Was macht die Lorcher Tanne bei 40 Grad?

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V. l.: Armin Weller und Mario Capezzuto übergeben die Lorcher Nordmanntanne an Orias Bürgermeisterin Maria Lucia Carone.
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Wie ein Freundschaftsbaum ins süditalienische Oria reist.

Lorch. 1500 Kilometer ist eine Nordmanntanne aus dem Remstal in Lorchs italienische Partnerstadt Oria gereist. Dorthin gebracht haben sie die Stadträte Mario Capezzuto und Armin Weller, die sich seit vielen Jahren für die Städtepartnerschaft engagieren. Weller hat schon zum 25. Jubiläum, zusammen mit zwei weiteren Mitgliedern der Feuerwehr, Zelte, Bier und Rote Würste für ein Fest auf dem Lorcher Platz nach Oria gefahren. „Immer wenn was mit Oria ist“, sei er gern dabei.

Von Bauhofmitarbeitern gut verpackt, reiste nun der Baum in Wellers Sprinter ans Ziel. Bei den Oritanern sei die Freude groß gewesen, berichtet Capezzuto von der Ankunft am Ziel. Allerdings hat sich dort ein Problem ergeben: Den vorgesehenen Platz wird der Nadelbaum nicht einnehmen können. Zum einen sei der Lorcher Platz in Oria zu felsig, bisher standen dort nur Plastik- oder Metallbäume,erzählt Capezzuto. Zum anderen habe es im Sommer über 40 Grad, „das wäre für den Kerle nicht gut“. Dabei sind die Lorcher durchaus überlegt vorgegangen und hatten die Information bekommen, „eine Nordmanntanne könne dort gedeihen“.

Der drei Meter hohe Nadelbaum ist, passend zum 50. Jubiläum der Städtepartnerschaft in diesem Jahr, ein Gegengeschenk zu dem Olivenbaum, den die Oritaner den Lorchern zur Remstal-Gartenschau 2019 gebracht haben. „Dem geht's wunderbar“, erzählt Hauptamtsleiter Oliver Tursic. Allerdings braucht auch dieser Baum des eher ungewohnten Klimas wegen besondere Fürsorge. So wandert er jeden Winter vom Oria-Platz in das frostsichere Gewächshaus einer örtlichen Gärtnerei.

Und die Tanne unter süditalienischer Sonne? Für den hatte Orias Bürgermeisterin Maria Lucia Carone nun eine Idee, wie Capezzuto berichtet. So soll den Baum das Quartier Orias bekommen, das beim traditionellen Torneo dei Rioni, dem Turnier der Stadtteile, im August den Sieg davonträgt. Das sei dann verpflichtet, einen schönen Platz für den Baum zu finden. 38 Lorcher werden bei dem Fest dabei sein, erzählt Capezzuto, der die Reise organisiert. Ebenfalls mitreisen werde Lorchs Bürgermeisterin Marita Funk, die nun darüber nachdenke Weihnachtsbaumschmuck mitzubringen. Sie sagt über die Nordmanntanne, die Menge der Nadeln und Zweige spiegle die zahlreichen Begegnungen zwischen Lorchern und Oritanern in 50 Jahren wider. Und: „Er hat weiterhin das Potenzial zum Wachsen und Gedeihen“ wie diese Freundschaft.

Oritaner beim Löwenmarkt

Und das Jubiläumsjahr der Partnerschaft bietet noch einiges mehr: Für eine Fotoausstellung im Lorcher Rathaus laufen gerade die Vorbereitungen. Die Oritaner haben zu einem Konzert mit deutschen, italienischen und europäischen Liedern am 28. Mai in Oria eingeladen, erzählt Capezzuto. Und etwa 70 Oritaner werden zum Lorcher Löwenmarkt im Juni anreisen und sich am Umzug beteiligen - als Fahnenschwinger, Ritter, Römer. Indessen steht die Lorcher Nordmanntanne bis August in einem großen Kübel auf dem Rathausplatz in Oria - wie Capezzuto erzählt, wohlbehütet direkt neben der Polizeistation. ⋌Anja Müller

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