Win-Win beim Miteinander von Golfclub und NABU

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GC Hetzenhof kooperiert mit Nabu

Neues Projekt zum Thema Wassermanagement – Fotovoltaiknutzung wird erweitert

Lorch. „Das hier könnte ein Außenposten werden – und das wäre schon klasse“ – die Rede ist an dieser Stelle vom Halsbandschnäpper. Die beiden Herren, die sich über den Vogel, der als gefährdetes Tier der Roten Liste gilt, unterhalten, sind von der Ortsgruppe Lorch des NABU. Das Gebiet, das sie als Außenposten für den Halsbandschnäpper auserkoren haben, ist die Golfanlage Hetzenhof. 27 Löcher, insgesamt 130 Hektar Fläche, 26 Jahre alt.

Eine Betreiberanlage, die sich seit Jahren im Wachstum befindet und auf eine gesunde Mischung aus Sport und Gesellschaft, aus Jung und Alt setzt. „Am Ende geht es immer um einen ganzheitlichen Ansatz“, erklärt Besitzer Heiner Mohring. Weil das so ist, fließen die Faktoren Nachhaltigkeit, Natur- und Umweltschutz ohnehin in die tägliche Arbeit mit ein.

Mohring, selbst Förster, setzt auf das Fachwissen, das durch die Kooperation mit dem NABU Lorch neue Maßnahmen möglich macht. „Wir hängen jetzt erst einmal eine ganze Reihe Nistkästen auf und kümmern uns dann um Monitoring und Säuberung“, stellen Rainer Graf und Simon Bischoff von der Ortsgruppe fest. Steinkauzröhren werden dabei sein, weil man auch diese bedrohte Vogelart neben dem Halsbandschnäpper gerne am Hetzenhof ansiedeln und zum Brüten bringen würde. „Für den Wiedehopf könnte die Golfplatzfläche auch ein wichtiger Trittstein sein.“

Für den NABU Lorch und die Golfplatzanlage Hetzenhof bedeutet die Kooperation, die man seit 2020 pflegt, eine Win-Win-Situation. Auf der einen Seite bringt der Golfplatz eine große, unverbaute Fläche mit üppigen Heckenstrukturen, Streuobstwiesen und Biotopen ein, die zahlreichen Vögel, anderen Tieren und Pflanzen als Lebensraum dienen kann. Immerhin 90 Hektar sind ökologische Ausgleichsfläche, nur 60 Hektar werden für den Spielbetrieb genützt. Auf der anderen Seite suchen die Golfplatzbetreiber nach Fachleuten, die gerade bei den sensiblen Strukturen mit ihrem Expertenwissen weiterhelfen.

Er sei zu Beginn sehr skeptisch gewesen, resümiert Graf, 2. Vorsitzender der Ortsgruppe Lorch. Die neuen Blühstreifen zwischen den Golfbahnen fallen ihm jetzt aber ebenso positiv auf wie die aufgeschütteten Steinhaufen, auf denen sich inzwischen auch Eidechsen wohlfühlen. Im Gespräch mit Mohring wird klar, dass das Thema Nachhaltigkeit noch weiter geht. Auf dem neugebauten großen Gebäude für Carts wird demnächst ebenso wie auf dem älteren daneben eine Fotovoltaikanlage installiert. Und das nächste große Projekt betrifft das Thema Wassermanagement. Die Genehmigung für den Bau eines großen Wasserspeichers ist da, bis zu 40 000 cm³ Wasser soll der Teich fassen, der zwischen zwei Golfbahnen nächstes Jahr gebaut wird. Um die Verdunstung möglichst gering zu halten, liegt die Tiefe bei acht Metern, ein bepflanzter Erdwall wird den Speicherteich an der Oberfläche umgeben. „Wir hoffen, damit auf Dauer Sicherheit beim Thema Wasserversorgung zu erreichen“, resümiert Mohring. Den bisherigen Speicherteich will man dann als Biotop optimieren. Auch das hoffentlich mit Unterstützung des NABU.

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