Stadtteile dürfen sich erneut messen

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Fahnenschwinger auf dem oriaplatz

Beim Torneo dei Rioni in Lorchs Partnerstadt Oria, der apulischen Stauferstadt, wetteifern die Teilnehmer nach einem Jahr Pandemiepause wieder um die begehrte Siegestrophäe.

Lorch

Pandemiebedingt sind die traditionellen mittelalterlichen Reiterspiele in Lorchs italienischer Partnerstadt Oria im vergangenen Jahr ausgefallen. Und noch vor vier Wochen waren sich die Verantwortlichen des Pro Loco, des Stadtverbands, welcher sich um den Erhalt von Traditionen in den Gemeinden kümmert, nicht sicher, ob die 54. Ausgabe in diesem Jahr stattfinden würde. Doch unter dem vor wenigen Wochen neu gewählten Präsidenten Francesco Biasi, entschieden sich die Mitglieder für die Durchführung des Torneo dei Rioni, unter Coronavorgaben und in reduzierter Form.

So konnte und durfte der historische Umzug durch die italienische Stauferfstadt nicht stattfinden. Traditionell nehmen daran circa 900 Darsteller teil, Ritter, Hofstaat, Kämpfer, Feuerschlucker, exotische und einheimische Tiere, Musikanten, Fahnenschwinger und die Wettkämpfer der vier Rioni, der Stadtteile.

Das Zurückliegende vergessen

Zuvor wurde in der Kathedrale der Palio, die Siegestrophäe in Form einer Fahne gesegnet, tags darauf folgte der kirchliche Segen für die Wettkämpfer in den jeweiligen Stadtteilen. Am Tag darauf wiederum fand nach einem kurzen Umzug die Zeremonie des Palio statt, welcher unter Trommel- und Fanfarenklängen auf dem Lorcher Platz in Oria präsentiert wurde. Spätnachmittags begann in der Arena des Kinderheimes San Pasquale der Einmarsch mit der Armada der mehr als 150 Fahnenschwinger, gefolgt vom Hofstaat. Der Lorcher Stadtrat Mario Capezzuto verfolgte den Einzug in die Arena und die Wettbewerbe in einer Videoübertragung und war wie immer total begeistert von der Atmosphäre und der unübertrefflichen unbeschreiblichen Begeisterung.

Unter tosendem Beifall ritt hoch zu Ross Kaiser Friedrich II, dargestellt von Massimiliano Marra, einem Schauspieler der in Italien bekannten Serie „ Il Grande Fratello“ ein. Unter dem ohrenbetäubenden Applaus der auf etwa 1000 reduzierten Zuschauer betraten die vier Rioni mit dem eigenen Hofstaat und den Wettkämpfern die Arena.

„Man spürte, dass die Menschen die vergangenen eineinhalb Jahre vergessen und die Reiterspiele genießen wollten“ , sagte Pro-Loco-Presidente Francesco Biasi. Auch Orias Bürgermeisterin Dr. Maria Lucia Carone war sehr erfreut, dass die Reiterspiele, wieder stattfinden konnten, inzwischen ein nicht wegzudenkendes Ereignis im Kalender Apuliens.

Das Engagement und die Leidenschaft für die Wettbewerbe ergreift nicht nur die Wettkämpfer, sondern alle Anwesenden. Gänsehautatmosphäre bei jedem der fünf Wettbewerbe macht sich breit. Streng getrennt sitzen die Zuschauer nach Zugehörigkeit zum eigenen Rione: Castello in rot-blau, Lama in grün-gelb, Judea in weiß-hellblau, San Basilio in schwarz-gelb. Es gab dieses Jahr keinen Favoriten, so war jeder Wettbewerb an Spannung nicht zu überbieten. Bereits nach zweien zeichnete sich ein Kopf-an-Kopf-Kampf zwischen Lama und San Basilio ab. Vor dem fünften und letzten Wettbewerb führte Lama mit 13 zu 11 Punkten vor San Basilio. Es knisterte in der Arena, denn ein Fehlstart und die Verletzung des Athleten von Judea verzögerten den Start. Doch Punkt 19.45 Uhr fiel der Startschuss zum letzten und entscheidenden Wettkampf, den Judea für sich entschied. Der zweite Platz für den Athleten des Rione Lama reichte aus, um den Gesamtsieg und damit den Palio 2021 zu erringen.

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