Visionen für die Zukunft vorgestellt

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Rund um die Fußgängerbrücke am Bahnhof in Waldhausen könnte ein ein zweiter Ortseingang geschaffen werden – so die Idee der Stadtplaner. Foto: Tom
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Wie kann Lorchs Teilort Waldhausen mit Geldern aus dem Landessanierungsprogramm profitieren? Das haben Planer im Gemeinderat vorgestellt.

Lorch

Einstimmig hat der Gemeinderat beschlossen, wie sich die Stadt um Gelder aus dem Landessanierungsprogramm für Waldhausen bewirbt. Das Architekturbüro Zoll und die Landsiedlung Baden-Württemberg stellten in der Ratssitzung vor, wie Waldhausen mit den Fördergeldern umgestaltet werden könnte. Und was das kostet.

Lorch hat bereits Erfahrung mit dem Förderprogramm, bei der Kommunen Zuschüsse für städtebauliche Maßnahmen bekommen. Seit 2008 hatte der Status für das Gebiet Lorch-Süd gegolten. 2,4 Millionen Euro vom Land waren die Grundlage für 14,5 Millionen teure Sanierungen gewesen. Dafür wurde etwa die Hauptstraße saniert und der Karolinensteg gebaut. Außerdem sanierten 14 Gebäudebesitzer ihr Haus. Privatleute bekommen in der Regel zwischen 20 und 25 Prozent ihrer Kosten gefördert. In Waldhausen soll der Ortskern das zu fördernde Gebiet sein. Wo dieses genau endet, werde 2023 festgeklopft, sagte Steffen Moninger von der Landsiedlung. „Dann wissen wir, ob wir im Programm drin sind.“ Jetzt gehe es um die Antragstellung.

Mit 4,85 Millionen könnte das Programm die Pläne unterstützen, die das Büro Zoll ausgearbeitet hat. Die Stuttgarter sind den Lorchern bekannt, sie erstellten den Stadtentwicklungsplan 2035. Fünf Schwerpunkte haben sie in Waldhausen ausgemacht. Im Bereich um den Bahnhof könne ein zweiter Ortseingang geschaffen werden, erklärte Verena Vollath: „Das umfasst die Neuordnung des Bahnhofsumfelds und des Bereichs am Dorfhaus.“ Die Rems könne erlebbar gemacht werden, das Gebiet mehr zum Treffpunkt ausgestaltet werden. Ein großer Pluspunkt: „Die Remstal Werkstätten ziehen wohl aus, hier gibt es Potential.“ Die Stadt wolle das Gelände kaufen, bestätigte auch Moninger, der Kauf taucht in den Kosten auf. Ebenso der Kauf von Grundstücken um die Bücherei in der Bahnhofstraße. Dort könne neu gebaut werden, sagte Vollath, was genau, müsse besprochen werden. Geschehen solle auch etwas im Gebiet zwischen Bahnhof- und Rattenharzer Straße. „Hier wollen wir die historische Ortsmitte deutlich machen.“

Ein weiterer Schwerpunkt liege auf dem Bereich rund um die Grundschule. „Hier ist ja mit dem neuen Kindergarten schon einiges geplant“, sagte Vollath. Der Neubau taucht ebenfalls in Moningers Kostenrechnung auf. Vollath schlug vor, eine schmale Wegeverbindung vom Bahnhof entlang der Rems bis zum Schulareal zu schaffen. Entsprechend des „sekundären Wegenetzes, das ganz Waldhausen durchkreuzt“ und einzigartig sei. Die Planerin meinte etwa den Kirchenweg. Diese Besonderheit müsse betont werden, meinte sie. Außerdem sollten prägnante Gebäudekanten festgeschrieben werden. Etwa im Sackgassenende der Remsgartenstraße, wo eine Neubebauung wahrscheinlich sei.

Nach dem Beschluss betonte Bürgermeisterin Marita Funk: „Wir haben bis jetzt erst einmal Visionen entwickelt.“ Sollte Waldhausen ins Förderprogramm aufgenommen werden, spreche man über alles im Detail.

Remstal Werkstätten werden nicht verkauft

Steffen Moninger von der Landsiedlung bezog das Gelände der Remstal Werkstätten mit in die Planungen ein. „Diese Erwähnung hat uns sehr verwundert“, sagt Steffen Wilhelm dazu. Der Sprecher der Diakonie Stetten erklärt, dass es keine Entscheidung gebe, den Standort Waldhausen zu schließen. „Zu den möglichen Perspektiven der Werkstatt Waldhausen sind wir seit kurzem in ersten Gesprächen mit der Sozialplanung des Ostalbkreises, da die bauliche Situation der Werkstatträume für die Mitarbeitenden mittlerweile sehr unbefriedigend ist und nicht mehr den Anforderungen entspricht.“ Bürgermeisterin Marita Funk sagt dazu, dass der Kauf der Remstal Werkstätten als Möglichkeit in der Zukunft in den Planungen auftaucht. „Ich möchte keine falschen Gerüchte verbreiten. Über einen Kauf ist nicht konkret gesprochen worden.“ Vielmehr hätten sich die Planer prinzipiell Gedanken dazu gemacht, dass die Fläche eine gute städtebauliche Ergänzung wäre, sollte sie einmal zur Verfügung stehen. ⋌cop

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