Werden Spartipps ernst genommen?

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Stadtrat Thomas Vetter schlägt vor, die Spitzen der Heizungsanlage des Schulzentrums Schäfersfeld statt über Gas, über Pellets abzusichern. Archivfoto: Tom
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Aus dem Gemeinderat kamen im April Vorschläge, wie die Stadt Lorch Energie einsparen kann. Wurde die Ideen aufgegriffen?

Lorch

Die Energiekrise beschäftigt viele Menschen. Aber auch Bund, Länder und Kommunen sorgen sich um mögliche Folgen. Thomas Vetter hatte der Stadt Lorch konkrete Vorschläge unterbreitet, wie diese am schnellsten Energie einsparen könnte. Der CDU-Stadtrat stellte in der Ratssitzung im April Maßnahmen vor. Ist die Stadt auf die Vorschläge eingegangen?

Vetter schlug zum Beispiel vor, bei der Neuplanung der Kläranlage zu überprüfen, ob das angedachte Blockheizkraftwerk nicht um eine Gastherme, sondern um Holzpellets ergänzt werden könne. „Die Stadt sollte grundsätzlich keine Gastherme mehr einbauen.“ Bürgermeisterin Marita Funk bestätigt: „Die Anregungen von Stadtrat Vetter im Hinblick auf die Kläranlage haben wir dem Fachbüro weitergegeben, das aufgrund der neuen Umstände und der allgemeinen Lage die Konzeption neu überprüft.“ Vetters weitere Idee bezieht sich auf den neuen Kindergarten in Waldhausen: Bei der Ausschreibung sollte zwingend Heizenergie über eine Wärmepumpe vorgeschrieben werden, bestenfalls über Erdwärme. Funk informiert, dass die Verwaltung bereits bei der Auslobung ausgeführt habe, dass sie Konzepte zur Nutzung erneuerbarer Energien und Wärmequellen begrüße.

Ende Juli hat der Gemeinderat das zuständige Architekturbüro und dessen städtebauliches Konzept ausgewählt: „Die Details zu den Themen Heizen und Energie folgen im Prozess.“ Wobei hier Einigkeit im Gremium bestehe, dass die Heizungsthematik ein besonderes Augenmerk erhält. „Was ich persönlich als gut und sehr wichtig erachte“, betont Funk, „die neuen Rahmenbedingungen fließen also in Neubauprojekte mit ein“.

Stadtrat Vetter schlug außerdem vor, die Spitzen der Heizungsanlage des Schulzentrums Schäfersfeld statt über Gas, über Pellets abzusichern. Und überhaupt städtische Anlagen dahingehend überprüfen, wo Umrüstungen sinnvoll möglich sind. Bürgermeisterin Funk erklärt hierzu, dass das Umrüsten der Anlagen von heute auf morgen nicht einfach so möglich sei.

Was passiert im Fall eines Gasnotstands zu Beginn der Heizperiode?

„Leider wird der Großteil der öffentlichen Gebäude mit Gas beheizt.“ Ausnahmen sind das Dorfhaus Kirneck, die Hohberghalle und das Schulzentrum Schäfersfeld sowie Feuerwehrgerätehaus und Bauhof. Erstere heizt die Stadt mit Öl, die letzten Drei mit Pellets. Momentan frage die Verwaltung bei den Kirchengemeinden ab, wie es um deren Gebäude stehe. Ganze Einrichtungen wie Kindergärten in Ausweichquartiere umzulagern, hält Funk für nicht machbar. „Und riesige Gebäude mit Elektroheizgeräten ausstatten auch nicht, da überlasten die Netze, wenn das alle Haushalte tun.“ Zusammen mit dem Landkreis suche man momentan nach Lösungen.

Welche Einrichtungen noch Gas zum Heizen erhalten würden, hänge nicht von der Stadt ab: „Das ist eine übergeordnete Entscheidung.“ „Wir haben erhoben, wie viele Öl wir haben, wie viel Pellets und wie lange das reicht“, erzählt die Bürgermeisterin, „im schlimmsten Fall könnten wir Warmhallen in Weitmars und in Kirneck anbieten, wo die Leute sich aufwärmen können.“ Sie hoffe aber weiterhin, dass der Ernstfall nicht eintrifft.

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