Auf Schloss Kapfenburg spielt wieder die Musik

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Erstes Konzert nach langem Lockdown auch auf Schloss Kapfenburg: Die Ludwig Chamber Players .
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Die Ludwig Chamber Players gastieren auf Schloss Kapfenburg. Wie das funktionierte und wie der Auftritt bei dem Publikum ankam.

Lauchheim

Freude bei Künstlern, Publikum und Veranstalter: Auf Schloss Kapfenburg darf wieder musiziert werden – zunächst im Rahmen eines Modellversuchs. Mit ihrem mitreißenden Auftritt beendeten die Ludwig Chamber Players die zwangsläufige zehnmonatige Konzertpause.

Der Bedarf ist da: Das Ensemble spielte vor ausverkauftem Haus. Alle Plätze im Rieger-Konzertsaal waren besetzt. Möglich wurde die Veranstaltung durch die Einbindung in das vom Land genehmigte Pilotprojekt „Continuo“.

Für Moritz von Woellwarth, seit April amtierender Akademiedirektor, ist es ein besonderer Abend. „Ich freue mich außerordentlich, Sie hier begrüßen zu können“, sagte er, „für mich ist es heute das erste Konzert, das ich anmoderieren darf.“

Moritz von Woellwarth dankte dem Sozialministerium, Landrat Dr. Bläse sowie dem Expertenteam von der Hochschule Aalen für die Unterstützung. Ebenso dem Publikum. „Ruckzuck waren 90 Leute bereit, zu kommen“, so der neue Schlossherr. Denn das lange geplante Konzert wurde zunächst abgeblasen und erst nach der Zusage vom Land kurzfristig neu organisiert.

Auch das siebenköpfige Ensemble scheint es zu genießen, nach langer Zeit wieder auf der Bühne zu stehen. „Seit Februar 2020 haben wir nicht mehr live gespielt. Das ganze Gestreame: Ehrlich, das war gruslig“, fasst es Klarinettist Dirk Altmann in Worte. „Spannung, Stimmung und ein gutes Gefühl geben nur Sie, liebes Publikum.“

Am Anfang gibt’s etwas Leichtes: Die Ouvertüre zur „Fledermaus“ von Johann Strauß. Angeführt von Elena Graf an der Violine legt das Ensemble einen schwungvollen Auftakt hin. Musiziert mit Leichtigkeit und Eleganz, zugleich voller Energie und unbändiger Spielfreude.

Eine Erstaufführung sind die „Sechs kanonischen Studien“ für Pedalflügel von Robert Schumann, bearbeitet für Septett von Ensemblemitglied und Fagottist Hanno Dönneweg. Kurze melodische Stücke unterschiedlichen Charakters, die auch den besonderen Reiz einer gemischten Besetzung von Bläsern und Streichern zur Geltung bringen.

Was hinter dem Pilotprojekt steckt

Was verbirgt sich nun hinter dem von der Hochschule Aalen wissenschaftlich begleiteten Modellversuch? Gespräch in der Pause mit Dieter Ahrens, Professor für Gesundheitsökonomie und Gesundheitsmanagement, der zusammen mit zwei Studierenden anwesend ist. Im Vorfeld habe man das Hygienekonzept des Veranstalters „verfeinert“, bevor es beim Land eingereicht wurde, so Ahrens. Bei allen Veranstaltungen des 14 Tage dauernden Projekts wird das Hochschulteam, zu dem auch Professor Ulrich Holzbaur gehört, vor Ort sein. „Wir beobachten, ob das Konzept umgesetzt werden kann“, erklärt Ahrens.

Das Ziel: „Das Hygienekonzept so sicher machen, dass nichts passieren kann“, sagt er. Die Studierenden nutzen die gewonnenen Erkenntnisse für ihre Abschlussarbeiten.

Der Ablauf für die angereisten Besucher geht reibungslos. Hinein darf, wer geimpft, genesen oder negativ getestet ist, dazu die Kontakterfassung per Luca-App. Einbahnstraßen und Stühle im Saal auf Abstand – das kennt man schon. Für spürbares Aufatmen sorgt die Ankündigung, dass die Maske am Platz abgenommen werden kann. Das erhöht den Konzertgenuss enorm.

Musikalischer Hochgenuss ist das Septett Es-Dur von Ludwig van Beethoven nach der Pause. Ein Originalwerk, das die Individualität der verschiedenen Instrumente zum Leuchten bringt, ob schmeichelnder Klarinettenton oder warmer Hornklang. Herausragend Primaria Elena Graf, virtuose Geigerin und Impulsgeberin gleichermaßen, sie krönt das Finale mit einer brillanten Solokadenz. Kammermusik vom Feinsten. Dafür gibt es langen Beifall.

Vollmondnacht auf Schloss Kapfenburg

Am Samstag, 24. Juli, 19.30 Uhr, gibt es beim Festival Schloss Kapfenburg Brass und Soul vom Feinsten. Eröffnet wird der Konzertabend vom Musikverein Hüttlingen mit dem Street Band Projekt Jazzbus, im Anschluss spielt die Singer-Songwriterin Shelly Phillips mit ihrer Band. Treuen Fans von Schloss Kapfenburg ist der Name ein Begriff – seit Jahren probt Martin Keller mit seiner Metrum BigBand in den historischen Mauern und lädt regelmäßig zu Werkstattkonzerten. Mit der Street Band Jazzbus ist der Musiker nun erstmals beim Festival zu Gast. Die sechsköpfige Formation geht dabei eine Kooperation mit dem Musikverein Hüttlingen unter der Leitung von Robert Wahl ein. Im Anschluss gibt die deutsch-amerikanische Soulsängerin Shelly Phillips ihr Debut auf der Festivalbühne. Phillips wurde 2012 durch ihre Teilnahme an der „Unser Star für Baku“ bekannt.

Weitere Termine des Festival Schloss Kapfenburg: Sonntag, 25. Juli, 19.30 Uhr: La Dolce Vita – Die italienische Nacht mit Atrin Mandani feat. Bill Petry und der Pino Barone Band feat. Roberta Valentini Freitag, 30. Juli, 20.30 Uhr: Bülent Ceylan OPEN hAIR Momentan keine Tickets mehr verfügbar; Samstag, 31. Juli, 20 Uhr: Night of the Voices mit listen to jules, ON AIR & The Velvet Rocks; Sonntag, 1. August, 20.30 Uhr: Joss Stone Special Guest: The Velvet Rocks

Karten: Bei allen Konzerten handelt es sich um reine Sitzplatzveranstaltungen. Karten auf www.schloss-kapfenburg.de und unter Tel: (07363)96 18 17.

Ruckzuck waren 90 Leute bereit, zu kommen.“

Moritz von Woellwarth, Akademiedirektor

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