Blaulichtgebäude in Oberkochen: Funktionalität und Ästhetik

+
Der erste Entwurf des Blaulichtzentrums Oberkochen sorgte für Begeisterung bei den Rettern. Gut zu erkennen ist bereits der Übungsturm rechts, der vielleicht auch als Kletterturm genutzt wird.
  • schließen

Am Kapellenweg entsteht etwas Schönes. Worauf sich Feuerwehr, Polizei und Rotes Kreuz freuen können.

Oberkochen. Was Architekt Christoph Baur von der AGW Architektengruppe Wittmann aus Königsbronn im Gemeinderat Oberkochen vortrug, ließ die zahlreich anwesenden Retter schon mal mit der Zunge schnalzen. „Wir wollen alle Blaulicht-Organisationen einbinden und dieser Planentwurf ist eine Punktlandung“, meinte Bürgermeister Peter Traub.

Die Gemeinderäte urteilten nicht anders. Hervorragend sei die Integration in die Umgebung im „Bronkel“ zwischen dem Mühlen-Ensemble im Süden und dem Gewerbegebiet „Schwörz“ auf der anderen Seite im Norden gelungen.

Blaulichtgebäude als Bindeglied zwischen Industrie und Wohnen

Die L-Form des Gebäude-Hauptkörpers mit seiner rechteckig angebauten Wagenhalle ergibt in der Gesamtheit einen schlicht wirkenden Baukörper. Durch die unterschiedliche Geschossigkeit des Hauptbaukörpers mit Walmdach und der Wagenhalle mit Flachdach erzeugt das Gebäude eine Differenziertheit in Höhe, Breite und Tiefe, die den Gebäudekomplex als Abstufung zur östlichen großgliedrigen Industriebebauung und somit als Bindeglied zur nach Westen hin erstreckenden kleingliedrigen Wohnbebauung vorsieht. Der Hauptbaukörper werde in Bezug auf die Nachhaltigkeit, Langlebigkeit und Unterhaltung als vorgestellte hinterlüftete Klinkerfassade erstellt, erklärte der Architekt.

Die Wagenhalle sei als Kontrast und mit Bezug auf die Gebrauchstauglichkeit und Widerstandsfähigkeit des routinemäßigen Feuerwehreinsatzes im Sichtbeton geplant.

Kurze Wege für schnellen Einsatz

Auf dem ehemaligen „Wagenblast-Gelände“ ist auch ein Übungsturm integriert. Kurzerhand wurde im Rat der Vorschlag gemacht, diesen auch als Kletterturm zu nützen, falls die Feuerwehr ihr Plazet gibt. Die von der Stadt getätigten Grundstückszukäufe bieten hervorragende Zufahrtsmöglichkeiten. Rückwärtig sind Stellplätze für die drei Blaulicht-Organisationen vorgesehen. Die Räume in den diversen Geschossen bestechen durch Funktionalität. Viele interne Gespräche seien vorausgegangen, um alle Wünsche, vor allem aber die betrieblich vorgeschriebenen Fakten zu erfüllen, erklärte der Bürgermeister. Dies auch in Bezug auf kurze Wege für schnellen Einsatz.

Polizeibereich ist aus Sicherheitsgründen abgetrennt

Der Polizeibereich ist separat abgetrennt. Gemeinderat und Polizeibeamter i. R. Robert Ness klärte auf Nachfrage, dass dies vorgeschrieben sei wegen der Fülle von Daten, den die Polizei verarbeitet. Außerdem müsse der Bereich aufgrund der Dienstwaffen von den anderen Blaulichteinheiten abgetrennt sein. Fürs zentrale Treppenhaus ist ein barrierefreier Aufzug vorgesehen, der auch von der Wagenhalle aus benutzbar ist.

Eine große Technik-Zentrale sorgt für Synergie-Effekte für die drei Blaulicht-Organisationen. Die Gesamtkosten sind noch eine vage Angelegenheit. Laut Kostenschätzung sind diese mit 9,6 Millionen Euro beziffert. Es sei davon auszugehen, dass man angesichts der Preisentwicklung am Ende des Tages bei dreizehn Millionen Euro lande, schätzte Bürgermeister Peter Traub auf der Gemeinderatssitzung.

Zurück zur Übersicht: Oberkochen

Mehr zum Thema