Vergangenheit und Gegenwart im Kloster

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Erlebnistag im Kloster

Freundeskreis und Touristikbüro haben unter dem Motto „Faszination des Fremden“ in das ehemalige Stauferkloster in Lorch eingeladen und den Besuchern jede Menge geboten.

Lorch

Passend zum Jahresmotto von „Schlösser und Gärten Baden-Württemberg“ hatte der Freundeskreis Kloster Lorch zusammen mit dem Touristikbüro der Stadt Lorch zu einem bunten Strauß von Veranstaltungen zum Thema „Faszination des Fremden“ ins Kloster eingeladen.

Bei herrlichem Herbstwetter strömten die Besucher ins ehemalige Stauferkloster. Die Führung von Anneliese Welz im „Heil- und Nutzpflanzen – fremd und vertraut“ lockte so viele interessierte Zuhörer an, dass die Gruppe nur mit Mühe im historischen Klostergarten genügend Platz fand, um die häufig heute nicht mehr bekannten Pflanzen zu sehen, zu riechen und zu schmecken.

Die Gästeführer Gudrun Haspel und Walter Schaaf entführten die Besucher in die mittelalterliche Welt von Byzanz und Sizilien zu den Ursprüngen der sagenumwobenen Königin Irene von Byzanz, die auf dem Hohenstaufen im Jahr 1208 verstorben ist und in der Klosterkirche begraben liegt.

Die Kunst der Chorbücher und die für uns heute schwer nachvollziehbaren, streng vorgeschriebenen Gebote des Chorgesangs brachte Ernst Wahl den gespannt lauschenden Klosterbesuchern anhand der Exponate in der Klosterkirche nahe. Und danach konnte man dem ungewohnten Klang der gregorianischen Gesänge der Lorcher Schola lauschen, der die Besucher in der altehrwürdigen Klosterkirche seinen Bann zog.

„Faszination des Fremden“

Beim Vortrag von Manfred Schramm im Refektorium des Klosters konnten Interessierte anhand vieler Bilder erfahren, wie die Nahrung im Mittelalter von der regionalen und saisonalen Verfügbarkeit der Lebensmittel bestimmt gewesene war, und wie die strengen Fastenregeln des Benediktinerordens eingehalten oder auch manchmal umgangen wurden, wobei natürlich auch die „Erfindung der Maultasche“ zur Sprache kam.

Einen Einblick in die fremde Welt des Mittelalters konnten die Besucher auch bei der Greifvogel Flugschau der Staufer Falknerei gewinnen: mit Bussarden, Falken und Adlern im freien Flug, ergänzt durch Informationen des Falkners über die Bedeutung der Greifvogeljagd für die adligen Herren und deren Ursprung im Orient.

Besonders die jüngeren Besucher, aber nicht nur diese, waren fasziniert von der Mittelaltergruppe „Söldner zu Lorch“, die im Westen der Klosterkirche ihr Lager aufgeschlagen hatte und mit Schwertkämpfen und anderen Vorführungen die Waffentechnik, die Rüstung und die Kleidung des Mittelalters lebendig werden ließ.

Fremdes und Vertrautes, Vergangenheit und Gegenwart auf engstem Raum im Kloster Lorch, eine gelungene Umsetzung und ein wichtiger Beitrag zum Thementag von Schlösser und Gärten unseres Landes: „Faszination des Fremden.“

Erlebnistag im Kloster

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