Viel Interesse am Löschen und Retten

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Unter Anleitung der Profis von der Jugendfeuerwehr versuchen sich die jüngsten Feuerwehrpraktikanten im Löschen. Foto: Jan-Philipp Strobel
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Beim Blaulichttag am Samstag auf dem Lorcher Oria-Platz ziehen Feuerwehr und Deutsches Rotes Kreuz vor allem viele Kinder in ihren Bann.

Lorch

Mit schnellen Bewegungen drückte der Junge die Brust der Puppe nieder, immer wieder und wieder. „Gut, aber schau, du musst mit dem Handballen mehr in die Mitte“, sagte Nadine Bühler und schob die Hände des Jungen weiter nach rechts. „Das ist ganz schön anstrengend“, ächzte der Grundschüler. Wiederbelebung an einer Puppe war eines der vielen Erlebnisse, die der Lorcher Blaulichttag am Samstag auf dem Oria-Platz geboten hat. 

Die Freiwillige Feuerwehr und die Ortsgruppe des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) hatten den Platz vor dem Bürgerhaus mit ihren Einsatzfahrzeugen belegt und Mitmach-Stationen aufgebaut. „Wir wollen Präsenz zeigen und auch das Sommerloch füllen“, sagte Feuerwehrkommandant Marco Wahl. Außerdem habe man sich auch in diesem Jahr gegen eine Hocketse in Gerätehaus entschieden. „Das hier ist die Alternative.“ Wahl erinnert an eine ähnliche Aktion auf dem Oria-Platz im Jahr 2019: „Das wurde gut angenommen, deswegen wollten wir das wiederholen.“

Und das Konzept kam an: Trotz regelmäßiger Regenschauer waren beständig Besucher gekommen, meist Familien mit kleinen Kindern. Die nutzten die Gelegenheit und schauten sich vor allem die Fahrzeuge genauer an. Da wurde getestet, wie es sich hinten im Löschfahrzeug sitzen lässt. Oder bestaunt, was es außer einer Liege noch alles im Bereitschaftsfahrzeug des DRK gibt. Der Korb der Drehleiter stand zum Einstieg offen und war selten leer. Sichtlich begeistert waren die Kinder aber auch von der Möglichkeit, mit Feuerlöscher und Schlauch zu hantieren.

Und nicht zuletzt hatten die Einsatzkräfte das sogenannte Experimentarium im Angebot. Die Stationen zum Experimentieren werden vom Landesfeuerwehrverband an Jugendfeuerwehren verliehen und sind momentan in Lorch gelagert. An den großen Kisten gab es zum Beispiel die Möglichkeit, mit Feuersteinen und Drehhölzern selbst Funken zu erzeugen, Geschick an einem piepsenden Elektrodraht zu beweisen oder das Knacken von verschiedenen Türschlössern zu üben. „Was ja auch zeigt, dass Feuerwehrarbeit nicht nur Löschen bedeutet“, kommentierte Sandra Seidenspinner. Eine Aufgabe der Floriansjünger ist auch das Öffnen von Türen.

„Ich finde es toll, dass so viel Interesse besteht“, sagte die Feuerwehrfrau, „trotz Regenwetters“. Organisiert habe man das Ganze mit Hilfe von Mitgliedern der aktiven Wehr, aber auch dank mancher Eltern von Mitgliedern der Kinderfeuerwehr. Seit einem Jahr bieten die Lorcher das Training für Kinder ab acht Jahren an. „Und wir sind immer noch voll belegt mit 17 Jungen und Mädchen“, erzählte Seidenspinner stolz. Immer noch gebe es eine Warteliste: „Ein Kind rutscht im September nach.“

Wenn der Blaulichttag Interesse an einer Mitgliedschaft wecken sollte, freue sich auch das DRK, sagte Nadine Bühler. „Aber wir sind in erster Linie hier, um uns zu zeigen“, sagte die stellvertretende Bereitschaftsführerin. Hinter ihr standen das Bereitschaftsfahrzeug und das Materialzuliefererfahrzeug. „Mit Letzterem stellen wir im Notfall mit vielen Verletzten bis zu 45 Betten bereit“, erklärte Bereitschaftsführer Frank Holz.

Neben den Fahrzeugen des DRK und der Reanimationspuppe war der riesige „Aua-Bär“ ein beliebtes Ziel für die Kinder. Hingebungsvoll verbanden sie ihm den Arm, das Knie oder den Knöchel. 

Die Profis von der Jugendfeuerwehr zeigen, wie man die Spritze richtig bedient. Foto: Jan-Philipp Strobel
Unter Anleitung der Profis von der Jugendfeuerwehr versuchen sich die jüngsten Feuerwehrpraktikanten im Löschen. Foto: Jan-Philipp Strobel
Die jüngsten "Feuerwehrpraktikanten" versuchen sich im Löschen. Foto: Jan-Philipp Strobel
Ganz schön spannend, was der Rettungsdienst in der Schublade hat. Foto: Jan-Philipp Strobel

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