Wo Friedrich II. im Kloster zu finden ist

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Falkner Gunter Pelz mit Gerfalke Dakira vor Kloster Lorch, der Grablege der Staufer. Stauferkaiser Friedrich II. und die Falknerei gehörten eng zusammen.

Der Freundeskreis des Kloster Lorchs und die Stauferfalknerei erinnern an Friedrich II., der vor 800 Jahren zum Stauferkaiser gekrönt wurde.

Lorch

Zweimal weilte Friedrich II. in Deutschland, einmal sogar für einige Jahre. In Lorch war der Stauferkaiser, der überwiegend in Süditalien lebte, nie. Trotzdem gedenken der Freundeskreis des Klosters und die dortige Stauferfalknerei dem 800-Jahr-Jubiläum von Friedrichs Kaiserkrönung. Nicht nur, weil das Kloster staufische Grablege ist. Und der Regent Friedrich II. eine große historische Bedeutung hat. "Verbindungen nach Lorch lassen sich durchaus herstellen", sagt Manfred Schramm.

Der Vorsitzende des Freundeskreises steht im Stauferrundbild und zeigt auf die Darstellung einer Burganlage, die übers Meer emporragt. "Die hat Friedrich in der süditalienischen Stadt Oria bauen lassen." Dort wartete er 1225 auf die Ankunft seiner zweiten Braut, Isabella von Brienne. "Das war ein Grund, warum Lorch die Städtepartnerschaft mit Oria geschlossen hat." Die Burg existiert noch heute.

Der 1194 geborene Staufer wurde 1215 zum deutschen König gekrönt und am 22. November 1220 zum Kaiser. Diesem Jubiläum wollten Schramm und Falkner Gunter Pelz eigentlich mit Sonderführungen Tribut zollen. Doch die Pandemie kam dazwischen, das Kloster ist seit November geschlossen. "Wir möchten die Führung gerne nachholen, sobald die Anlage wieder geöffnet ist", sagt Schramm.

Dann würde der Rundgang in der Kirche starten. Am Bildnis von Friedrich, das um 1530 auf eine der Säulen gemalt wurde. "Er wird stets mit rotblondem Haar und Bart beschrieben", erklärt Schramm. Maler Hans Kloss übernahm diese Darstellung auch im Rundbild. Dort sind einige Szenen dargestellt, die Friedrichs Leben beschreiben. Eine zeigt den Herrscher mit Franz von Assisi. Friedrich stützt die Hand auf ein Schwert, der Mönch hält darüber eine Taube. Über dem weißen Vogel balanciert auf Friedrichs anderer Hand ein Falke. "Das Schwert symbolisiert Macht, die Taube den Frieden", interpretiert Schramm. "Und über dem Frieden erhebt sich wiederum der Falke, der ebenfalls für Macht steht."

Friedrich II. ist bis heute die wichtigste Person für die Kunst der Falknerei.

Gunter Pelz, Falkner

Eine jahrtausendealte Tradition

Außerdem ist der Falke die zweite Verbindung Friedrichs nach Lorch. "Friedrich II. ist bis heute die wichtigste Person für die Kunst der Falknerei", sagt Gunter Pelz. Zusammen mit Sohn Erik hält er die jahrtausendealte Tradition auf dem Gelände neben dem Kloster am Leben. Das Buch, das Friedrich über die Jagd mit Greifvögeln verfasste, sei das erste umfassende Werk über Vögel und ihre Natur gewesen, sagt Pelz. "Dabei stützt er seine Aussagen erstmals auf tatsächliche Beobachtungen." Ebenfalls neu: "Er kommt zu dem Schluss, dass ein guter Falkner sich in den Vogel hineinversetzen muss." Also ihn nicht unterwerfen, sondern in Kooperation mit dem Tier treten soll. "Eine damals ungewöhnliche Sichtweise." Friedrich II. war auch der erste, der die Falknerei den Künsten zuschrieb.

Pelz erzählt, dass damals mit Falken und Habichten gejagt wurde. "Dem Herrscher waren weiße Gerfalken vorbehalten." Diese Tiere stammen aus dem Norden und waren schwierig zu bekommen. Ein wunderschönes Exemplar sitzt zur Veranschaulichung auf Erik Pelz‘ Handschuh. Immer wieder stößt Dakira Schreie aus und schlägt mit den Flügeln. Auch Erik Pelz ist mit Friedrichs Werk vertraut. "Das gehört für einen Falkner einfach zum Grundwissen dazu."

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