurst und gekochte Eier mit rein.

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