So hilft die Stadt Lorch Menschen aus der Ukraine

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Es lebt sich nicht schlecht in Lorch, das macht der Ostalbcheck deutlich - und liefert zahlreiche Anregungen der Bürgerinnen und Bürger dazu, wo sich noch etwas tun könnte.
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Wie viele Menschen aus der Ukraine derzeit in der Klosterstadt leben und wie sich die Stadt außerdem in die Flüchtlingssituation einbringt.

Lorch. Wie viele Menschen aus der Ukraine momentan in Lorch leben, ändere sich täglich, sagt Lorchs Bürgermeisterin Marita Funk. „Die Zuteilung erfolgt teils sehr kurzfristig.“ Aktuell seien 39 Menschen gemeldet, drei weitere seien in dieser Woche noch angekündigt, erzählte sie am Donnerstag. „15 davon sind Kinder.“ Das jüngste sei wenige Wochen alt.

„Viele der aktuell hier lebenden Flüchtlinge sind über private Initiativen gekommen und in privaten Wohnungen untergebracht.“ Ein Teil stamme aus der Landeserstaufnahmeeinrichtung (LEA) aus Ellwangen. Auch diese Menschen seien privat untergebracht, verteilt in der Kernstadt sowie den Teilorten.

Manche ziehen weiter

Mancherorts liest man von Menschen, die bereits in die Ukraine zurückkehren. Gab es in Lorch schon Abmeldungen? „Nein, es gab nur interne Ummeldungen in Lorch, da einige durch private Initiativen untergebrachte Flüchtlinge nicht langfristig in den Erstwohnungen untergebracht werden konnten.“ Die Stadt habe diese Menschen dann woandershin vermittelt.

Bürgermeisterin Marita Funk wisse, dass manche Menschen planen, zu Bekannten oder Verwandten weiterzuziehen. Ob manche der Menschen in Lorch bereits eine Arbeit angenommen haben, sei ihr derzeit nicht bekannt.

Von den Kindern seien aktuell drei in der Schule. Zwei besuchen stundenweise einen Kindergarten, eine weitere Anfrage dafür laufe. Viele sind das nicht: „Aufgrund der Kriegserfahrungen sind wohl einige Mütter noch nicht bereit, ihre Kinder in eine Einrichtung zu geben“, lautet die Einschätzung der Rathauschefin. Im Bereich Kindergarten habe das Land in dieser Woche beschlossen, dass die Aufnahme in Kindergärten möglich ist. „Wobei wir schon im März stundenweise Kinder in Kindergärten hatten.“

Erste Ideen gesammelt

In der März-Sitzung des Gemeinderats hatte Hauptamtsleiter Oliver Tursic von Spielgruppen gesprochen, über die zusammen mit den Kirchengemeinden nachgedacht werde. „Wir haben hier erste Ideen“, bestätigt Marita Funk. Umgesetzt worden seien diese noch nicht.

Wer für ukrainische Flüchtlinge in Lorch Kleidung oder Gerätschaften sucht oder zur Verfügung stellen will, kann sich auf der Biete-und-Suche-Plattform der Stadtumsehen. Über 140 angemeldete Nutzer machen das mittlerweile, sagt Bürgermeisterin Marita Funk.

Wie bringt sich die Stadt außerdem in die Flüchtlingssituation ein? „Die Telefone im Rathaus stehen zu dieser Thematik nicht still.“ Neben der melderechtlichen Anmeldung biete die Stadt Lorch direkt anschließend ein „betreutes Ausfüllen des Antrags auf Leistungen“ sowie im Bedarfsfall auch Mustermietverträge an. „Um hier die bürokratischen Hürden so klein wie möglich zu halten.“

Viele sprechen gut Englisch

Zudem helfe die Stadt Lorch bei Vereinsaktionen. „Wie zum Beispiel jüngst den Sportfreunden oder dem Deutschen Roten Kreuz Lorch, die bei uns nach Sammelräumlichkeiten angefragt haben.“

Außerdem sei die örtliche Volkshochschule (VHS) damit beschäftigt, einen Sprachkurs auf die Beine zu stellen. „Wir fragen gerade den Bedarf ab und suchen Dozenten“, bestätigt VHS-Leiter Erich Wägner. Sprache sei ein Schlüssel zur Integration: „Und da wollen wir natürlichhelfen.“ Allerdings gebe es auch Rückmeldungen, dass die Menschen so bald wiemöglich in ihr Heimatland zurück möchten. „Das Erlernen von Deutsch scheint dann nicht ganz so dringend.“ Außerdem würden viele relativ gut Englisch sprechen.

„Die Telefone im Rathaus stehen zu dieser Thematik nicht still.“

Marita Funk,, Bürgermeisterin

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