Seit 25 Jahren engagiert fürs Kloster

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Auf viele treue und helfende Hände ist der Freundeskreis Kloster Lorch angewiesen, wie hier beim Festabend am Sonntag. Zum 25-Jahr-Jubiläum kamen auch drei Mitglieder der ersten Stunde, Sieglinde Brückner (7.v.r.) und Heinz Knödler (4.v.r.). Manfred Stöwer traf später ein. Foto: Tom
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Seit 25 Jahren kümmert sich der Freundeskreis Kloster Lorch um das Wahrzeichen. Zum Jubiläum wünscht sich der Verein mehr Aktive und erhält viel Lob.

Lorch

Alles begann im Garten“, steht auf dem ersten Banner. 14 sind es insgesamt. Sie stehen zwischen Abtsgebäude und Klosterkirche und erzählen davon, was der Freundeskreis Kloster Lorch seit 25 Jahren leistet. Mit dem Überblick und einem Festabend samt eigens abgefülltem Sekt feierte der Verein sein Jubiläum.

„Mit dem Garten fing tatsächlich alles an“, bestätigt Vorsitzender Manfred Schramm. Aber vor allem mit Günther Herrmann. Der damalige Leiter des Altenheims, das im Kloster untergebracht ist, gründete den Freundeskreis am 30. Juli 1997. „Günther Herrmann ist ein Macher und Netzwerker, ein faszinierender Mensch“, erinnert sich Schramm. Er hatte damals die Idee, das Gelände des Klosters schöner zu gestalten. In erster Linie für seine Schützlinge. Aber auch, um die Geschichte des Klosters zu betonen. „Er stellte sich einen Kräutergarten vor, wie Mönche ihn im Mittelalter hatten.“ Außerdem einen Sinnesgarten. Beides anzulegen gelang dem Heimleiter mit Hilfe von freiwilligen Helfern und Spenden, „dafür gab es kein Budget“. Um zumindest Spendenbescheinigungen ausstellen zu können, gründete Herrmann den Verein.

Keine guten Aussichten

„Unser Ziel ist, das Altenheim und die Altenpflegeschule zu unterstützen“, sagt Schramm, Vorsitzender seit 2003. Dass das Heim nur noch bis 2031 eine Betriebserlaubnis habe, sei keine gute Aussicht. Man versuche deswegen, mit allen Akteuren im Gespräch zu sein. „Außerdem machen wir uns für die Klosteranlage stark, besonders für ihre historische Präsentation.“ So sind annährend alle Gästeführer der Stadt auch Vereinsmitglieder. Auf dem Gelände hat der Freundeskreis den Spielplatz finanziert, ebenso die Sitzbank um die große Eiche. 18 000 Euro sammelte er für den Klavierflügel im Refektorium. Und auch die Restaurierung und Aufbewahrung der gut 300 Jahre alten Pfaff-Bibel bezahlte der Verein. „Sehr stolz sind wir auf die Stauferstele.“ Die gestiftete Stele wurde 2008 mit viel Unterstützung des Vereins aufgestellt, als eine der ersten von mittlerweile 39. Das Geld stammt aus Mitgliedsbeiträgen, aber vor allem aus dem Verkauf von Essen und Getränken bei Veranstaltungen.

Kräuter- und Sinnesgarten gibt es bis heute. 84 authentische Pflanzen werden gepflegt, „von unserer Ursel Walther“. Ebenfalls bis heute bringt der Kreis Kultur in die Klostermauern, als dritte selbsternannte Aufgabe des Vereins. „Damit hat Günther Herrmann im ersten Jahr begonnen“, erzählt Schramm und nennt Konzerte mit der Kantorei der evangelischen Stadtkirche oder den Hymnus Chorknaben Stuttgart. Auch das erste Kürbisfest fand 1997 statt, das beliebte Bärlauchfest folgte 2003. Sternenbasar, Krippenausstellungen, Konzerte gibt es bis heute. „Und meistens verbunden mit einem Spendenziel.“ Mehrere tausend Euro fürs Ahrtal, die Tour Ginkgo und damit den Bunten Kreis oder afrikanische Waisenhäuser wurden gesammelt.

Mehr helfende Hände gewünscht

„Wir machen aber nur noch Veranstaltungen mit vertrauten Akteuren.“ Für mehr wäre der Aufwand zu groß. Zwar verfüge der Freundeskreis über rund 160 Mitglieder. Doch aktiv seien etwa 20 dabei, „und ich bin einer von den Jüngeren“, sagt der 71-Jährige. So fiel etwa die fünfte Glaskunst-Ausstellung ins Wasser. Das tatkräftige Personal fehlte. Mehr helfende Hände wünscht sich Schramm also für die Zukunft. „Und auch Menschen, die Verantwortung übernehmen möchten.“ Er selbst will sein Amt nur noch ein Jahr ausüben.

Jubiläumsfeier mit Grußworten und Open-Air

Bei bestem Wetter fand am Sonntagabend auf dem Klostergelände der Festakt zum Jubiläum statt. Vor gut 80 Gästen erzählte Vorsitzender Manfred Schramm aus der Vereinsgeschichte. Vanessa Neu von der fürs Kloster zuständigen Schlossverwaltung Ludwigsburg dankte dem Freundeskreis: „Ohne Ihr Wirken wäre das Kloster nicht dasselbe.“ Sie sprach von einem herausragenden Beitrag und nannte als Beispiel, dass der Verein in der Corona-Zeit die Stauferfalknerei und das Touristikbüro des Klosters mit Spenden unterstützte. Der Heimleiter des Altenstifts Hannes Schaaf erzählte, dass der Verein den Bewohner regelmäßig Ausflüge und besondere Ausstattung finanziere. Anschließend nahmen Klaus-Dieter Mayer, Tobias Escher, Florian Vogel und Christoph Dangelmaier die Gäste mit auf eine musikalische Sommerserenade, wunderschön virtuos gespielt vor abendlicher Klosterkulisse. ⋌cop

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