So feiert Lorch die Partnerschaft mit Oria

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Die beiden Bürgermeisterinnen bei der Neu-Unterzeichnung einer Partnerschaftsurkunde.
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Mit vielen Emotionen, leidenschaftlichen Reden und tollen Darbietungen feierte Lorch am Wochenende die 50 Jahre währende Städtepartnerschaft mit dem italienischen Oria.

Lorch. Leicht sieht es aus, wie Simone die drei Fahnen in die Luft schleudert. Doch der Tanz, den der blondgelockte Oritaner vorführte, ist Kunst. Die Simone zusammen mit Davide, Antonio und drei anderen Oritanern am Samstag und Sonntag mehrmals vor begeistert klatschenden Zuschauern zeigten. Die Fahnenschwinger, aber auch die Trommler und Fanfarenspieler sind das sichtbarste Zeichen dafür, dass Lorchs Partnerstadt Oria zu Besuch ist. Und das war natürlich am Wochenende der Fall, als das 50-Jahr-Jubiläum der Partnerschaft gefeiert wurde.

Im Rückblick kann man sich fragen, was am meisten in Erinnerung bleibt von diesem Jubiläumsfest. Die Freude, mit der sich deutsche und italienische Familien beim Wiedersehen in den Armen lagen? Der gelungene Festumzug, bei dem offizielle Vertreter beider Städte wie auch viele Lorcherinnen und Lorcher mit ihrer Teilnahme Wertschätzung zeigten? Das mitreißende Bühnenprogramm zahlreicher Vereine vor großem, begeisterten Publikum? Die teils leidenschaftlichen Reden beim Festakt über Freundschaft und Europa? Oder die Rührung, die Orias Bürgermeisterin Maria Lucia Carone bei der Ausstellungseröffnung im Rathaus am Samstag nicht weitersprechen ließ? „Trotz 1515 Kilometer Entfernung gab es nie Probleme zwischen Lorch und Oria“, hatte sie auf Italienisch gesagt. „Ob hier oder dort, man fühlt sich zu Hause“, übersetzte Mitorganisator Mario Capezzuto, und auch: „Wir leben die Idee Europas.“

Auch Lorchs Bürgermeisterin Marita Funk sprach in ihrer Rede beim Festakt am Sonntag von „tiefer Freundschaft“ und betonte das daraus gewachsene europäische Verständnis. „Lassen Sie uns gemeinsam aktiv bleiben, um das Erreichte zu bewahren und unsere Beziehungen weiter zu vertiefen.“ Landrat Dr. Joachim Bläse appellierte: „Es ist unser Europa, das von Freundschaften wie dieser lebt.“ Lassen wir uns das nicht kaputtmachen, mahnte er.

„Den Weg des Friedens gehen“

Denselben Gedanken teilte Generalkonsul Massimiliano Lagi, er sagte, dass Lorch und Oria gemeinsam den Weg des Friedens gehen. Lucio Epifani, Vertreter des Städtepartnerschaftskomitees „Pro Loco“, dankte für die Gastfreundschaft und überreichte Bürgermeisterin Funk eine gläserne Stele mit einer Aufschrift zum Jubiläum. Ebenso außergewöhnliche Geschenke waren zwei Gewänder aus Seide, die für Bürgermeisterin Funk und ihren Ehemann angefertigt werden, originalgetreu nach Modellen aus der Stauferzeit. Bürgermeisterin Carone präsentierte die Entwürfe. Immerhin ist die gemeinsame Vergangenheit als Orte, die von dem Kaisergeschlecht geprägt wurden, der Ausgangspunkt der Freundschaft gewesen. 

Feierlich unterzeichneten Funk und Carone erneut eine Partnerschaftsurkunde. „Damit geben wir uns das Versprechen, diese Freundschaft den zukünftigen Generationen zu erhalten“, betonte Bürgermeisterin Carone. Beide enthüllten außerdem eine große Plakette, die künftig am Oria-Platz hängt. Darauf wird der Name und die Partnerschaft erklärt. Auch dieses Mal waren zehn Schülerinnen und Schüler zweier oritanischer Schulen nach Lorch gekommen. „Damit sie einen wirklichen Eindruck von unserer Partnerstadt bekommen“, sagte Lehrerin Lorenza Vantaggiato. Wie hat ihnen Lorch gefallen? „Sehr gut“, sagen Francesco und Marco ernst: „Die Menschen sind sehr, sehr freundlich.“ 

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