Verdient ums staufische Erbe

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Verleihung der Irenen-Medaille 2020 an den Runden Kultur Tisch Lorch. Vertreter sind Jutta ( 2.von links) und Ulrich Rund (2. von rechts). Überreicht wurde die Ehrung von Bildhauer Nikolaus Giljum (links) und Schauspieler Christian Siller (rechts), die 2019 mit der Irenen-Medaille geehrt worden waren.

Der "Freundeskreis Königin Irene von Byzanz" ehrt den Runden Kultur Tisch Lorch mit der Irenen-Medaille.

Lorch-Rattenharz

Zum zehnten Mal seit 2011 vergab der "Freundeskreis Königin Irene von Byzanz." am Samstag die Irene-Medaille und nahm zwei neue Mitglieder in den exklusiven Kreis der "Irenen-Ritter" auf: Jutta und Uli Rund aus Lorch erhielten als Vertreter des Runden Kultur Tischs Lorch die mit der Ehrung verbundene Irenen-Medaille überreicht.

Ursprünglich war die Ehrung im Bereich des Wäscherschlosses vorgesehen. Aufgrund der Wettervorhersage verlegte man die Feierlichkeiten in die Turnhalle des Lorcher Teilorts Rattenharz.

Die Medaille erinnert an Irene von Byzanz, deren sterbliche Überreste im Kloster Lorch bestattet sind. Irene starb 1208 im Kindbett, nachdem wenige Wochen zuvor in Bamberg ihr Mann, König Philipp von Schwaben, ein Sohn Barbarossas, ermordet worden war. Über die Hintergründe der Tat streiten noch heute die Gelehrten. Unbestritten ist aber: Philipp gilt als erster römisch-deutscher König, der während der Regentschaft Opfer eines Attentats wurde. Von Bamberg floh Irene auf die Burg Hohenstaufen, wo sie am 27. August 1208 bei der Geburt eines Kindes starb.

Seit 2011 wird jährlich um ihren Todestag vom Freundeskreis die Irenen-Medaille als Wanderpreis an Menschen und Institutionen verliehen, die sich um die staufische Geschichte verdient gemacht haben.

Vielbeachtete Beiträge

Im vergangenen Jahr waren dies der Bildhauer Nikolaus Giljum aus Uhingen und der Schauspieler Christian Siller aus Hattenhofen. Beide reichten den Wanderpreis am Samstag weiter an Jutta und Uli Rund als Vertreter des Runden Kultur Tischs Lorch. Seit zehn Jahren engagiere sich der Runde Tisch für die staufische Geschichte und habe vielbeachtete Beiträge geleistet, sagte der Vorsitzende des Freundeskreises, Karl-Heinz Fuchs, in seiner Laudatio.

Musikalisch begleitet vom Quartett "Lavandera" (Die Wäscherin) schlug der Waffenmeister der Staufersaga, Sergej Ermolaev, Jutta und Uli Rund zu Irenen-Rittern, anschließend überreichten Nikolaus Giljum und Christian Siller die Medaille. Sie besteht aus dem Original einer Münze, die während der Herrschaft Philipps von Schwaben in Ulm geprägt worden war.

Zu einer Freude der Erinnerung.

Karl-Heinz Fuchs über den Irenenpfad

Neue Projekte

Zu den Verdiensten des Runden Kultur Tischs Lorch zählen unter anderem die Umsetzung der Idee von Eckart Häußler zur ersten Historischen Lorcher Stadtführung und die Taufe der "Staufer Rose" 2013 zur Landesgartenschau. Angelehnt ist sie an den Beinamen der Irene von Byzanz, die vom Mittelalter-Minnesänger Walther von der Vogelweide als "Rose ohne Dorn" bewundert worden war.

Und auch die 2019 während der Remstal-Gartenschau gezeigte historische Darstellung "Von den Römern bis Friedrich II" zählt zu den Verdiensten des Runden Kultur Tischs. Gemeinsam mit Darstellern aus Oria, der staufischen Partnerstadt Lorchs, war das Freilichtspiel auf dem Schillerplatz gezeigt worden.

Zum bevorstehenden 50-jährigen Bestehen der Partnerschaft beider Stauferstädte gebe es bereits Ideen, sagte Fuchs. Das Jubiläum wird 2022 gefeiert.

Auch die Inszenierung des Stücks "Irene von Byzanz" von Lisa Elser, deren acht Aufführungen 2011 im Kloster Lorch immer ausverkauft waren, geht auf das Wirken des Runden Tischs zurück. Für das Stück wurde Autorin Lisa Elser 2011 als erste mit der damals neugeschaffenen Irenen-Medaille gewürdigt.

Nach ihrem Tod in der Burg Hohenstaufen war Irene mit ihrer totgeborenen Tochter durch das Beutental zu ihrer letzten Ruhestätte ins Kloster Lorch gebracht worden. Gemeinsam mit dem Runden Kultur Tisch will der Freundeskreis diesen "Irenenpfad" neu ausschildern: "Diese eigentlich tragische Lebensspur soll zu einer Freude der Erinnerung an die immer noch hochverehrte Königin werden", verwies Karl-Heinz Fuchs auf das künftige Projekt.

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