Über Beatrix de Suabia und Alfons der Weise

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Ernst Amann-Schindler, Vortrag Beatrix von Schwaben und Alfonso el Sabio, der Weise; Tochter und Enkel der Irene von Byzanz am 23. 3.2022 im Refektorium des Klosters Lorch

Die Nachfahren der Irene von Byzanz und die spanische Geschichte.

Lorch. Mit einer für viele überraschenden Wende der Geschichte der Staufer hat dieser Tage Ernst Amann-Schindler die Gäste des „Freundeskreis Kloster Lorch“ bei seinem Vortrag überrascht.

Die Geschichte des Herrschergeschlechts der Staufer endete nämlich nicht am 29. Oktober 1268 mit der Tötung von Konradin, Herzog von Schwaben auf dem Marktplatz von Neapel wie viele annehmen.

Der Maler Hans Kloß hat den Fortgang der staufischen Geschichte in seinem großen Rundbild angedeutet, das im Kloster Lorch zu sehen ist. Die Töchter von König Philipp von Schwaben und seiner Ehefrau Irene Maria von Byzanz konnten das staufische Erbe weiterführen, vor allen anderen Beatrix die Jüngere. Über sie und deren Sohn, also Philipps und Irenes Enkel, wäre es im 13. Jahrhundert fast zu einer erneuten Herrschaft der Staufer in Deutschland gekommen.

Ernst Amann-Schindler, Jurist und Hobbyhistoriker, präsentierte in seinem Vortrag „Beatrix von Schwaben und Alfonso el Sabio, der Weise; Tochter und Enkel der Irene von Byzanz“ die Geschichte der im Jahr 1208 zur Vollwaisen gewordenen Beatrix der Jüngeren. Sie wurde 1219 durch Vermittlung von Kaiser Friedrich II mit dem König von Kastilien und Leon verheiratet. Der erste Sohn von König Ferdinand III, genannt der Heilige, und Beatriz de Suabia, wie man sie in Spanien nennt, war der spätere König Alfons X.

Weisheit und Toleranz

Alfons der X. ging als „der Weise“ in die Geschichte ein. Er war es, der 1257 zum deutschen König gewählt wurde, dieses Amt aber nie ausführen konnte. Politische, finanzielle, aber auch geografische Gründe verhinderten eine Krönung in Deutschland. Dennoch schildert Amann-Schindler den 1253 zum König gekrönten Alfons als einen Herrscher, dessen Politik bis heute Spanien und Westeuropa prägt. Durch die von Alfons geförderte Übersetzerschule von Toledo kamen verloren geglaubte Texte, etwa die von griechischen Philosophen, Mathematikern oder Naturwissenschaftlern wieder nach Europa. In Bagdad waren diese Texte ins Arabische übertragen und von dort wieder nach Spanien gebracht worden. Mit seinem siebenteiligen Gesetzeswerk verfügte Alfons X. Regeln wie die drei großen Religionen Christentum, Judentum und Islam friedlich in einem Staat zusammenlebten.

Parallelen zu Friedrich II.

Ernst Amann-Schindler sieht im Leben und Werk des Enkels der Irene von Byzanz etliche Parallelen zu Kaiser Friedrich dem Zweiten. Wie Friedrich, so schrieb auch Alfons X. Bücher und Gedichte. So ist von Friedrich zum Beispiel die Anleitung zur Jagd mit dem Falken erhalten. Von Alfons gibt es eine Anleitung zum Schachspiel.

Selbst in dem von König Alfons verfassten Marienlied „Rosa das Rosas“, auf Deutsch „Rose der Rosen“, lassen sich Verbindungen zu seiner Großmutter Irene von Byzanz denken, der „Rose ohne Dorn“.

Ernst Amann-Schindler berichtete bei seinem Vortrag im Kloster Lorch über Tochter und Enkel der Irene von Byzanz.

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