Tüftelei für pfiffige Irrwege durch den Mais

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Jetzt muss das Maislabyrinth in Bonholz bei Alfdorf nur noch wachsen (von links): Claudia, Christina, Günther und Mathias Kolb mit den Kindern Lilly und Moritz haben alles vorbereitet.
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Bereits zum 22. Mal laufen in Bonholz die Vorbereitungen für das Maislabyrinth. Die ganze Familie Kolb bringt für den Irrgarten Ideen ein.

Alfdorf-Bonholz

Die einen kommen aus dem Stuttgarter Raum, die anderen aus dem Kreis Schwäbisch Hall. Und Wiederholungstäter in einer Saison sind oft die Besucher aus dem Altkreis Schwäbisch Gmünd. Alle haben ab August dasselbe Ziel: das Maislabyrinth der Familie Kolb im Alfdorfer Weiler Bonholz.

Jetzt ist der Mais wieder ausgesät, damit man sich zwischen dessen Reihen auf dem Feld ab dem Start der Sommerferien nach Herzenslust verirren kann. Dann warten wieder Sackgassen, Umwege und Irrwege auf Gäste. Zeit sollte man auf jeden Fall mitbringen, denn zum einen ist man auf einer rund 1,5 Hek-
tar großen Fläche zu Fuß entlang der rund 120 000 Maispflanzen unterwegs. Zum anderen gibt es auch Stempelstationen und lustige Hingucker im Labyrinth. Hinzu kommt die beliebte Strohhüpfburg.

Erfolgreich in die Irre führen

Langweilig wird es auf jeden Fall nicht. Doch jetzt, im Mai, muss bereits alles durchdacht sein, um tatsächlich die Besucher erfolgreich in die Irre zu führen auf ihrem Weg, wie Günther Kolb weiß. In der Hand hält er einen Plan, der ein bisschen an ein Strickmuster erinnert. Auf diesem sind die Längs- und Querreihen aufgezeichnet, in denen der Mais gesetzt wurde. Querreihen findet man in einem normalen Maisfeld nicht, aber sie sind für ein Labyrinth unabdingbar. „Die Querreihen werden in einem Abstand von zwölf Metern gesetzt“, informiert Landwirt Kolb.

Damit der Mais auch buschig und schnell genug hoch genug wächst, kommen unterschiedliche Sorten zur Aussaat. Zudem gesellt sich in das Maislabyrinth eine Sonnenblumenallee. Auch ein Tipi-Zelt aus Bohnen fand sich bereits in dem Feld. Jedes Jahr lässt sich die Familie Kolb etwas anderes einfallen.

Was sind „Brägala“?

Mit von der Partie sind neben Günther Kolb auch Gattin Christina sowie die Kinder und Enkel. So hat etwa Tochter Heike sich die Stempelstationen ausgedacht. Mit pfiffigen Fragen. Besonders gut kommen schwäbische Wörter an, schildert Vater Günther amüsiert. Man sollte da beispielsweise schon wissen, dass „Brägala“ Bratkartoffeln sind. Wer alle Stempel findet, dessen Karte landet in einer Trommel. Zum Saisonende wird diese dann ausgeleert und die Gewinner werden ermittelt. Ein Besuch im Schwabenpark steht für die Glückspilze auf dem Programm.

Allerdings gibt es fürs Gelingen des wachsenden Maislabyrinths auch „Gegenspieler“. Etwa Drahtwürmer oder Krähen, die sich an Pflanzen und Körnern gütlich tun. „Einmal hat ein Sturm im Juli uns das Feld plattgelegt“, erinnert sich Günther Kolb. Wichtig ist auch, dass das Labyrinth gleich am Hof der Kolbs liegt. „Man muss ein Auge draufhaben“, berichtet Günther Kolb von täglichen Kontrollgängen entlang der Pflanzen durch die zwei Meter breiten Gänge.

Sobald die Pflanzen rund einen halben Meter hochgewachsen sind, greift Mathias Kolb zur Motorsense, Vater Günther läuft mit dem Plan voraus und wird zum Navigator. Dann werden durch gezieltes Mähen von Pflanzen die Gänge, Rundwege und Sackgassen letztlich manifestiert.

Vorfreude auf Gäste

Bis zum Herbst, wenn der Mais geerntet wird, kann man sich wunderbar im Labyrinth in Bonholz verirren. Auch in Corona-Zeiten. „Wir haben etwa ein Handwaschbecken installiert und bieten Desinfektionsspray“, schildert Christina Kolb. So kann der neuen Saison nichts im Weg stehen, die Pflanzen sind gesetzt. Bleibt zu hoffen, dass auch in diesem Jahr die natürlichen Gegenspieler nicht in der Überzahl sind. „Wir freuen uns auf die Gäste, meist sind es Familien“, berichtet das Ehepaar Kolb.

Die sechs Enkel sind natürlich immer die Ersten, die das Maislabyrinth erobern. Und vor allem schauen, ob es auch wirklich Spaß macht und mit den integrierten Überraschungen genug Abwechslung bietet.

Wir haben etwa ein Handwaschbecken installiert und bieten Desinfektionsspray.“

Christina Kolb,, Organisatorin

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