Blasmusik nach dem Geschmack des Publikums

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Der Musikverein Oberkochen gab ein gefeiertes Jahreskonzert.
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   Nach der Corona-Zwangspause hat die Stadtkapelle ein brillantes Comeback in die Dreißentalhalle.

Oberkochen.  Wie immer am Regiepult und dies ohne Reibungsverluste: Hans-Gerd Burr aus Heidenheim- Oggenhausen, der mit dem Musikverein alle Register blasmusikalischer Genres gezogen hat. „Die Mischung macht´s, Sie dürfen sich heute auf ein tolles Konzert freuen“, kündigt der erste Vorsitzende René Friedel an.

Es ist quasi „Renaissance“, der letzte große Auftritt war das Adventskonzert 2019. Seit März dieses Jahres wird wieder im „Normalzustand geprobt“, sagt Friedel. Schon erstaunlich, die Stadtkapelle steht schon wieder   voll im Saft. Als der Schlussakkord nach dem musikalischen Streifzug durchs Salzburger Land  nach einem Arrangement von Martin Scharnagl verklungen war, gab es tosenden Beifall.

Zuvor hatten die Besucher Dynamik, Melodik und den rhythmisierenden Wechsel von piano bis forte erlebt und der „Direx“ am Regiepult lief wieder einmal – wie man es in Oberkochen gewohnt ist – zu Hochform auf. Etwa im „Weißen Rössl“ mit einem modern gestalteten Potpourri und in der überragenden Darbietung in Reminiszenz an Udo Jürgens oder mit „Rock von der Küste“ mit herrlich luftigen Seemannsliedern unter dem Titel „Santiano.“

Hans-Gerd Burr versteht es mit seinen Musikerinnen und Musikern, den Funke sofort überspringen zu lassen. „Die Sonne geht auf“, ein imposanter Konzertmarsch, passt zum lauen Frühlingsabend. „Sonnenwellen“ streifen musikalisch durch die altehrwürdige Dreißentalhale, garniert mit sauber gesetzten Interims und solistischen Farbtupfern.

Ein Sonderlob gilt der Stadtkapelle für die Intonation der dramatischen Entstehungsgeschichte des Wallfahrtsorts Todtmoos. Hier geht es um die Hervorhebung der blasmusikalischen Spezies der Tempi-Differenzierung und der Akzentuierung. Ein Ohrenschmaus sind die satten Staccato-Akkorde. Zeit für leichte Kost im Polka-Rhythmus der „Perger Polka“ von Kurt Gäble im Mühlenviertel entlang der Donau – so recht nach dem Geschmack der Gäste.

Martin Scharnagl stand gleich zweimal auf dem Programm. Mit seinem „Momentum“ gelingt es der Burr-Truppe, das erfreulicherweise zahlreich erschienene Publikum auf eine gleichsam expressive wie auch kurzweilige Reise mitzunehmen.

Neues hatte der neue Vorsitzende René Friedel auch noch zu berichten. Das diesjährige Pfingstkonzert mit Hocketse wird erstmals bei der Mühlenscheuer stattfinden und ab September darf man sich die neue Probenstätte im dann fertiggestellten Tierstein-Gebäude freuen. „Endlich können wir wieder gemeinschaftlich musizieren“, freut sich der Moderator.

Lothar Schell

Endlich können wir wieder gemeinschaftlich musizieren.“

Markus Wingert, Moderator
Der Musikverein Oberkochen gab ein gefeiertes Jahreskonzert.
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Der Musikverein Oberkochen gab ein gefeiertes Jahreskonzert.

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