Warum das Wirtspaar das „Schützenhaus“ schließt

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Restaurant Schützenhaus schließt - warum? Fam Küchle

Nur noch bis Ende September hat das Plüderhäuser Restaurant geöffnet. Wie es weitergeht, ist unklar.

Plüderhausen. Nur noch bis Ende dieses Monats werden in dem Plüderhäuser Restaurant „Schützenhaus“ Gäste bedient. Wie es weitergeht, ist unklar.

Seit zwölf Jahren betreiben Roland Przybilla und seine Frau Gabriele Küchle das Plüderhäuser Schützenhaus. Er ist Koch, sie war im Servicebereich tätig, aber auch für die Deko und Desserts zuständig. Gut bürgerlich sieht das Restaurant von innen aus, und genau das fand sich auch auf der Speisekarte: Rostbraten, Schnitzel, Spätzle und andere deutsche und schwäbische Gerichte. Nun schließt das Restaurant zum Ende des Monats, einen Nachfolger gibt es bislang nicht.

Nach einem eher zähen Start lief das Restaurant lange sehr gut. „Wir haben das Restaurant gerne geführt“, sagt Roland Przybilla. „Es war eine schöne Zeit. Es tut uns sehr weh, jetzt zu schließen“, bedauert er. „Wir wollten hier in Rente gehen.“ Seine Frau sagt: „Die Gäste sind schon traurig, dass eine gute deutsche Gaststätte zumacht.“

Am Ende hat das Paar trotz langen Überlegens aber einfach keine andere Option mehr gesehen. „So eine Entscheidung kann man nicht mit dem Bauch treffen“, sagt Gabriele Küchle. „Die muss man mit dem Kopf treffen.“ Und der hat bei beiden gesagt: Jetzt ist Schluss, der logische Endpunkt ist erreicht. „Der Hauptgrund ist die Preisexplosion“, sagt Robert Przybilla. Die gestiegenen Kosten für Energie und Lebensmittel seien nicht mehr tragbar, hinzu kommen Personalprobleme, und das alles folge nahtlos auf Umsatzeinbrüche durch Corona-Lockdowns und -Regelungen während der Pandemie. Das Geld, das ihnen durch Corona-Hilfen zustand, sei zwar schnell angekommen, erzählt Gabriele Küchle, habe aber nicht ausgereicht. Von den anfänglichen Hilfen abgesehen, habe es sich im Prinzip um einen Betriebskostenzuschuss gehandelt. Das Paar arbeite zwar gerne, es müsse dann aber auch etwas zum Leben übrigbleiben.

Zwar hatte das Restaurant während der Pandemie auch Sonderaktionen wie einen Drive-in angeboten, trotzdem waren die Folgen am Ende deutlich spürbar. Hohe Kosten führen zu teurerem Essen. Aber zahlen das die Gäste noch?

Die höheren Kosten, die nun zum Beispiel fürs Heizen anfallen, müsste das Paar eigentlich auf die Essenspreise aufschlagen. „Aber das können und wollen die Leute dann nicht mehr zahlen“, ist sich Gabriele Küchle sicher. Einige Speisen wie Lamm und Lachs mussten sie und ihr Mann schon von der Karte nehmen, weil die Preise dafür sich so erhöht hatten. Auch beim Rostbraten sei das so. Der dürfe aber bis zur Schließung auf der Karte bleiben, weil er bei den Gästen so beliebt ist.

Während ihrer Zeit im Schützenhaus haben Gabriele Küchle und Roland Przybilla einiges in die Gaststätte gesteckt. „Wir haben nach und nach das Inventar erneuert“, sagt Roland Przybilla. Die Stühle und Lampen habe das Paar zum Beispiel ausgetauscht, auch die Bänke wurden neu überzogen. Nur die Tische waren schon da, bevor das Paar das Restaurant übernahm. Weil das Restaurant lange gut lief, sei es kein Problem gewesen zu investieren, so Gabriele Küchle.

Ein Neubeginn woanders

Wenn das Schützenhaus Ende September seine Türen schließt, dann bleiben Gabriele Küchle und Roland Przybilla nicht in Plüderhausen. Sie werden umziehen und sich neue Arbeit suchen – allerdings nicht in der Gastronomiebranche.

Die Abläufe“, sagt Roland Przybilla auf die Frage, was das Paar vermutlich am meisten vermissen wird. „Wir waren zwölf Jahre hier.“ Eine lange Zeit. Und auch das Wohnen beim Schützenhaus habe das Paar genossen. „Wir lieben die Ruhe und konnten gut entspannen“, so Przybilla. „Wir werden die Mitarbeiter vermissen.“ Und auch um einige Stammgäste tue es ihnen leid. Den Kontakt zu manchen wollen sie deswegen auch in Zukunft halten. Erst einmal werden sie nun aber anderswo neu starten müssen. ⋌Vlora Kleeb

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