Spenden aus Lorch helfen dem Ahrtal

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2000 Euro überreichte Manfred Schramm (l.) an Jürgen Hoffmann in Ahrweiler. Davon soll ein Spielplatz im vom Hochwasser zerstörten Ort gebaut werden.
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4200 Euro wurden bei der Krippenausstellung im Kloster Lorch fürs Ahrtal gespendet. Manfred Schramm und Franz Pitzal brachten das Geld zu Betroffenen.

Lorch

Von Dezember bis Anfang Februar waren im Kloster Lorch Exponate aus Franz Pitzals Renninger Krippe ausgestellt. Dabei wurde auch um Spenden gebeten, für die Opfer des Hochwassers im Juli 2021 im Ahrtal. Insgesamt sind 4200 Euro zusammengekommen, sagt Manfred Schramm vom Freundeskreis Kloster Lorch. Und erzählt, wie er und Pitzal das Geld kürzlich ins Ahrtal gebracht haben.

Das Geld war nicht für eine Organisation oder Gemeinde, sondern sollte direkt an Betroffene gehen. Das galt besonders für zehn Hunderteuroscheine: „Die lagen nämlich in einem Kuvert im Kässle“, erzählt Schramm lächelnd, „von einem anonymen Spender“. Der vermerkt hatte, dass die 1000 Euro gezielt für besonders betroffene Familien mit Kindern gedacht sei.

Lebensgrundlage verloren

Zwei Familien wurden mit der Hilfe des Pastors der katholischen Kirchengemeinde Sinzig ausgewählt. „Die Familien mit einmal zwei und einmal drei Kindern haben ihre Häuser verloren.“ Außerdem ging einer Mutter dabei auch die Lebensgrundlage verloren: „Ihre Physiotherapie-Praxis war im Haus untergebracht.“ Die andere Familie hatte zur gleichen Zeit einen Todesfall in der Familie. Beide seien dringend auf Geld angewiesen gewesen.

Persönlichen Kontakt gab es zu Rudolf Schneider. Der Kommandant der Freiwilligen Feuerwehr Kreuzberg führte Schramm und Pitzal durch den Teilort der Gemeinde Altenahr und zeigte ihnen, welche Schäden das Hochwasser angerichtet hat. „Zum Beispiel wurde das Feuerwehrhaus samt einzigem Fahrzeug weggerissen.“ Mittlerweile hätte die Wehr ein Löschfahrzeug von der Stadt Oldenburg geschenkt bekommen, Ausrüstungsgegenstände, Kleidung und Funkgeräte haben die Floriansjünger aus Mutlangen gespendet.

Schneider führte die Besucher auch in ein großes Zelt, das seit der Katastrophe von der Organisation der Malteser betrieben wird. Dort gebe es Mittagessen für Bewohner, die bis heute keine Möglichkeit zum Kochen haben. „Und für die Helfer, die immer noch aus ganz Deutschland kommen“, sagt Schramm. Und dringend willkommen seien: „Weil es auch jetzt noch so vieles zu tun gibt.“ Auch weitere Geldspenden seien mehr als willkommen.

Franz Pitzal unterstreicht diesen Aufruf nachdrücklich: „Es sieht dort einfach schrecklich aus.“ So vieles sei vom Hochwasser zerstört worden. Diese verheerenden Umstände würden so schnell auch nicht behoben werden können, ist Pitzals Eindruck: „Das dauert sicher noch fünf Jahre.“ Mit der Krippenausstellung in Renningen und zusammen mit seiner früheren Heimatgemeinde Leinzell spendete er über 50 000 Euro.

Schramm und er überreichten Kommandant Schneider 1200 Euro aus der Kloster-Spendenkasse. „Damit das Zelt weiterbetrieben werden kann“, sagt Schramm. Der Auftrag der Malteser sei nämlich Ende April ausgelaufen, Rudolf Schneider habe aber geschildert, dass das Zelt ein wichtiger Treffpunkt für das Dorf geworden sei.

Spielplatz erwünscht

Die verbleibenden 2000 Euro erhielt Jürgen Hoffmann vom Verein „Die AHRche“ in Ahrweiler. Und zwar, um damit einen Spielplatz aufzubauen. „Wir hatten uns gefragt, warum ein Spielplatz denn so wichtig ist“, sagt Schramm. Hoffmann berichtete, dass die Kinder und Jugendlichen im Ort immer noch in Containern unterrichtet werden. Intakte Sportstätten gebe es auch nicht mehr. Die Kinder verlieren Jahre der Unbeschwertheit, habe der Ahrweiler erklärt. „Und das mitten in der Pandemie, durch die die Kinder ja auch schon eingeschlossen waren“, ergänzt Pitzal und erklärt: „Der Spielplatz ist dringend notwendig.“

Wer sich über Hilfsmöglichkeit informieren möchte, kann zum Beispiel im Internet die Seite des Landes Rheinland-Pfalz besuchen: www.hochwasser-ahr.rlp.de.

Neue Ausstellung in Renningen

Am Sonntag, 15. Mai, präsentiert Pfarrer Franz Pitzal im Museum Renninger Krippe seine neue Ausstellung „Menschlichkeit“. „Wir möchten damit in schweren Zeiten den Menschen mit 22 Vorschlägen einige Impulse in der Corona-Zeit und zu der Ukraine geben“, erklärt er. Spenden sollen an die Ukraine gehen, Pitzal stehe in Kontakt mit dem Bischoff von Odessa. Eröffnung der Ausstellung ist um 12, Uhr, Hauptstraße 8 in Renningen. Mehr Informationen unter www.renninger-krippe.de. cop

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