Zufrieden über 101 Jahre

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Auch mit 101 Jahren freut sich die Alfdorferin Martha Schwerdt jeden Tag auf ihren Nachmittagskaffee.
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Martha Schwerdt feierte am Sonntag ihren 101. Geburtstag und stellt fest, „ich habe in meinem Leben alles richtig gemacht“.

Alfdorf – Pfahlbronn.

Man sieht ihr die überstandene Krankheit noch etwas an, Martha Schwerdt ist noch ein bisschen blass um die Nase, auch das Aufstehen geht noch nicht so leicht wie vorher. „Man wird nicht jünger“ konstatiert die Seniorin, die am Sonntag ihren 101. Geburtstag im Stiftungshof Haubenwasen feiern durfte.

Martha Schwerdt braucht noch etwas Ruhe um sich zu erholen, aber ein Nickerchen bei Tag? Das mache sie nie, meintdie Seniorin, denn zum Müßiggang hat sie seit ihrer Kindheit keine Zeit. Am 18. Juli 1920 wurde Martha in Alfdorf geboren und wuchs in einer Pflegefamilie auf, es war damals üblich, dass selbst die Kleinsten schon bei der Arbeit in der Landwirtschaft mithelfen mussten.

Nach der Dorfschule blieb sie ihrer Heimat treu und arbeitete weiter in Alfdorf in der Landwirtschaft, 1950 heiratete Martha ihren „Stuttgarter“ der ebenfalls in Alfdorf in der Landwirtschaft arbeitete. Sohn Siegfried kam im Jahr darauf zur Welt. Das erste Mal verließ sie 1970 ihren Heimatort Alfdorf, sie zog nach Kleindeinbach, um näher an ihrer neuen Arbeitsstelle im „Ami-Werk“ zu wohnen, bis zum Ruhestand war sie danach 20 Jahre lang bei der Weleda beschäftigt.

Dass die Jubilarin ihr Leben lang gearbeitet hat, weiß auch der Sohn Siegfried, „Mutter hat immer gearbeitet uns versorgt und niemals um Unterstützung gebeten“. Die zierliche Dame wohnte nur kurze Zeit in einem Gmünder Seniorenwohnheim, mit 87 Jahren packte sie erneut ihre Besitztümer und ging zurück in ihre alte Heimat nach Alfdorf-Pfahlbronn in den zwei Jahren zuvor eingeweihten Stiftungshof Haubenwasen. Hier besucht sie regelmäßig Sohn Siegfried mit Familie.

Eine Feier zu ihrem Geburtstag wollte Martha in diesem Jahr nicht, das sei noch etwas zu anstrengend. So bescheiden und zurückhaltend die Seniorin auch ist, auf ihren Mittagskaffee möchte sie nicht verzichten, wenn es gerade mit dem Laufen nicht so geht, muss der ihr ins Zimmer gebracht werden „wenn man 101 Jahre alt ist, kann man sich auch mal bedienen lassen“, meint sie scherzhaft.

„Habe alles richtig gemacht“

Die Augen und das Gehör sind nicht mehr die besten, darum liebt es Martha auf ihrem Sofa zu liegen und leise vor sich hin zu singen „Man müsste noch mal zwanzig sein“, dann ginge es im Leben leichter, meint die 101-Jährige, aber etwas in ihrem Leben anders machen, nein das kommt der Jubilarin nicht in den Sinn: „Ich habe in meinem Leben alles richtig gemacht.“

Man müsste noch mal zwanzig sein.“

Martha Schwerdt,, 101-Jährige

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