Was Kindergartenkinder aus Mispeln machen

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Baumpflanzaktion Vordersteinenberg
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Ein besonderer Baum für Alfdorf zur 30-jährigen Mitgliedschaft in der Schutzgemeinschaft Deutscher Wald.

Alfdorf-Vordersteinenberg. Zu einem runden Geburtstag sollte das Geschenk schon was hermachen, findet Gerhard Strobel, Vorsitzender im Kreisverband Rems-Murr der Schutzgemeinschaft Deutscher Wald (SDW). Darum hat er der Gemeinde Alfdorf als Gründungsmitglied einen schon etwa acht bis zehn Jahre alten und 3,5 Meter hohen Baum zum 30. Geburtstag des Vereins mitgebracht. Der steht zwar am Montagmorgen schon ganz stabil an seinem neuen Platz vor dem Kindergarten in Vordersteinenberg. Dass für die letzten Schaufeln Erde und einige Gießkannen voll Wasser dennoch die Kleinen vom Kindergarten sorgen, freut insbesondere Bürgermeister Ronald Krötz, der mit einigen Gemeinderäten zum Geburtstagsakt gekommen ist. Dass das Gewächs nun zum Kindergarten gehört, findet er sehr passend, schließlich gehe es beim Baum wie bei den Kindern darum, Wurzeln zu bilden und zu wachsen.

Strobel verdeutlicht, dass es sich bei dem Geschenk um einen besonderen Baum handelt: die erste Mispel, die die SDW je gepflanzt habe, ein Rosengewächs. Damit, ergänzt Kindergartenleiterin Marion Köhler, „passt sie perfekt zum Kindergarten Rosentraum“. Köhler weiß als einzige außer Strobel, wie die Frucht der Mispel aussieht. Ihre Oma habe daraus Marmelade gemacht, so will sie's nun auch mit den Kindern halten. Als „ziemlich widerwillig“ bezeichnet Strobel das säuerlich schmeckende Obst. Erst Frost macht es mürbe, davor ist es steinhart.

Wissen um die Nahrungsquellen

Für die etwa 15 Kinder bietet der Baum eine Erfahrung mehr im Umgang mit Nahrungsquellen. Denn dass die Kinder in diesem Zusammenhang Grundlegengendes lernen, darauf legen die Erzieherinnen wert, sagt Köhler. So gehen sie etwa Kartoffeln auf dem Feld klauben, mahlen das Korn für ihr selbst gebackenes Brot in der Kaffeemühle, ernten Johannisbeeren, Josta und Äpfel und verarbeiten sie weiter. So gibt's im Jahreskreislauf unter anderem selbstgemachte Marmelade, Saft oder Punsch. Und die weniger beliebten schwarzen Träuble verwandelt Marion Köhler in Fruchteis.

Nun werden die Kinder im Alter von Zweidreiviertel bis zum Grundschulalter sich darum kümmern, dass der neue Baum wächst und gedeiht, versicherten sie. Nur die Ernte, die werden wohl die Erzieherinnen übernehmen, meint Köhler angesichts des Standorts des Baumes jenseits des Gartentors, direkt an der Durchgangsstraße. Eigentlich hätte die Mispel auf dem Kindergartengelände anstelle der wegen es Eichenprozessionsspinners gefällten Eiche ihren Platz finden sollen. Wegen des mächtigen Wurzelwerks des alten Baums sei das nicht möglich gewesen. Die Kinder stört's nicht, dass der Neuzugang draußen vor dem Tor steht. Sie genießen nach ihrem Einsatz mit Schaufeln und Gießkannen erst mal den von der Verwaltung spendierten Imbiss. Anja Müller

Der Wald ist Programm

Die Schutzgemeinschaft Deutscher Wald bietet neben Vorträgen unter anderem Wildpflanzenexkursionen, Waldwanderungen für Singles, Waldfotografie und waldpädagogische Angebote für Kindergärten und Schulen, Beratung per E-Mail an: info@SDW-rems-Murr.de, Anmeldung auf www.SDW-Rems-Murr.de

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