Waldhausen bleibt „faire Gemeinde“

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Mareike Erhardt (rechts) von Brot für die Welt überreichte Pfarrer Lukas Golder und Initiatorin Sylvia Thiel das Zertifikat.
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Erneut ist die Waldhäuser Kirchengemeinde als Faire Gemeinde ausgezeichnet worden. Außerdem erhält sie 7000 Euro Förderung für die Solaranlage auf der Kirche.

Lorch-Waldhausen

Im Jahr 2017 hat die evangelische Kirchengemeinde Waldhausen erstmals die Auszeichnung als Faire Gemeinde erhalten. Nach 2019 wurde diese Bewertung nun zum zweiten Mal verlängert. Mareike Erhardt, Referentin in der Landesstelle Brot für die Welt im Diakonischen Werk in Stuttgart, überreichte die Auszeichnung im Gottesdienst Ende Oktober.

„Dazu scheint auch noch die Sonne, der Gottesdienst war also wirklich ökologisch fair“, freute sich Pfarrer Lukas Golder. Denn mit der Photovoltaikanlage auf dem Kirchendach produziert die Gemeinde eigenen grünen Strom für Heizung und Licht. Auch dieses Engagement wurde nun gewürdigt: „Unser kirchlicher Energieversorger KSE gewährt uns 7000 Euro als Förderung für die Anschaffung der Anlage“, erzählte Golder.

Für den Pfarrer und seine Frau, Pfarrerin Ulrike Golder, gehören Kirche und Naturschutz zusammen. „Wir haben den Auftrag, die Schöpfung zu bewahren“, erklärte Golder, „und das wollen wir ernst nehmen“. Also drehte die Gemeinde unter Leitung von Kirchengemeinderätin Sylvia Thiel an zahlreichen Stellschrauben und bewarb sich um die Auszeichnung. Erfolgreich, und als eine der ersten Gemeinden, berichtete Lukas Golder. Aktuell listet die Diakonie Württemberg 105 Faire Gemeinden im Land, darunter fünf in Schwäbisch Gmünd und auch die Gemeinde Lorch und Weitmars. Wobei deren Pfarrer Christof Messerschmidt berichtigt: „Wir sind auf dem Weg, aber noch nicht zertifiziert.“ Das geschehe wohl im kommenden Jahr.

„Die Initiative Faire Gemeinde ist eine Aktion von Brot für die Welt und fördert den fairen Einkauf und Bewahrung der Schöpfung, Umwelt und Klimaschutz in evangelischen und katholischen Kirchengemeinden in ganz Württemberg“, sagte Mareike Erhardt. Sie beschrieb, dass der Kauf fair gehandelter Produkte Menschen in ärmeren Ländern zu einer würdigen Existenz verhelfe.

Erhardt zählte auf, wie Waldhausen vorgeht: „Bei Veranstaltungen wird ausschließlich Kaffee auf fairem Handel angeboten.“ Auch bei der Milch, bei Kaltgetränken bis hin zum Bier achte die Gemeinde darauf, dass die Produzentinnen und Produzenten fair bezahlt werden. Es gibt einen Fairen Kaufladen mit fairen Produkten, aus dem auch die Geschenke der Gemeinde stammen. „Mit der Gärtnerei und dem Blumenladen vor Ort wird gefragt: Wo kommen die Blumen her? Wie nachhaltig ist der Anbau?“

Auch in der Kita werde kein Plastikgeschirr mehr verwendet und das dortige Essen stamme vom hiesigen Metzger. „Außerdem werden Naturschutz und Menschenrechte regelmäßig zum Thema von Veranstaltungen.“ Erhardt erwähnte außerdem die Photovoltaikanlage und den Zukauf von Ökostrom, falls notwendig.

Strom vom Kirchendach

17 400 Euro hatten die Paneele gekostet, die im Juni auf das Kirchendach geschraubt wurden und seit einigen Wochen Strom produzieren. Weitere 7700 Euro bezahlte die Gemeinde für die Anlage, mit der seit Ende September der Kirchenturm in den Abendstunden angestrahlt wird. „Dafür haben wir 7600 Euro Spenden aus der Bevölkerung bekommen“, sagte Golder. Die 7000 Euro Förderung gibt es nun aus einem Topf des Energieversorgers KSE, welcher eigens für Kunden angelegt ist, die Ökostrom beziehen. „Der kostet 0,3 Cent mehr pro Kilowattstunde, wofür man sich für die Förderung bewerben kann.“ Bleiben für die Gemeinde 10500 Euro an Restkosten: „Die finanzieren wir über ein Inneres Darlehen, das wir über den Ertrag zurückzahlen.“

Wir haben den Auftrag, die Schöpfung zu bewahren.“

Lukas Golder, Pfarrer

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