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„Musti Gustl“ sorgt für Gusto in Oberkochens Neuer Mitte

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Gustl's Ständle in Oberkochen: (v.r.) Mustafa Özbey alias „Musti Gustl“ mit seiner Frau Simone Mann und Tochter Kira (6).
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Nachdem er sich aus der Spielarena Fachsenfeld verabschiedet hat, konzentriert sich Mustafa Özbey auf Gustl's Ständle in der Neuen Ortsmitte in Oberkochen.

Oberkochen

Schließen Sie für einen kurzen Moment die Augen und stellen Sie sich vor: Die Sonne strahlt sommerlich vom blitzblauen Himmel, Sie sitzen im Schatten einer Palme, lauschen beruhigendem Wasserplätschern im Hintergrund, während Ihnen der mediterrane Duft einer geräucherten Lachsforelle an Zitronenpfeffer in die Nase steigt.

Nein. Sie urlauben nicht irgendwo an südlichen Gestaden. Sondern genießen nur Ihre Mittagspause mitten in Oberkochen. „Neue Mitte“ nennt sich der Platz direkt an der Durchfahrtsstraße, den Mustafa Özbey (52) alias „Musti Gustl“ bereits in der dritten Saison bewirtschaftet.

„Gustl's Ständle“ steht an der rot-weißen Hütte geschrieben, die der Stadt Oberkochen gehört. Pächter „Musti“ hat sie mit einer passgenauen Gastroküche ausgestattet. Und mit den gelernten Köchen René Zobel und Patrick Hacker. Mit beiden hatte Özbey schon in seiner letzten Wirkungsstätte, der Spielarena in Fachsenfeld, zusammengearbeitet.

Imbiss oder Bistro? Für Musti ist es einfach eine „etwas andere Gastronomie“. „Denn ich habe teilweise Gerichte auf der Speisekarte, die man anderswo über die Mittagspause nicht bekommt“, sagt er selbstbewusst. Das beste Beispiel ist wohl die Variation mit geräucherter Forelle, Stremel, kaltgeräucherter Lachsforelle an Zitronenpfeffer. Die „Zutaten“ des mit 22,90 Euro teuersten Gerichts auf der Speisekarte stammen direkt von der Forellenzucht Fischböck am Oberkochener Kocherursprung.

Ganz eindeutig dominieren bei „Musti“ aber der Schwaben liebste Gerichte: Maultaschen g'schmälzt oder g'röschded, Kässpätzle solo oder mit Maultäschla zum „Schwabenglück“ erweitert. Dazu gibt's immer einen Beilagensalat, weil die Schwaben ja „Nass-Esser“ sind und das Sößle oder die Brühe womöglich nicht genug sein könnte.

Gelernter CNC-Dreher

Mustafa „Musti“ Özbey, der seine Wurzeln im tiefsten Anatolien hat, liebt die schwäbische Küche. 1979, mit neun Jahren, ist er mit seinen Eltern nach Aalen ins Schwabenländle gekommen, hat nach der Mittleren Reife eine Ausbildung zum CNC-Dreher und Programmierer gemacht, aber noch nie in seinem erlernten Beruf gearbeitet. Seine Gastro-Karriere begann noch im alten Magazine in Aalen. Dort hat er einst als Spüler begonnen. „Wie jeder damals im Magazine“, erzählt er.

Später, nach 1996, war er unter anderem Barchef in Heidelberg und hat eine rollende Cocktail-Catering-Firma eröffnet. Doch die Ostalb hat ihn nie ganz losgelassen. Er kehrte zurück, stand hinter der Theke der Havanna Bar in Aalen und managte bis Ende März dieses Jahres fünf Jahre lang die Spielarena in Fachsenfeld.

Laura Weißmann (32), eine der sechs Festangestellten, flitzt an diesem Mittag im feschen Dirndl zwischen den gut besuchten Biergartentischen und der Küche hin und her. Auf den Tellern: auffallend oft Hamburger, Cheeseburger oder vegane Varianten.

„Viele Gäste kommen gerade wegen unserer Hamburger“, nickt Musti. Ein 125- oder 250-Gramm-Patty mit Hamburger Soße, grünem Salat, frischen Tomaten, Gurkenscheiben und Zwiebelringen im Brötchen. „Ohne Schnickschnack, ganz klassisch. So dass man den Hamburger notfalls auch in die Hand nehmen und abbeißen kann.“

Fleisch und Maultaschen bezieht Musti von Omega Sorg, das Schweinefleisch kommt von der Schwäbisch-Hällischen Erzeugergemeinschaft.

Musti schaut hinüber zum Wasserspiel wenige Meter entfernt von den Biergartentischen. Ein paar Kinder planschen im Wasser, die Mütter sitzen sonnenbeschirmt im Biergarten bei Kaffee oder einem Aperol Sprizz und halten Handtücher bereit. „Ich habe das Gefühl, Gustl's Ständle wird zunehmend zu einem beliebten Treffpunkt in Oberkochen“, stellt Mustafa Özbey zufrieden fest und schenkt sich eine Afri-Cola ins Glas.

Viele Gäste kommen gerade wegen unserer klassischen Hamburger.“

Mustafa Ötzbey, Betreiber von Gustl's Ständle

Gustl's Ständle - wichtig zu wissen

Besonders beliebt: Das „Schwabenglück“ - Käsespätzle und g'schmälzte und g'röschdede Maultaschen mit Beilagensalat zu 10,90 Euro.

Das Schmankerl und zugleich teuerstes Gericht: geräucherte Forellenvariationen von der Forellenzucht am Kocherursprung zu 22,90 Euro

Das günstigste Gericht: eine Portion Spätzle zu 3,50 Euro; mit Bratensoße zu 4,90 Euro.

Sitzplätze: 75 an Biergartentischen, unter Sonnenschirmen.

Öffnungszeiten: täglich außer montags. Bei schönem Wetter von 11 bis 21 Uhr. „Auch bei schlechtem Wetter öffnen wir“, sagt Musti.

Gut zu wissen: Das Bier kommt von der Gold Ochsen Brauerei.

75 sonnenbeschirmte Sitzplätze bietet Gustl's Ständle mit Biergarten in Oberkochens Ortsmitte.
Laura Weißmann flitzt im feschen Dirndl und mit vollen Tellern zwischen Biergarten und Küche hin und her.
Beliebt an Gustl's Ständle sind auch die klassisch angerichteten Hamburger „ohne viel Schnickschnack“.
Bei dem klassischen Flammkuchen mit Schmand, Speck und Zwiebeln kommt der Apptetit von ganz alleine.
Das Wasserspiel nahe am Biergarten ist vor allem in den Sommermonaten Anziehungspunkt für die Kinder, während die Mütter im Schatten der Sonnenschirme einen Kaffee oder Aperol Sprizz genießen können.
In der Küche von "Gustl's Ständle" steht Patrick Hacker, einer der beiden gelernten Köche.
Gustl's Ständle hinter Palmen. Ein Platz für eine kleine Auszeit vom Alltag.
Ganz gleich ob beim Service oder in der Küche: Musti Gustl springt dort ein, wo's gerade klemmt.

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