Wissen über Freundschaft weitergeben

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Schülergruppe aus Oria in Lorch
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 Zehn Mädchen und Jungen aus Oria reisten am vergangenen Wochenende mit nach Lorch, um 50 Jahre Städtepartnerschaft zu feiern. Warum sie da waren. 

Lorch. Stolz blinzelten die Jungen und Mädchen in die Sonne. „Hier her schauen bitte“, rief jemand und die Kinder lächelten in Kameras. Neben ihnen standen der italienische Generalkonsul, die Bürgermeisterinnen von Lorch und Oria und andere, die am vergangenen Sonntag den Festakt zur Freundschaft der beiden Städte feierten. Dass die zehn Schülerinnen und Schüler aus Oria für das Festwochenende extra mit nach Lorch gereist waren, wurde wohlwollend wahrgenommen.

Francesco, Marco und die anderen Kinder sind zwischen sieben und 13 Jahre alt. Sie stammen von den Schulen Monaco-Fermi und De Amicis Milizia, gut sichtbar an den beiden Fahnen, die die Lehrerinnen Lorenza Vantaggiato und Vincenza Sternativo hielten. Als sie gefragt wurden, warum sie hier sind, fingen Francesco und Marco gleich zu erzählen an. Glücklicherweise übersetzte Lucio Epifani geduldig. Der Oritaner war als Vertreter des Städtepartnerschaftskomitees Pro Loco mit der italienischen Delegation mitgereist und spricht sehr gut Deutsch. „Wir sind mit der Schule in der Stadtbibliothek gewesen“, verriet Marco. Dort haben die Kinder den 91-jährigen Professor Baldari getroffen.

Lucio Epifani erklärte, dass Baldari Zeitzeuge der beginnenden Partnerschaft zwischen Lorch und Oria war. „Er ist schon 1971 mit nach Lorch gekommen, bevor die Partnerschaft überhaupt offiziell war.“ Der 91-Jährige erzählte den Kindern also von den Begebenheiten, die 50 Jahre her sind. Francesco ergänzte, dass sie ihm Fragen stellen durfte, zum Beispiel, warum die Partnerschaft überhaupt geschlossen wurde. Sie berichteten außerdem, dass sie am Festwochenende in Oria am 13. und 14. August ein Theaterstück spielen werden. Eigens zu Ehren der Städtepartnerschaft. Dabei gehe es um die Sage vom „rauchenden Oria“. Hier schaltete sich Lehrerin Lorenza Vantaggiato ein: „Die Kinder sind ja viel zu jung, um etwas über die Anfänge zu wissen.“ Oder überhaupt richtig zu durchschauen, was eine Städtepartnerschaft eigentlich bedeutet. Deswegen haben sie sich in den vergangenen Wochen mit dem Thema im Unterricht beschäftigt.

Ihre Kollegin Vincenza Sternativo nickte und sagte: „Die Kinder sollen wissen, wie wichtig eine Partnerschaft zwischen verschiedenen Nationen ist.“ Gerade in Zeiten, in denen in Europa Krieg herrscht, betonte sie und schloss sehr ernsthaft: „Damit so etwas nicht wieder geschieht, sind solche Freundschaften wichtig.“ Den Kindern das zu vermitteln, sei das größte Ziel.

Die Partnerschaft „spüren“

Und weil man am besten lernt, indem man etwas erlebt oder tut, seien die Kinder hier. „Damit sie die Partnerschaft auch wirklich spüren“, sagte Lorenza Vantaggiato.

„Dass die Schülerinnen und Schüler hier sind, ist wirklich sehr schön“, sagte Bürgermeisterin Marita Funk. Sie habe sich mit ihnen unterhalten und mit Blick auf die Städtepartnerschaft gesagt: „Ihr seid die Zukunft.“ Ihr Vorgänger im Amt, Karl Bühler, war ebenfalls beim Festakt. Er erzählte aus 24 Jahren Erfahrung: „Diese Freundschaft sollte nicht nur unter uns Offiziellen bestehen, sondern auch unter den Menschen und den Familien.“ Das habe geklappt. Er habe sich immer besonders darüber gefreut, dass auch stets junge Menschen Anteil genommen hätten.

Wie gefalle den Kindern Lorch? „Sehr gut“, antworteten Francesco und Marco am Sonntag, „es ist schön grün hier und die Menschen sind sehr, sehr freundlich“. Marco schiebt hinterher, dass es hier manchmal etwas kalt gewesen sei. Er grinst: „In Oria sind es gerade 40 Grad.“

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